Schnitt von Zier- und Obstgehölzen im August

Bei vielen Gartenbesitzern besteht die Meinung, dass Gehölze nur im Winterhalbjahres zu schneiden sind. Doch können sowohl Obst- als auch Ziergehölze in der Regel im Winter und im Sommer geschnitten werden können, ohne Schaden zu nehmen.

Ausnahmen sind Gehölze mit starkem Saftdruck wie Walnuss, Birke, Ahorn und Goldregen. Sie sollten nicht im Frühjahr, sondern nur von August bis Oktober geschnitten werden. Auch für die Süßkirsche ist ein Schnitt im Spätsommer günstiger, denn sie antwortet auf den Winterschnitt häufiger mit Gummifluss.
Sommerbehandlungen im belaubten Zustand können grundsätzlich bei allen starkwachsenden Baum- und Strauchobstarten angewendet werden. Diese Maßnahmen hemmen das Triebwachstum des Folgejahres, indem grüne Blätter, also Assimilationsfläche, weggenommen werden. Gleichzeitig fördern sie die Fruchtbarkeit und den Blütenansatz.

Bei starkwachsenden Bäumen kann man den Winterschnitt so für eine bestimmte Zeit ganz oder teilweise ersetzen. „Durch den Sommerschnitt können die Bäume vom Stadium, in dem sie viele starke Jungtriebe, aber wenig Fruchtholz bilden, rasch in den Zustand von schwachem Neuaustrieb mit hohem Besatz an Fruchtholz übergeführt werden“, erklärte die Kreisfachberatung für Gartenkultur des Landkreises.

Diese für den Obstbau genutzten Vorteile lassen sich auch auf Ziergehölze anwenden. Hier gilt es jedoch zu beachten, ob der Baum oder Strauch am ein- oder mehrjährigen Holz blüht und wann die Blütenanlage erfolgt. Wenn man nicht aufpasst, kann es sein, dass im nächsten Jahr die Blüte ausbleibt. Sind einzelne Blütensträucher jedoch zu dicht geworden, können ohne weiteres ganze Äste entnommen werden. „Denn grundsätzlich gilt für alle Gehölze: Der Frühjahrsschnitt regt das Austreiben und Dichtwerden an, der Sommerschnitt bremst das Wachstum“ so Kreisfachberater Josef Stocker.

Dennoch sind Schnittmaßnahmen im Sommer kein Allheilmittel zur Lösung aller Probleme. Deshalb sollte man es nicht übertreiben. Nicht angesagt, ja sogar kontraproduktiv ist ein Sommerschnitt bei sehr schwach wachsenden Gehölzen und bei hoher Sonneneinstrahlung und Hitze, hier besteht Sonnenbrandgefahr!
Liegt beim Apfel der durchschnittliche Triebzuwachs deutlich über 30-50 cm, je nach Sorte, so kann zur Beruhigung des Wachstums für 1-2 Jahre überwiegend im Sommer geschnitten werden. Direkt nach der Ernte ist ein günstiger Termin zum Schneiden und Korrigieren von starkwachsenden Süßkirschenbäumen.
Die gilt auch für Johannis- uns Stachelbeeren. Hier werden abgetragener Triebe, die älter als 4-5 Jahre sind, entfernt. Durch diese frühe Maßnahme können sich die jüngeren Triebe und deren Knospen besser entfalten. Sie bekommen mehr Licht und eine bessere Versorgung.
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