Landkreis Günzburg würdigt das zehnjährige Bestehen von Hartz IV – Langzeitarbeitslosigkeit bleibt ein Problem

Der Landkreis Günzburg zieht anlässlich des zehnjährigen Bestehens der Grundsicherung für Arbeitsuchende („Hartz IV“) - eine überwiegend positive Bilanz.

Landrat Hubert Hafner: „Die Arbeitsmarktreform hat im Landkreis Günzburg dazu beigetragen, dass sowohl die Hilfebedürftigkeit als auch die Arbeitslosigkeit bei den Leistungsbeziehern deutlich zurückgegangen ist. Sie befindet sich seit mehreren Jahren auf einem vergleichsweise sehr niedrigen Niveau.“

Die Zahl der leistungsberechtigten Personen reicht in einer Gesamtbetrachtung der letzten zehn Jahre von 3,8 % der Einwohner in Bayern bis 17,1 % in Berlin. Im Landkreis Günzburg sind es etwa 2,2%.

Die Weltwirtschaftskrise 2008/2009 hatte im Landkreis eine hohe Dynamik gerade des exportorientierten produzierenden Gewerbes aufgezeigt. Neben den Risiken der Exportabhängigkeit bietet aber gerade das produzierende Gewerbe immer ein großes Arbeitsstellenangebot auch für gering Qualifizierte. Dies zeigt die durchgehend gute wirtschaftliche Entwicklung seit dem Jahr 2010, die sich auch für die Leistungsberechtigten sehr positiv ausgewirkt hat.

Nicht zufriedenstellend lösen konnte das Hartz IV-System das Problem sich verfestigender Arbeitslosigkeit, selbst bei günstigen Arbeitsmarktbedingungen. Bei knapp der Hälfte der arbeitslosen Leistungsbezieher besteht eine Vielzahl von Hemmnissen, angefangen von gesundheitlichen und finanziellen Problemen bis hin zu ungenügender oder fehlender schulischer und beruflicher Vorbildung.

Landrat Hafner: „Arbeitslosigkeit allein ist für einen Teil der Leistungsbezieher nur eines ihrer Probleme, oft nicht das Größte. Hier bedarf es weiterer Anstrengungen, auch solche rechtlicher Art, um für diese Personengruppe sinnvolle Perspektiven aufzuzeigen. Es gilt die Motivation und das Eigenwertgefühl zu stärken, um mittelfristig ein Leben ohne Hartz IV führen zu können. Das sind Aufgaben, an die 2005 wenig gedacht wurde, die aber mehr eine sozialpädagogische denn eine arbeitsvermittlerische Ausrichtung erfordern.“

Die Betroffenen sind beim kommunalen Jobcenter gut aufgehoben. Über die Zusammenarbeit im Landratsamt sind die Wege zu den Angeboten von Kreisjugendamt, Sozialdiensten oder Schuldnerberatung kurz. Dies unterstützt die eigenen Initiativen des Jobcenters erheblich. Auch bestehen zu den Sozialverbänden und den lokalen Arbeitsanbietern enge Kontakte.
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