7200 Jahre Einsatz für das Ehrenamt

„Für ihr über 30-jähriges Engagement im Ehrenamt der IHK Schwaben wurden im Haus Sankt Ulrich in Augsburg 103 Prüferinnen und Prüfer geehrt. Auf dem Bild v.l.: IHK-Regionalgeschäftsführer Wirtschaftsraum Augsburg Thomas Schörg, Reinhold Doss, Günzburg, Hans-Peter Flötzner, Günzburg, Rolf Hochwald, Röfingen, Wilhelm Fritz, Burgau, Rudolf Imminger, Günzburg, Wilhelm Baierl, Dornstadt, Ernst Jäger, Ichenhausen und Ehrenpräsident der IHK Schwaben Hans Haibel.“

Die IHK Schwaben bedankt sich bei ihren rund 200 treuesten Prüferinnen und Prüfern für deren langjähriges Engagement.

Ein schwäbisches Sprichwort besagt: „Nix gesagt is‘ genug gelobt.“ Auch wenn diese Weisheit für den ein oder anderen sparsamen Schwaben einleuchtend erscheinen mag, so wurde für die rund 200 am längsten gedienten Prüfer der IHK Schwaben diesbezüglich eine Ausnahme gemacht. Denn wie Hans Haibel, Ehrenpräsident der IHK Schwaben, in seiner Laudatio im Haus St. Ulrich betonte, handelte es sich um „eine Ehrung, die es in dieser Form noch nie gegeben hat“. Summierte man nämlich die Dienstzeiten der dort anwesenden Prüfer auf, so kam man auf insgesamt über 7200 Jahre ehrenamtliche Tätigkeit. Eine Zahl, angesichts derer wohl der sparsamste Schwabe von seinem Credo ablassen würde.

Gradmesser für die Qualität des Nachwuchses

Der Produktionsstandort Bayerisch-Schwaben steht über die Grenzen Deutschlands hinaus für Nachhaltigkeit und höchste Qualitätsansprüche. „Ein solcher Qualitäts-Standard kann einer Region nicht einfach zugesprochen werden. Er muss jeden Tag aufs Neue durch hervorragende Arbeit aufrecht erhalten werden“, so Haibel. Qualitativ hochwertige Arbeit erfordert wiederum gut ausgebildete Fachkräfte, doch wer legt die Messlatte dafür? Wer kümmert sich darum, dass das Know-How, das unsere Fachkräfte auszeichnet, stets den aktuellen Anforderungen der Wirtschaft entspricht? Dass erlerntes Wissen weiterentwickelt wird, um auch morgen noch den hohen Ansprüchen an unseren High-Tech-Produktionsstandort gerecht zu werden? „Dieser Gradmesser sind Sie, liebe Prüferinnen und Prüfer“, schloss Haibel. „Sie setzen die Standards. Sie sichern die Qualität des Fachkräftenachwuchses in Schwaben. Dafür danke ich Ihnen im Namen unserer schwäbischen Unternehmen von ganzem Herzen.“

„Reich wird man als Prüfer gewiss nicht...“

Seit 38 Jahren prüft Anton Feuerstein aus Pfaffenhofen nun bereits für die IHK Schwaben gelernte Schuhfertiger. Ein Beruf der auf den ersten Blick etwas exotisch klingt – laut Feuerstein jedoch nach wie vor sehr gefragt ist. „Bewerber für den Beruf des Schuhfertigers gibt es Jahr für Jahr genug. Natürlich wird mittlerweile ein großer Teil maschinell hergestellt oder billiger im Ausland produziert. Endgültig wird man den Schuhfertiger jedoch niemals durch eine Maschine ersetzen können“, erklärt der 69-Jährige. „Womit unsere Branche eher zu kämpfen hat, ist nicht die Quantität, sondern die Qualität der Bewerber. Sie bringen nicht mehr die gleiche Eignung mit wie früher.“
Feuerstein, der viele Jahre als Ausbilder in der Leplat GmbH in Neu-Ulm tätig war, erklärt, warum ihm das Prüfen auch nach knapp 40 Jahren noch Spaß macht: „Reich wird man als Prüfer gewiss nicht“, erzählt er lachend. „Was für mich an erster Stelle steht, ist den Kontakt mit der Jugend nicht zu verlieren und mich außerdem ständig mit Experten meiner Branche austauschen zu können.“

Weiterveröffentlichungen:

myheimat-Stadtmagazin günzburger | Erschienen am 17.02.2012
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