BBB- „Oktoberfest“ in Leipheim

Moderator Gerhard Skrebbas, Gerlinde Woppmann (BBB-Landesfrauenvertreterin), CSU-Vertreterin Ruth Niemetz, MdL Margarethe Bause (die Grünen),Geschäftsführerin Ulrike Freund (Gold Ochsen Brauerei Ulm), BBB-KA-Vorsitzender Hubert Götz (Dillingen), BBB-KA-Vorsitzende Annette Kleer (Neu Ulm) und 1. Bürgermeister Christian Konrad (Leipheim)
 
Das Diskussionspodium
Im Rahmen seines jährlichen „Oktoberfestes“ trafen sich die Mitglieder der „Donaukreisdreifaltigkeit“ aus den BBB-Kreisausschüssen Neu-Ulm, Günzburg und Dillingen, verstärkt durch Kollegen aus Memmingen und dem Unterallgäu, im Saal des Hotel „Zur Post“ in Leipheim. Zu dieser bereits zum achten Mal durchgeführten Gemeinschaftsveranstaltung des Bayerischen Beamtenbundes der drei Landkreise hatten die Kreisausschussvorsitzenden Annette Kleer (Neu-Ulm), Hubert Götz (Dillingen) und Gerhard Skrebbas (Günzburg) die Angehörigen des öffentlichen Dienstes nach Leipheim eingeladen. Rund 70 Mitarbeiter der verschiedensten Verwaltungen waren gekommen. Zu einer Podiumsdiskussion zum Thema „Frauenquote, ja und nein“ hatten sich die Staatsdiener mit Margarathe Bause, MdL der Grünen, Gerlinde Woppmann, Landesfrauenvertreterin des BBB und Ulrike Freund, Geschäftsführerin der Gold Ochsen Brauerei Ulm vier „Powerfrauen“ eingeladen. Die Günzburger CSU-Vorsitzende Dr. Ruth Niemetz hatte kurzfristig den vierten Platz auf dem Diskussionspodium übernommen. Der stv. Günzburger Landrat Alfons Schier, der Geschäftsführer des Beamtenbundes Baden-Württemberg Peter Ludwig und der Leipheimer Bürgermeister Christian Konrad waren ebenfalls der Einladung und hatten sich unter die Mitarbeiter des öffentlichen Dienstes gemischt. In seinem Grußwort stellte Bürgermeister Konrad zum Diskussionsthema fest, dass in der Stadtverwaltung der Güssenstadt die Frauenquote mehr als erfüllt sei und er mit „seinen“ Frauen absolut zufrieden ist. Natürlich gibt es in anderen städtischen Betrieben auch tätigkeitsbezogene Unterschiede. So besteht bei den Kindergärten eine 100% Frauen-, im Bauhof dagegen eine 100% Männerquote. Als Diskussionsgrundlage informierte Moderator Gerhard Skrebbas die Anwesenden über die aktuelle Frauenquote in den Führungsetagen (Vorstand u. Aufsichtsrat) der 160 DAX-Unternehmen. Nach dem offiziellen Women-on-Board-Index haben sich 11,6 % Frauen in die Unternehmensspitzen vorgearbeitet. In 36 Unternehmen gibt es noch gar keine Frau im absoluten Führungsbereich. MdL Margarethe Bause stellte dazu fest, dass die Luft für Frauen umso dünner wird, je höher die Machtposition und damit das Einkommen ist. „Die Karriereleiter der Männer hat einfach ein paar Sprossen mehr.“ so das MdL. Nach Meinung der BBB-Frauenvertreterin Gerlinde Woppmann ist die Spitze des öffentlichen Dienstes zwar anders strukturiert, aber auch hier besteht ein erheblicher Nachholbedarf für Frauen. „Man muss den Frauen eine Chance geben, auch wenn familienfreundliche Arbeitszeiten für den einen oder anderen Chef ein Problem darstellen.“ fordert die BBB lerin. Als Geschäftsführerin eines mittelständischen Unternehmens sieht Frau Freund keine Möglichkeit auf Quoten zu achten. Sie kann und will nur nach Qualifikation und Eignung ihre Toppositionen besetzen. Sie macht auch kein Hehl draus, dass insbesondere Schwangerschaften zu unterschiedlichen Ansätzen zwischen Mann und Frau im Beruf führen. Dr. Ruth Niemetz warnte vor Diskriminierung von Frauen gerade wegen des Ausfallfaktors „Schwangerschaft“. Auch sie sprach sich für eine Frauenquote aus, stellte aber fest, dass diese Forderung durchaus auch eine Altersfrage ist, da jüngere Frauen mit diesem Thema durchaus „taffer“ umgehen und nicht unbedingt Freundinnen der Quote sind. Auf die Frage eines Diskussionsteilnehmers, wie weit „hinab“ die Quote reichen sollte, zitierte Moderator Skrebbas die bayerische Staatsministerin Christine Haderthauer, die fordert, dass die Unternehmen verpflichtet werden, sich ab der mittleren Führungsebene eine verbindliche Quote zu geben. „Ein paar Goldröckchen“ im Aufsichtsrat helfen den Frauen im Rest des Unternehmens nicht weiter.“ so die Staatsministerin. Zusammenfassend stellte der Moderator ein 3 : 1 für die Quote bei seinen Diskutantinnen fest. Allerdings war es auch gemeinsame Erkenntnis, dass bei einer Quotenforderung zwischen DAX-Unternehmen und Mittelständlern unterschieden werden müsse. Übereinstimmend war man auch der Meinung, dass für eine erfolgreiche Einführung einer Quote geänderte Rahmenbedingungen wie Betriebskindergärten oder auch gleiche Bezahlung geschaffen werden müssen.
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Weiterveröffentlichungen:

myheimat-Stadtmagazin günzburger | Erschienen am 16.11.2013
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