Dieser Professor ist erst 36 Jahre alt

Professor Dr. Nenad Vasic ist seit Jahresbeginn Mitarbeiter der Bezirkskliniken Schwaben.
Günzburg: Bezirkskrankenhaus | Die Universität Ulm hat Privatdozent Dr. Nenad Vasic zum außerplanmäßigen Professor für Psychiatrie und Psychotherapie ernannt. Das ist aus zwei Gründen ungewöhnlich: Zum einen ist der gebürtige Serbe, der mit 19 Jahren nach Deutschland kam, erst 36 Jahre alt. Zum anderen musste der Mitarbeiter der Bezirkskliniken Schwaben zahlreiche Leistungen in Forschung und Lehre vorweisen, ehe er den Antrag auf Professur stellen konnte. Vasics Arbeit wurde von externen Gutachtern bewertet. Anschließend stimmten der Fakultätsrat und der Uni-Senat der Ernennung zu. Eine fachliche Auszeichnung und akademische Stufe, auf die sich der dreifache Familienvater nicht ausruhen will.
Seit Beginn des Monats ist Vasic ständiger Vertreter von Professor Manuela Dudeck, der Ärztlichen Direktorin der Klinik für Forensische Psychiatrie und Psychotherapie des Bezirkskrankenhauses (BKH) Günzburg. Hier findet er beste Voraussetzungen für seine weiteren beruflichen Pläne, denn das BKH Günzburg ist akademisches Krankenhaus für die Uni Ulm. Der gebürtige Belgrader kam im Herbst 1997 nach Ulm, um ein Medizinstudium zu beginnen. Zugleich studierte er Philosophie, was er 2003 erfolgreich zu Ende brachte. „Ich war der erste Student an der Uni Ulm, der den Bachelorabschluss in Philosophie erhalten hat“, berichtet er stolz. Vasic startete 2004 als Assistenzarzt in der Psychiatrie der Uniklinik, promovierte 2005, wurde 2009 Facharzt für Psychiatrie, habilitierte 2010 und stieg 2011 zum Oberarzt, zuletzt auf der Akutstation der Uniklinik, auf. Seit 1. Januar 2014 ist er bei den Bezirkskliniken Schwaben tätig, und zwar in der neuen Forensik in Günzburg. „Es ging alles recht zügig“, meint er bescheiden.
Seine Chefin Manuela Dudeck hat den neugegründeten Lehrstuhl für Forensische Psychiatrie und Psychotherapie inne: Eine Frau, die einerseits an der Uni Ulm lehrt, andererseits in Günzburg eine Klinik leitet - das ist einzigartig in Deutschland. Gerade auf dem Gebiet der Forensik will sich Vasic spezialisieren. „In diesem Grenzgebiet der Psychiatrie hat man mit Themenfeldern wie Philosophie, Polizei und Justiz, Rechtswissenschaften, Selbstverantwortung, Schuld und freie Willensbildung zu tun. Das ist eine fachliche Herausforderung“, so der 36-Jährige. Dazu gehören auch Begutachtungen von Patienten.
Zu seinen mittelfristigen Zielen zählen der Aufbau einer klinischen Forschungsgruppe sowie die Vernetzung der drei Aufgabenbereiche Klinik, Forschung und Lehre. „Wir wollen uns in Zusammenarbeit und unterstützt durch Professor Becker, den Chef der Allgemein-Psychiatrie in Günzburg, für Studenten und junge Leute weiter wissenschaftlich öffnen“, sagt Vasic. Im Gegensatz zur forensischen Psychiatrie werden in der allgemeinen Psychiatrie Patienten behandelt, die nicht straffällig geworden sind.
Der Leitende Oberarzt ist mit Dr. Zrinka Sosic-Vasic verheiratet. Sie ist Leitende Klinische Psychologin an der Ulmer psychiatrischen Uniklinik. Mit den drei Kindern – neun, vier und zwei Jahre alt – wohnen der Psychiater und die Psychologin in Elchingen. Und als ob der Tag mehr als 24 Stunden hätte, strebt Nenad Vasic auch noch die Promotion im Bereich der Philosophie an. Für sein Hobby, dem Basketballspielen, bleibt da vorerst keine Zeit mehr.
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