"Ich mag meinen Jäger, weil..." Imagekampagne des Bayerischen Jagdverbandes - November 2011

(Foto: BJV)
Anfang November feiern die bayerischen Jäger „Ihren“ Heiligen, den Heiligen Hubertus. Und da erklingen vielerorts wieder einmal die Jagdhörner, in der Kirche zur Hubertusmesse. Es ist schon erstaunlich, wie sehr der Klang der Hörner uns berührt. Vielleicht weil die Wurzeln des Jagdhorns tief in die Geschichte der Menschheit zurückreichen?
Unsere Vorfahren verwendeten als Jagdhorn die Hörner von Rindern, bis aus Bronze getriebene Blechhörner das Ur-Horn ablösten. Heutzutage werden Messinghörner verwendet, hauptsächlich das Fürst-Pless-Horn und das Parforce-Horn. Das „Fürst-Pless“, benannt nach dem Fürsten von Pless, Oberjägermeister unter Kaiser Wilhelm dem I. und II., ist das wichtigste Jagdhorn. Es ist ein reines Naturhorn, ohne Ventile, Grifflöcher oder Klappen. Auf ihm kann man maximal sieben Naturtöne blasen, meistens werden aber nur fünf davon genutzt. Der Ton wird durch die unterschiedliche Spannung der Lippen erzeugt. Das sieht ganz leicht aus, verlangt aber schon ziemlich viel Übung, um schöne Töne herauszukriegen.
Auf großen Gesellschaftsjagden dient das Jagdhorn als Kommunikationsinstrument und garantiert die Sicherheit. Mit so genannten Jagdsignalen wird das Zeichen zum Aufbruch oder, noch viel wichtiger, zum Ende der Jagd gegeben. Mit dem Signal „Jagd vorbei“ muss jeder sein Gewehr entladen. Danach ist kein Schuss mehr erlaubt. Die Jäger mögen das Signal „zum Essen“ am liebsten, denn das verkündet: Jetzt ist Mittagspause. Dann gibt es noch die so genannten Totsignale. Sie werden am Ende des Jagdtages zu Ehren des erlegten Wilds geblasen. Jedes Wildtier hat sein eigenes Signal, wie etwa „Hirsch tot“, „Sau tot“ oder „Fuchs tot“. Das Parforce-Horn ist viel größer als das „Fürst Pless“, es kommt aus Frankreich aus der Zeit der großen Parforcejagden am Hofe des Sonnenkönigs. Auf dem Parforce-Horn kann man mindestens 12 unterschiedliche Töne blasen. Es wird oft in der klassischen Musik eingesetzt, wie etwa in der Oper „Freischütz“ von Carl Maria von Weber oder in Joseph Haydns „Oratorium der Jahreszeiten“


Das Jagdhorn erscheint auf den ersten Blick ein Musikinstrument, wie jedes andere auch. Für den Jäger und Jagdhornbläser ist es viel mehr: Das Horn dient ihm bei der Jagd als wichtige Kommunikationshilfe. Und - man bläst es in der Regel nicht allein. Jagdhornblasen hat immer etwas mit anderen Menschen zu tun, mit der Gesellschaft, mit Gemeinsamkeit. Die Bläsergruppe im Jägerverein kommt viel herum: Bei der Jagd, bei Geburtstagen, bei Hochzeiten, bei Wettbewerben und natürlich bei der Hubertus-Messesind sie dabei. Es ist ein schöner alter Brauch, ein Jägerleben mit dem Horn zu verabschieden, dem Jagdkameraden mit Hörnerklang die letzte Ehre zu erweisen. Jagdhornblasen ist eine ganz besondere Art und Weise, den Lebensgefühlen des Menschen Ausdruck zu verleihen, das Leben mit Werten zu bereichern, die es für Geld nicht zu kaufen gibt. Wenn man zum Beispiel nach der gemeinsamen Jagd „die Strecke verbläst“, hat man ganz andere Gedanken und Gefühle, als ein Außenstehender vermuten mag. Man verschmilzt gewissermaßen mit dem Augenblick und vor dem inneren Auge taucht alles auf, was diesen Moment überhaupt möglich gemacht hat. Erinnerungen werden wach, an die schrägen Töne bei den ersten Hornübungen, an die mühevollen gemeinsamen Übungsstunden. Ein stolzes Gefühl macht sich breit, jetzt gehört man dazu, zu denen, die dem Horn Klänge entlocken können und so zum krönenden Abschluss eines gelungenen Jagdtages beitragen. Dazu gehört auch die Erkenntnis, dass man Wildtiere erbeutet hat und das ist nichts Alltägliches. In dem man seinen Mitgeschöpfen die letzte Ehre erweist, erfährt man sehr intensiv wie wertvoll das Leben ist und wie dankbar man dafür sein sollte. Man geht nicht jeden Tag auf die Jagd und erlegt ein Stück Wild.
Ob in der Oper, bei einem Fest oder auf der Jagd: Hörnerklang versetzt uns immer in eine ganz besondere Stimmung.
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