Mehr Biogas-Wärmenetze für den Klimaschutz

Beim ersten Umsetzungstreffen des Energiepakts am 15. April 2015 wurde das Schwerpunktthema 2015 vorgestellt. So werden sich die Kommunen des Landkreises die nächsten Monate verstärkt mit der Frage auseinander setzen, ob bisher schlecht genutzte Abwärme mancher Biogasanlagen durch weitere Nahwärmenetze effizienter verwertet werden könnte.

Landrat Hubert Hafner eröffnete die vom Klimaschutzbüro des Landkreises organisierte Veranstaltung, an der mehr als dreißig Bürgermeister und Energiebeauftragte der Gemeinden teilnahmen. „Mit einem weiteren Nahwärmenetz können jedes Jahr mehr CO2-Emissionen vermieden werden, wie ein Tanklastzug an Volumen von Heizöl hat“, so der Landrat in seiner Begrüßungsansprache. Der Bürgermeister von Winterbach, Karl Oberschmid, koordiniert den bayernweit vorbildlichen Energiepakt, zu dem sich 29 Kommunen zusammen geschlossen haben. „Wir haben vergangenes Jahr einen Pakt für mehr Klimaschutz unterzeichnet. Nun zeigt sich, dass diesem Versprechen auch Taten folgen“, betonte er in seinem Vortrag und belegte dies mit zahlreichen Beispielen kommunalen Klimaschutzengagements der Kreisgemeinden. Der Energiepakt ist offensichtlich ein hilfreiches Instrument, Klimaschutz systematisch in den Gemeinden umzusetzen. Die Erzeugung erneuerbarer Energien sei bereits heute teilweise günstiger als die Verbrennung fossiler Rohstoffe. Daraus resultierend sei eine Reform des Erneuerbaren-Energie-Gesetzes (EEG), welche für Mitte 2016 erwartet wird, dringend nötig. Wichtig ist, dass die dezentrale Erzeugung, die Speicherung und der Verbrauch zu marktgängigen Preisen faire Rahmenbedingungen (Marktdesign) bekommen, forderte Oberschmid. Im Hauptvortrag von Hannes Geitner, Erneuerbare-Energien-Berater für Nordschwaben vom Landwirtschaftsamt Krumbach, wurde das Wärmepotential der Biogasanlagen im Landkreis umfassender formuliert: Nach seiner Einschätzung entsteht im Landkreis Günzburg durch die Abwärme von den 54 Biogasanlagen eine Energie, die mehr als sieben Millionen Litern Heizöl im Jahr entspricht. Sicher lässt sich dieses Potential nur teilweise für Nahwärmenetze nutzen. Bisher wurden höchstens bei einem Viertel der Biogasanlagen hochwertige Wärmenutzungskonzepte umgesetzt. Er ist überzeugt, dass im Landkreis weitere Nahwärmenetze entstehen können. Erste Voraussetzung ist, dass Biogaserzeuger, Gemeindeverwaltungen und natürlich auch anschlussfähige Bürger und Unternehmen den Kostenvorteil und den Umweltnutzen erkennen. Auch die Umsetzung gelingt durch dieses gemeinsame Engagement am besten: In Rettenbach und Waltenhausen gibt es gute Strukturen für ein weiteres Nahwärmenetz, wurde durch die anschließende Diskussion deutlich. Der zweite Gastvortrag befasste sich mit der eigenverbrauchsoptimierten Photovoltaiknutzung für kommunale Gebäude. So lässt sich auf Schulgebäuden oder Verwaltungen durch richtig dimensionierte PV-Anlagen weiterhin bares Geld einsparen, berichtet Dr. Hans-Jörg Barth vom Energie- und Umweltzentrum Allgäu.
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