Erfolgreicher Auftakt für barrierefreies Günzburg: Workshop-Teilnehmer nehmen Innenstadt unter die Lupe

Gemeinsam für mehr Barrierefreiheit in Günzburg: Bei einer gemeinsamen Fahrt durch die Günzburger Innenstadt nahmen die Workshop-Teilnehmer Verkehrsbereiche in der Innenstadt unter die Lupe und bewerteten sie auf ihre Barrierefreiheit hin (Foto: Stadtbauamt)
Nachdem die Große Kreisstadt vor wenigen Wochen als Modellstadt in das bayernweite Förderprogramm „Barrierefrei 2023“ aufgenommen worden ist, fand jetzt der erste Workshop zum Thema „Barrierefreies Günzburg“ statt. Rund zwanzig Teilnehmer waren gekommen, um bei einer gemeinsamen Rundfahrt optimierungsbedürftige Verkehrsbereiche im Stadtgebiet auszumachen. Die Umgestaltung dieser Bereiche sowie weitere Maßnahmen sollen in den kommenden Jahren für ein Mehr an Barrierefreiheit in Günzburg sorgen.

Neben Betroffenen – Sehbehinderte und Rollstuhlfahrer – sowie Mitarbeitern der offenen Behindertenarbeit und der Albertus-Magnus-Werkstätten nahmen auch der Behindertenbeauftragte des Landkreises Günzburg sowie Vertreter der Polizei, der Stadtverwaltung, des Stadtrats und des Günzburger Seniorenbeirats an dem Workshop teil.

Barrierefreiheit aus Sicht der Betroffenen bewerten

Bei einer gemeinsamen Rundfahrt nahmen die Teilnehmer verschieden stark frequentierte Verkehrsbereiche in der Innenstadt unter die Lupe. Ziel dieser Fahrt war, sich dem Thema Barrierefreiheit gemeinsam anzunähern und es aus Sicht der Betroffenen zu bewerten. „Für die Bedürfnisse von Menschen mit Handicap müssen die nicht Betroffenen wie auch wir Planer immer wieder sensibilisiert werden“, betont Stadtbaumeister Georg Dietze. „Es bedarf des kritischen Blicks der Betroffenen um nicht-barrierefreie Stellen auszumachen.“

Im zweiten Teil des Workshops wurden anhand von Plänen Problemstellen definiert und anschließend diskutiert. Dringenden Handlungsbedarf machten die Teilnehmer auf dem Marktplatz aus, wo bislang fehlende Übergänge das Queren des historischen Pflasters erschweren. Auch die Situation auf dem Friedhof mit seinen lose geschotterten Wegen wurde als handlungsbedürftig eingestuft.

Die Ergebnisse des ersten Workshops werden derzeit vom eingeschalteten Planungsbüro ausgewertet. Dieses wird bis Ende des Jahres ein Grobkonzept erarbeiten, auf dessen Grundlage Handlungsfelder identifiziert werden. Im November werden sich zudem die 16 Modellkommunen, darunter neben Günzburg zwei weitere aus Schwaben, zu einem Austausch treffen.

OB Jauernig: „Wir nehmen das Thema Barrierefreiheit sehr ernst“

Oberbürgermeister Gerhard Jauernig wertet den Workshop als erfolgreiche Auftaktveranstaltung des Langzeitprojekts. „Die hohe Teilnehmerzahl und die zahlreichen konstruktiven Vorschläge, die im Laufe des ersten Workshops gesammelt wurden, zeigt uns, dass Barrierefreiheit ein wichtiges Thema ist“, so der Rathauschef. „Wir nehmen das Thema Barrierefreiheit sehr ernst. Deshalb wollen wir Menschen mit Behinderungen und Mobilitätseinschränkungen aller Art von Anfang an auf breiter Basis einbinden. Dieser Ansatz wird es uns ermöglichen, das Thema zukunftsorientiert nah an den Bedürfnissen der Bürger anzugehen.“

Ziel des Förderprogramms „Barrierefrei 2023“ sei die bedarfsgerechte barrierefreie Kommune. Vor allem jene Bereiche sollen barrierefrei gestaltet werden, die zur Erfüllung der alltäglichen Bedürfnisse notwendig sind. So sollen die positive Entwicklung der Stadt und die bereits sehr hohe Lebensqualität langfristig gesichert werden, so der OB.
0

Weiterveröffentlichungen:

Unser "Plus" kennzeichnet alle Beiträge, die durch den Abdruck bei unseren Partnerverlagen noch mehr Aufmerksamkeit bekommen.günzburger | Erschienen am 15.11.2014
Information zu Weiterempfehlungen Einstellungen für Weiterempfehlungen
 auf anderen WebseitenSenden
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.