Einsatz von Familienhebammen als „Frühe Hilfe“ jetzt möglich

Von links Dr. Richard Wiedemann, Marika Schneider und Landrat Hubert Hafner.
Den Glückwunsch zur erfolgreich absolvierten Weiterbildung zur „zertifizierten Familienhebamme“ durfte Marika Schneider als erste Hebamme im Landkreis von Landrat Hubert Hafner und vom Geschäftsbereichsleiter Dr. Richard Wiedemann entgegen nehmen.

Um den bayernweiten Mangel an spezifisch ausgebildeten Familienhebammen zu beheben und um zeitgleich eine Intensivierung der Zusammenarbeit von Gesundheitshilfe und der Kinder- und Jugendhilfe zu unterstützen, wurde vom Bayerischen Sozialministerium in Kooperation mit dem Bayerischen Landesjugendamt die „Bundesinitiative Frühe Hilfen“ initiiert. Dieses Förderprogramm sieht neben der Förderung des Aufbaus lokaler Netzwerke im Bereich der frühen Kindheit insbesondere auch die Finanzierung einer Ausbildung zur Familienhebamme bzw. zur Familiengesundheitspfleger/-In vor.
Der Schutz von Kindern ist und bleibt im Landkreis Günzburg eine kontinuierliche Aufgabe mit höchster Priorität. Durch die Installierung der Koordinierenden Kinderschutzstelle (KoKi) im Juli 2009, wurde ein weiterer Baustein zur Prävention von Entwicklungsrisiken geschaffen. Insbesondere werdende Eltern oder Eltern mit Kindern bis zum 3. Lebensjahr stehen im Blickpunkt der Fachstelle.

Die Koordinierende Kinderschutzstelle ist eine Anlauf- und Beratungsstelle und informiert über regionale Angebote für Eltern und Kinder wie z.B. Elternkurse, Mutter-Kind-Gruppen, Elterntreffs usw.. Die Fachkräfte vermitteln Hilfen oder initiieren Unterstützungsangebote, ausgerichtet am individuellen Hilfebedarf.
Die Koordinierende Kinderschutzstelle betreut seit Juli 2009 zahlreiche Familien. Die Aufmerksamkeit gilt einer gelingenden Bewältigung der Entwicklungsaufgaben von Kindern insbesondere in den ersten, besonders sensiblen Lebensjahren. Eltern und Kinder sollen frühzeitig durch Beratung und Hilfen unterstützt werden, mit den vielfältigen Aufgaben, neuen Situationen und möglichen Belastungen, die sich bei der Erziehung und Betreuung von Kindern ergeben, zurecht zu kommen. Da die Übergänge zwischen Normalität, Belastung und gefährdender Entwicklung oftmals fließend sind, ist es notwendig, verschiedene Hilfeformen mit unterschiedlicher Intensität (von Information über Unterstützungsmöglichkeiten bis zum Angebot spezifischer Hilfen) anzubieten, um passgenau dem individuellen Hilfebedarf begegnen zu können.

Mögliche Hilfeformen der Koordinierenden Kinderschutzstelle sind neben „Entwicklungspsychologischen Beratung“, die Vermittlung einer Familienhilfe als niederschwelliges Angebot oder auch die Unterstützung durch eine Familienhebamme.

Ziel ist, weitere Hebammen und Kinderkrankenschwestern zu gewinnen, die Ausbildung zu absolvieren, damit zukünftig im Landkreis Günzburg vermehrt Familienhebammen und Familiengesundheitspfleger/-Innen flächendeckend in den Familien zum Einsatz kommen können.

Interessierte Fachkräfte können sich für die Ausbildung, organisiert und durchgeführt vom Bayerischen Landesjugendamt, über die Koordinierende Kinderschutzstelle bewerben.

Info:
Landratsamt Günzburg
Koordinierende Kinderschutzstelle
An der Kapuzinermauer 1
89312 Günzburg
koki@landkreis-guenzburg.de
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