Der Günzburger Markplatz, einer der schönsten Markplätze Schwabens!
Im Verlauf der Jahrhunderte hat der 250 m lange Günzburger Markplatz viele Veränderungen erfahren. Der letzte große Wandel war bis 1984 vollzogen. Am 22. und 23. September 1984 wurde der umgebaute Marktplatz eingeweiht. Heute, 25 Jahre nach dem letzten großen Umbau, bietet er seinen Besuchern ein fast schon mediterranes Flair. Das urbane Leben am Marktplatz pulsiert. Einheimische und Gäste strömen an warmen Sommertagen in Massen auf den Marktplatz. Trotz vieler Restaurants, Cafes und Eisdielen muss man lange suchen und, sofern das Glück einem hold ist, kann man möglicherweise noch einen freien Tisch finden.
Der heutige Marktplatz war nicht der erste Marktplatz Günzburgs. In der von den Römern gegründeten Stadt Günzburg, Castell Guntia, befand sich der erste Marktplatz im Bereich zwischen Ulmer Straße, Schmied- und Wagnergasse sowie der Spitalkirche. Erst im 14. Jahrhundert wurde der heutige Marktplatz von den Habsburgern bei der Planung der oberen Stadt in den auch heute noch stattlichen Dimensionen geplant. Ausschlaggebend waren letztlich militärische Überlegungen. Es ist nicht zuletzt diesen Ausdehnungen zu verdanken, dass sich hier beachtliche Wochen- und Jahrmärkte etabliert haben. Seit dem frühen 15. Jahrhundert herrscht hier an jedem Dienstagvormittag emsige Geschäftigkeit auf dem stattfindenden Wochenmarkt. Diverse Jahrmärkte finden übers Jahr (Termine am Ende des Artikels) verteilt hier statt. Dann wäre da noch der Günzburger Nikolausmarkt am 05. Dezember eingebettet in den 10-tägigen Weihnachtsmarkt. Nicht zu vergessen das Guntiafest, das jährlich am letzten Wochenende im Juni (Samstag und Sonntag, wobei beide im Juni liegen müssen) stattfindet.
Die Postroute Wien - Paris führte über den Günzburger Marktplatz. Viele Bauten aus dieser Zeit sind auf dem beeindruckenden Marktplatz erhalten. Günzburg erhielt übrigens wegen des Charmes seiner Häuser und Plätze den Beinamen "Klein-Wien".
25 Jahre nach dem letzten Umbau genießen wir die Annehmlichkeiten des (fast) autofreien Marktplatzes und die südlich anmutende Ausstrahlung des Platzes. Ein Jubiläum, auf das man sich durchaus einen Eisbecher genehmigen kann. Übrigens gibt es in diesem Jahr noch ein Jubiläum, das auch im Zusammenhang mit dem Marktplatz steht. Im Jahre 1609 verlegte Markgraf Karl seine Residenz vom Schloss Ambras bei Innsbruck nach Günzburg. Er war täglicher Besucher des Marktplatzes.
Termine der Jahrmärkte: Am 1. Sonntag in der Fastenzeit, am 1. Sonntag im Mai (fällt der 1. Mai auf einen Sonntag, findet der Markt am 2. Sonntag statt), am 2. Sonntag im Oktober, am Sonntag vor Katharina (25. November) bzw. falls der 25. November ein Sonntag ist direkt am Sonntag.



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