Demografischer Wandel als Chance für die Region - Potenziale nutzen für Gesellschaft und Wirtschaft
Im Landkreis Dillingen leben über 16.000 Einwohner, die 65 Jahre und älter sind. Damit stellt diese Gruppe 17,1 Prozent der Landkreis-Gesamtbevölkerung dar. Dies geht aus aktuellen Zahlen des Bayerischen Landesamtes für Statistik und Datenverarbeitung hervor.
Zum Vergleich: Im Jahr 1970 waren es nur 12,6 Prozent. Die Daten zeigen, dass sich der demografische Wandel auch im Landkreis Dillingen deutlich bemerkbar macht. „Doch diese Entwicklung birgt nicht nur Probleme, sondern bringt auch Chancen, die nur richtig genutzt werden müssen“, ist der schwäbische Europaabgeordnete Markus Ferber überzeugt. Die Europäische Union befasst sich bereits intensiv mit den Herausforderungen der veränderten Altersstrukturen, die in ganz Europa zu spüren sind: So wird sich EU-weit der Anteil der über 65-Jährigen an der Bevölkerung bis 2050 auf etwa 30 Prozent verdoppeln. Der Anteil der über 80-Jährigen wird sich im selben Zeitraum sogar auf gut über elf Prozent verdreifachen. Ferber: „Europa möchte vor allem das wirtschaftliche Potenzial älterer Menschen intensiver fördern, außerdem muss ihr lebenslang gesammeltes Wissen verstärkt der Gesellschaft zugute kommen“. Aus diesem Grund plant die EU, Gelder aus den Strukturfonds, darunter der mit 70 Milliarden Euro ausgestattete Europäische Sozialfonds, für Initiativen auf regionaler und nationaler Ebene bereitzustellen. „Von diesen Fördermitteln könnten mittelfristig auch lokale Aktionen profitieren“, so Ferber.
Märkte erschließen
Als äußerst interessant, angesichts des Demografiewandels, zeigen sich übrigens die Prognosen für den privaten Konsum: So gaben die über 65-Jährigen in Deutschland für ihren Privatverbrauch nach Angaben des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) in der Vergangenheit jährlich zirka 228 Milliarden Euro aus. Bis 2020 soll der private Konsum der „Golden Oldies“ auf etwa 274 Milliarden Euro klettern und weiter auf zirka 309 Milliarden Euro bis zum Jahr 2050. „Auch schwäbische Unternehmen müssen sich auf diese wachsende Konsumentengruppe einstellen“, rät Ferber. Dabei ließen sich viele Produkte schon heute besser verkaufen, wenn sie an die Bedürfnisse der Senioren angepasst wären. In diesem Zusammenhang plant die EU, im Zuge des 7. Forschungsrahmenprogramms, die Entwicklung von Dienstleistungen und Gütern für ältere Menschen zu unterstützen. „Wenn hier Ideen und Impulse richtig umgesetzt werden, warten auch auf die regionale Wirtschaft enorme Absatzpotentiale, Wachstumschancen sowie die Sicherung von Arbeitsplätzen“, so Ferber.

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