Miteinander füreinander Projektkoordinatoren der „Nachbarschaftshilfe“ ziehen erste Bilanz

Günzburg: Stadt | Seit dem vergangenen Frühling hat sich die Günzburger „Nachbarschaftshilfe“ ein Ziel auf die Fahnen geschrieben: Hilfsbedürftige und Menschen, die helfen wollen, schnell und unbürokratisch zusammenbringen. Rund ein Dutzend ehrenamtliche Helfer beteiligen sich mittlerweile an dem gemeinsamen Projekt von Stadt Günzburg und Stellwerk. Jetzt haben die Koordinatoren, darunter auch Mitglieder des Günzburger Seniorenbeirats, ein erstes Fazit gezogen.

„Wir haben in den letzten Jahren die Erfahrung gemacht, dass immer mehr Menschen Hilfe benötigen. Doch wenn Familienangehörige weit weg wohnen und die nächsten Nachbarn zeitlich stark eingespannt sind, bleiben Hilfsbedürftige häufig auf sich allein gestellt“, erklärt Carmen Friedrich vom Freiwilligenzentrum Stellwerk. „Die Anfragen in den letzten Monaten haben uns gezeigt, dass die Nachbarschaftshilfe notwendig ist. Wir würden uns jedoch freuen, wenn noch mehr Menschen das Angebot in Anspruch nehmen.“

Ziel der Nachbarschaftshilfe ist, engagierte Helferinnen und Helfer, die ihren Mitmenschen bei verschiedenen Aufgaben und Tätigkeiten unter die Arme greifen wollen, mit Hilfsbedürftigen zusammenzubringen. Das breite Spektrum an Hilfeleistungen umfasst unter anderem: alte und kranke Menschen daheim besuchen, Besorgungen und Einkäufe übernehmen, Kinder betreuen, Menschen zum Arzt oder in die Kirche begleiten, kleine handwerkliche Tätigkeiten durchführen oder Menschen bei Behördengängen begleiten. Diese Hilfe ist kostenlos, lediglich Fahrten sollten mit 30 Cent pro Kilometer erstattet werden, damit den Ehrenamtlichen bei ihrer freiwilligen Tätigkeit keine Kosten entstehen.

Nicht geleistet werden indes medizinische und pflegerische Dienste oder hauswirtschaftliche Tätigkeiten. Diese Hilfen vermitteln ambulante Pflegedienste wie zum Beispiel die Ökumenische Sozialstation Günzburg. Das Angebot ergänzt die bestehenden Dienste. Mittlerweile unterstützen 17 Ehrenamtliche die Initiative, davon viele Mitglieder des Günzburger Seniorenbeirats.

Einmal pro Woche ist das Büro der Nachbarschaftshilfe besetzt, um Kontakte zwischen Hilfesuchenden und Helfern herzustellen. „Wir sind sehr froh, dass die Stadt Günzburg und das Stellwerk das Projekt unterstützen. Es ist ein gutes Gefühl, Hilfesuchende und Helfer zusammenbringen“, sagt Gerhard Skrebbas vom Seniorenbeirat. „Allerdings würden auch wir uns wünschen, dass noch mehr Menschen diesen kostenlosen Service in Anspruch nehmen.“

Auch Carmen Friedrich ermutigt Hilfesuchende, keine Scheu vor der Kontaktaufnahme zu haben: „Die ehrenamtliche Nachbarschaftshilfe ist nicht mit Gegenleistungen verbunden. Wer hilft, hilft gerne.“ Niemand könne Gutes tun, wenn es nicht Menschen gäbe, die diese Hilfe auch annehmen.

Oberbürgermeister Gerhard Jauernig förderte die Nachbarschaftshilfe von Beginn an: „Mit dem Projekt möchten wir vor allem ältere Menschen unterstützen, damit diese so lange wie möglich in ihrer gewohnten Umgebung leben können.“ Aber auch Familien, die Hilfe benötigen, seien willkommen.

Das Vermittlungsbüro ist montags von 14.30 bis 16 Uhr besetzt. Für diesen Zeitraum sucht die Nachbarschaftshilfe noch Menschen, die bei der Vermittlung der Hilfsangebote mithelfen möchten. „Es sind keine besonderen Qualifikationen erforderlich, sie sollten nur gerne telefonieren und einfach Lust haben, so eine gute Sache zu unterstützen“, beschreibt Carmen Friedrich die Anforderungen für freiwillige Koordinatoren. „Wir freuen uns über jeden, der sich im Rahmen der Nachbarschaftshilfe engagieren möchte“, ergänzt der OB.

Wer Unterstützung anbieten möchte oder braucht, kann sich jeden Montag 14.30 Uhr bis 16 Uhr telefonisch beim Vermittlungsbüro unter der Telefonnummer 08221-9301325 oder per E-Mail unter Nachbarschaftshilfe@rathaus.guenzburg.de melden. Für Rückfragen stehen außerdem die Mitarbeiter des Sachgebiets für Soziale Angelegenheiten unter Tel. 08221-903161 und das Freiwilligenzentrum Stellwerk unter Tel. 08221-9301010 zur Verfügung.

Über die Weihnachtszeit vom 22. Dezember bis 7. Januar ist das Büro der Nachbarschaftshilfe nicht besetzt. Gerne können Sie sich aber per Mail an das Projekt wenden.

Gerhard Jauernig
Oberbürgermeister
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