IHK-Konjunkturumfrage für den Landkreis Günzburg – Herbst 2014

  Günzburg: IHK Schwaben | Gedämpfte Erwartungen
Aktuell profitieren Unternehmen noch vom Auftragspolster


Im Herbst zeigt sich der Großteil der Günzburger Betriebe recht zufrieden mit der aktuellen Geschäftslage. Zwar war die Nachfrage nicht so dynamisch wie zum Jahresbeginn, aber die Unternehmen profitieren noch von einem dicken Auftragspolster und fühlen sich derzeit gut ausgelastet. Bei ihren Zukunftserwartungen sind die Firmen eher zurückhaltend. Die internationalen Konflikte und die wirtschaftspolitischen Schwächen der europäischen Nachbahrstaaten tragen zur Unsicherheit der Firmen bei. Dies sind die zentralen Ergebnisse der jüngsten Konjunkturumfrage der Industrie- und Handelskammer Schwaben für den Landkreis Günzburg unter Mitgliedsunternehmen aus Industrie, Bau, Handel und Dienstleistungen.

Die Günzburger Unternehmen beurteilen den Verlauf ihrer Geschäfte nicht mehr ganz so gut wie noch im Frühjahr. 38 Prozent gaben in der Umfrage die Bewertung „gut“ an, sechs von zehn Unternehmen „befriedigend“. Die Auftragssituation hingegen hat sich zwar in den letzten sechs Monaten leicht verbessert. Fast jeder dritte Betrieb im Landkreis berichtet von gestiegenem Auftragsvolumen, aber der Anteil der negativen Stimmen beläuft sich auf ein Viertel. „Die Nachfrage konnte leider auch über die letzten Monate ihre Dynamik vom Jahresbeginn nicht wieder zurückerlangen“, sagt Hermann Hutter, Vorsitzender der IHK-Regionalversammlung Günzburg, mit Blick auf die aktuellen Konjunkturzahlen. „Aber das nach wie vor dicke Auftragspolster beruhigt die Situation und sorgt für eine gute Kapazitätsauslastung.“ Dies bestätigen die Zahlen: Neun von zehn Betrieben sehen sich voll bzw. befriedigend ausgelastet. „Dahingegen hat sich der Kostendruck für fast 70 Prozent der Unternehmen erhöht“, gibt IHK-Regionalvizepräsident Roland Kober zu Bedenken. „Vor allem im Personalbereich ist die Belastung deutlich gestiegen.“

Erwartungen für die Zukunft gedämpft

Für die kommenden Monate erwarten die meisten Unternehmen weiterhin eine konstante Geschäftslage. Lediglich jeder Zehnte geht von einer Verschlechterung aus. Bei den Aufträgen prognostizieren 87 Prozent eine Verbesserung oder gleichbleibende Situation, das sind etwas weniger als noch zur Frühjahrsumfrage. Ein Rückgang der Nachfrage wird vor allem im Inland vermutet. „Die verschiedenen internationalen Konflikte verunsichern die Unternehmen“, so Kober weiter. „Auch die schwache Wirtschaftsentwicklung in den europäischen Nachbahrstaaten führt zu diesen gedämpften Aussichten.“

Zurückhaltende Investitionstätigkeit
Die Investitionspläne bleiben wie auch schon zum Frühjahr moderat. Sechs von zehn Firmen wollen das Investitionsvolumen unverändert lassen, der Anteil derjenigen, die planen mehr oder weniger zu investieren, beläuft sich jeweils auf 17 Prozent. Mit Neueinstellungen sind die Betriebe deutlich zurückhaltender als noch vor sechs Monaten. Aktuell will jeder zehnte Betrieb seine Beschäftigtenzahl erhöhen, damals war es fast jeder dritte. Gleichzeitig ist gegenüber dem Frühjahr auch die Zahl der Firmen, die den Personalbestand abbauen wollen, von elf auf sieben Prozent zurückgegangen. In diesem Zusammenhang weist Hutter auf ein weiteres Risiko hin: „Der demographische Wandel wird für die heimischen Unternehmen eine immer größere Herausforderung. Der zunehmende Fachkräftemangel wird in den nächsten Jahren auch für unsere Region ein wichtiges Thema sein.“

Eine Übersicht über die Konjunktur in Schwaben mit Analysen nach Branchen findet sich im Internet unterwww.schwaben.ihk.de, Dok.-Nr. 239782. Hier bietet die IHK Schwaben den Konjunkturindex als interaktive Grafik an, bei der Elemente variabel ein- und ausgeschaltet und einzelne Ausschnitte vergrößert werden können.
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