Schon in der Anfangsphase der sogenannten „Konversion des Fliegerhorst Leipheim“ hat die Stadt Leipheim ein Planungsbüro eingeschaltet. Es wurde untersucht, wie sich mit der Ansiedlung eines Gewerbegebiets die Verkehrsbelastung auf den Straßen in Leipheim und Umgebung entwickeln wird.
Das Planungsbüro kam zum Ergebnis, dass mit einer Mehrbelastung der Straßen zu rechnen ist. Um Abhilfe zu schaffen, wurde vorgeschlagen, entweder einen neuen Autobahnanschluss in Höhe von Bubesheim zu bauen, oder eine neue Entlastungsstraße, die das Interkommunale Gewerbegebiet südlich der Autobahn parallel zu dieser an die Anschlussstelle Günzburg-Deffingen anbindet. Von politischer Seite kam dann der Gedanke auf, ob es nicht sinnvoll wäre, ein Verkehrskonzept für den gesamten nördlichen Landkreis aufzustellen. Darin sollten alle Entwicklungen, die auf den Straßenverkehr Auswirkung haben, sowie Lösungsmöglichkeiten aufgezeigt werden.
Beim Treffen im Landratsamt wurde jetzt rege diskutiert: Soll in Bubesheim eine neue Autobahnanschlussstelle kommen? Werden damit alle Verkehrsprobleme geklärt? Oder muss zusätzlich ein Verkehrskonzept erstellt werden? Gibt es vielleicht eine Möglichkeit, durch verkehrslenkende Maßnahmen sofort eine Entlastung der Straßen zu erreichen?
Die Gemeinde Bubesheim hat noch nicht entschieden, ob sie in ihrem Gemeindegebiet wirklich eine Anschlussstelle haben will. „Die Meinungen sind geteilt. In der nächsten Gemeinderatssitzung wird darüber entschieden. Doch selbst wenn wir dafür sind, ist nicht sicher, ob eine Anschlussstelle wirklich kommt. Da müssen noch viele Hürden genommen werden. Die Verwirklichung wird sicher noch Jahre dauern. Deshalb sollten wir jetzt über eine stringente Verkehrslenkung nachdenken, die schon bald den Verkehr aus unseren Gemeinden herausnimmt,“ meint Bürgermeister Walter Sauter aus Bubesheim.
Günzburgs Oberbürgermeister Gerhard Jauernig hat vorrangig die Verkehrsbelastung in Günzburg auf der B 10 - Ulmer Straße, Schlachthausstraße bis Siemensstraße - vor Augen, die keinesfalls schlimmer werden soll. Er wünscht sich deshalb dringend, dass sich der Gemeinderat in Bubesheim für die Anschlussstelle entscheiden kann. Aber auch er weiß, dass das dies eine langfristige Lösung sein wird und bittet dringend um Prüfung, ob Verkehrslenkungsmaßnahmen möglich sind, um vielleicht schon jetzt eine Verbesserung der Situation zu erreichen. „Es kann nicht sein, dass Lkw durch die Stadt fahren, wenn sie alternative Möglichkeiten haben, in die Gewerbegebiete zu kommen.“
Da der zunehmende Verkehr für den gesamten nördlichen Landkreis Auswirkungen haben wird, ist Bürgermeister Christian Konrad von Leipheim – ungeachtet der Entscheidung für oder gegen eine Autobahnanschlussstelle – für die Aufstellung eines Gesamtkonzeptes für den gesamten nördlichen Landkreis.
Bauamtsdirektor Wilhelm Weirather, Leiter des Staatlichen Bauamts, hält ein umfassendes Konzept gegenwärtig nicht für effektiv. Die Gemeinden haben Planungshoheit. Ein Verkehrskonzept wäre für sie nicht verbindlich. Es ist also fraglich, ob die darin entwickelten Vorstellungen über eine künftige Verkehrsführung berücksichtigt werden. Er plädierte deshalb dafür, sich bald für eine konkrete Lösung zu entscheiden und diese konsequent zu vertreten. Sowohl eine neue Anschlussstelle als auch eine Entlastungsstraße südlich der Autobahn sind denkbar. Er gibt aber zu, dass beides schwer zu verwirklichen sein wird.
Landrat Hafner will das Thema der Verkehrsproblematik im nördlichen Landkreis nun verstärkt angehen. „Die anliegenden Gemeinden haben große Sorge, dass ihre jetzt schon stark befahrenen Straßen, vor allem die Ortsdurchfahrten, immer stärker belastet werden. Es ist Zeit, jetzt die richtigen Entscheidungen zu treffen,“ so Hafner. Sobald in Bubesheim feststeht, ob die Gemeinde einem neuen Autobahnanschluss zustimmt, sollen die Bürgermeister des nördlichen Landkreises nochmals zusammenkommen und dann entscheiden, ob nun ein Konzept erstellt werden soll.
Hafner will auch den Vorschlag einer Verbesserung der Verkehrslenkung prüfen lassen. Die Verkehrsbehörden der Stadt Günzburg und des Landratsamtes werden zusammen mit dem Staatlichen Bauamt abklären, ob es Möglichkeiten für eine Verkehrslenkung gibt. „Wir müssen einen Versuch starten. Vielleicht gibt es damit schon eine erste Entlastung der Gemeinden.







