Im Umweltschutz sind die Kleinen ganz groß - Stadt verleiht Agenda-Diplome an Grundschüler

Was schwimmt denn da? Auf dem Weg zum Agenda-Diplom beschäftigten sich einige Grundschulklassen mit dem Lebensraum Wasser. Foto: Stadt Günzburg.
Zahlreiche Grundschülerinnen und Grundschüler sind als junge Umweltexperten in die großen Sommerferien gestartet. In den vergangenen Monaten haben sie sich in ihren Klassenzimmern und bei Ausflügen durch Günzburg mit den Themen Natur- und Umweltschutz beschäftigt und viel über ihre Verantwortung gegenüber kommenden Generationen gelernt. Dafür wurden die Schüler jetzt mit dem Agenda-Diplom der Stadt Günzburg ausgezeichnet.

An dem mehrmonatigen Umweltbildungsprogramm hatten sich sämtliche dritten und vierten Klassen der Grundschule Südost, der Grundschule Auf der Bleiche, der Grundschule Wasserburg und der Grundschule Reisensburg sowie mehrere Klassenverbände der Montessori-Weltkinderschule beteiligt.

Durch die Teilnahme an verschiedenen Modulen lernten die Schüler abstrakte Begriffe wie Nachhaltigkeit, ressourcenschonendes Wirtschaften und soziale Gerechtigkeit kennen. Dabei waren sie etwa als Energiedetektive mit dem Messgerät zuhause unterwegs, lernten im Wald Bäume und Tiere kennen, experimentierten mit Sonnen- und Windenergie oder begaben sich auf die Suche nach Köcherfliegenlarven.

„Mit dem abstrakten Begriff Biodiversität können Kinder in der dritten Klasse nicht viel anfangen. Aber wenn es darum geht, Vogelnistkästen zu bauen und im Schulgarten aufzuhängen, Schmetterlingsbeete anzulegen oder ein Insektenhaus zu bestücken, dann wird der Begriff mit Leben gefüllt“, so Diplom-Biologin Barbara Dippel, die im Auftrag der Stadt die Module an den Schulen durchführt.

Insgesamt sieben Module standen in diesem Jahr auf dem Schulplan: „Lebensraum Wald“, „Lebensraum Wasser“, „Lebensraum gestalten“ und „Energie und Klima“ sowie die beiden Angebote „Schokoladenwerkstatt“ und „Klimafrühstück“. In der „Schokoladenwerkstatt“ erfuhren die Schüler vom weiten Weg der Schokolade, den Arbeitsbedingungen auf der Plantage und von der Idee des fairen Handels und stellten ihre eigene Schokolade her.

Beim Klimafrühstück bewerteten die Schüler die Lebensmittel nach verschiedenen Kriterien: ob sie regional angebaut wurden, wieviel Energie zur Herstellung nötig war, ob Verpackung und Transport notwendig waren oder wie die Lebensmittel erzeugt wurden. „Ein Frühstück kann viel Energie verbrauchen oder wenig, je nachdem wie viele pflanzliche oder tierische Produkte auf dem Tisch stehen, ob die Lebensmittel weit gereist sind oder die Erdbeeren gerade reif sind“, schildert Barbara Dippel. Mit zahlreichen Einkaufstipps und einem Saisonkalender lernten die Schüler, wie ihre Essgewohnheiten das Klima beeinflussen.

Um das Agenda-Diplom zu erlangen, befassten sich die Schulklassen mit zwei Themen aus den Bereichen „Natur und Energie“ sowie einem Thema aus dem Bereich „Konsum und Lebensstil“. Umweltbeauftragte Christine Hengeler erklärt: „Die einzelnen Module zeigen auf spannende, vielfältige und vor allem kindgerechte Weise, wie wichtig verantwortungsvolles Handeln ist, und wie viel Spaß es machen kann, seinen Beitrag für eine gute Zukunft zu leisten.“

Nach der Präsentation ihrer gewählten Module in der Klasse oder in der Schule erhielten alle Schüler eine Urkunde und ein kleines Geschenk. „Ein toller Erfolg mit einem überzeugenden Konzept“, würdigt Oberbürgermeister Gerhard Jauernig den guten Zuspruch.

Seit letztem Jahr bietet die Stadt Günzburg das Agenda-Diplom für die dritten und vierten Grundschulklassen an. Entwickelt hat das Umweltbildungsangebot die Umweltpädagogin Barbara Dippel im Auftrag der Stadt Günzburg, betreut wird es von der städtischen Umweltfachkraft Christine Hengeler. Ziel des Bildungsangebots ist es, Schüler im Alter von 8 bis 11 Jahren für die Belange einer wirtschaftlich nachhaltigen Entwicklung, die auch sozial und ökologisch verträglich ist, zu sensibilisieren.
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Weiterveröffentlichungen:

myheimat-Stadtmagazin günzburger | Erschienen am 20.09.2014
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