Zusammenarbeit von Jugendhilfe und Gesundheitshilfe beim Kinderschutz

Birgit Martens, KoKi Günzburg; Simone Rasper-Sandmann, KoKi Neu-Ulm, Frau Dr. Katrin Uebbing, Institut für Rechtsmedizin der Uni Mainz; Barbara Hellenthal, Leiterin der Fachstelle Sozialdienst Günzburg, Jürgen Volz, KoKi Günzburg; Andrea Rösch KoKi Neu-Ulm.
Veranstaltung der Koordinierenden Kinderschutzstellen der Landkreise Günzburg und Neu-Ulm

Sowohl für die Fachkräfte der Gesundheitshilfe als auch der Jugendhilfe ist es immer wieder eine emotionale und fachliche Herausforderung, wenn es um die Einschätzung einer möglichen Kindeswohlgefährdung geht. Bei Kindesmisshandlung oder Kindesmissbrauch ist es oftmals nicht einfach, zu einer sicheren Diagnose zu kommen.

Damit die Fachkräfte bei dieser schwierigen Aufgabe ihre Kompetenzen und ihr Fachwissen erweitern können, haben dieder Koordinierenden Kinderschutzstellen des Landratsamtes Günzburg und Neu-Ulm zu einer gemeinsamen Fachveranstaltung ins Landratsamt Günzburg eingeladen.
Als Referentin für den Nachmittag konnte Dr. Katrin Uebbing vom Institut für Rechtsmedizin an der Universität Mainz gewonnen werden.

Mit eindrucksvollem Bildmaterial von Verletzungsmustern und Darstellungen von verschiedenen Fallbeispielen verdeutlichte sie die unterschiedlichen Kategorien von Unfallgeschehen und Gewalteinwirkung. Sie erläuterte die relevanten Entscheidungskriterien bei der Diagnosestellung und vermittelte notwendige Informationen für eine fachlich gute und ausreichende Dokumentation.

Die Rechtsmedizinerin gab wertvolle Hinweise für einen einfühlsamen Umgang mit den betroffenen Kindern, z. B. auch um bei ihnen durch die Untersuchung eine mögliche Retraumatisierung zu vermeiden. Auch stellte sie dar, was bei der Gesprächsführung mit den Eltern zu beachten ist.

Die anwesenden Fachkräfte aus unterschiedlichen Berufsgruppen der Gesundheitshilfe und Jugendhilfe machten in der Diskussion deutlich, wie wichtig eine intensive Kooperation bei der Einschätzung von Kindeswohlgefährdung ist.

Kinderschutz braucht starke Netze – dies wurde bei der Veranstaltung anschaulich erfahrbar. Die starke Vernetzung vor Ort möglich zu machen, ist primär die Aufgabe der Fachkräfte der Koordinierenden Kinderschutzstelle. Daneben ist es den KoKi-Fachkräften ein großes Anliegen und zählt zu ihrer weiteren Hauptaufgabe, Familien frühzeitig individuelle Hilfe und Unterstützungsmöglichkeiten anzubieten, damit Kindesmisshandlung und Kindesmissbrauch im Vorfeld verhindert werden kann.
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Weiterveröffentlichungen:

myheimat-Stadtmagazin günzburger | Erschienen am 19.04.2014
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