Wie ist denn gerade die Stimmung an der Schule?

 

Gespräch zwischen dem Landtagsabgeordneten Dr. Hans Reichart und Vertretern des BLLV Günzburg (Bayerischer Lehrer- und Lehrerinnenverband) über Schule im Landkreis

„Wie ist denn gerade die Stimmung an der Schule?“ – Beginnend mit dieser Frage des Landtagsabgeordneten Dr. Hans Reichart fiel es den beiden Vertretern des BLLV- Kreisverbandes Günzburg Roland Grimm und Robert Kaifer leicht, ins Gespräch über schulische Themen zu kommen.

Während des Austausches kristallisierte sich nach kurzer Zeit ein Schwerpunkt-thema heraus, das auch an den Schulen im Landkreis weiterhin für Diskussionen sorgt - die Inklusion von Schülern mit sonderpädagogischem Förderbedarf an Grund- und Mittelschulen. Trotz einiger Verbesserungen durch die bayerische Staatsregierung wie die Verleihung des „Schulprofils Inklusion“ an weitere Schulen – ein Profil bei dem mehr Lehrerstunden den Schulen zur Verfügung gestellt werden - gibt es noch zahlreiche Herausforderungen, denen sich die Lehrkräfte im Unterricht täglich stellen müssen. Nach wie vor sind die Lehrerstunden zu knapp bemessen, um den Voraussetzungen, Interessen bzw. dem Bedarf der einzelnen Schüler gerecht zu werden. Alle Schüler können deswegen nicht in diesem Maße individuell gefördert werden, wie sie es eigentlich benötigten. Inklusion – so ein Hinweis der beiden Verbandsvertreter - lässt sich nur schwer mit einem System vereinbaren, das die Schüler in der Grundschule separiert.

Besonders die Lehrkräfte in den Jahrgangsstufen drei und vier bekommen das zu spüren. Der Erwartungsdruck der Eltern an den Übertritt ist so hoch, dass viele Lehrkräfte es vorziehen, in den ersten beiden Jahrgangsstufen zu unterrichten. Der Einwand von Herrn Reichart, dass jetzt der Elternwille mehr Bedeutung habe und der Druck von den Lehrkräften abließe, wurde von den BLLV-Vertretern entkräftet. Noch immer entscheidet in erster Linie der Notenschnitt über die weiterführende Schule.

Seit vielen Jahren gehört das Bild der Jugendsozialarbeit an den Mittelschulen im Landkreis zum Alltag. Schüler, Eltern und Lehrkräfte nehmen das Angebot gerne an. Erfreulich ist, dass immer mehr Grundschulen im Landkreis jetzt auch die Möglichkeit erhalten, einen Jugendsozialarbeiter an ihrer Schule zu bekommen. Die beiden Vertreter des Lehrerverbandes bestätigten auf Nachfrage, dass dies wirklich eine sinnvolle und den Erziehungsprozess unterstützende Einrichtung ist.

Roland Grimm wies Herrn Dr. Reichart auf ein weiteres Problem hin. Für die fer-tig ausgebildeten Junglehrer, gerade im Real- und Gymnasialbereich, sieht die An-stellungssituation trotz guter Noten im Staatsexamen nicht sehr gut aus. Eine di-rekte Übernahme in den Staatsdienst findet nicht statt, obwohl viele Referendare im Anschluss einen befristeten Aushilfsvertrag angeboten bekommen. Eine Plan-barkeit für die Betroffenen ist leider nicht gegeben. Eine kleine Verbesserung könnte im nächsten Schuljahr eintreten, da es spezielle Verträge geben wird, die eine Anstellung zum Halbjahr sicherstellen. So können die Betroffenen besser pla-nen. Wie die allgemeine Situation entschärft werden kann, ist eine große Heraus-forderung der nächsten Zeit in der Lehrerbildung.

Durch konkretes Nachfragen konnte Herrn Reichart während des Gespräches ein Einblick gegeben werden, wie die Stimmung an den Schulen gerade ist und welche schulpolitischen Probleme es noch zu lösen gibt. Einige Verbesserungen sind schon erreicht worden, doch ist das Ziel in den Augen der Vertreter des BLLV noch nicht erreicht.
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