Gefräßige Gespinnstmotten

In kurzer Zeit sind ganze Sträucher von den Larven der Gespinnstmotte kahl gefressen (Foto: Karl Oberschmid)
In diesen Wochen bilden hellgraue oder cremefarbene Larven auffällige Gespinste zwischen kahlgefressenen Zweigen von Pfaffenhütchen, Schlehe, Pflaume und damit verwandte Gehölze. Es häufen sich Anrufe bei der Kreisfachberatung für Gartenkultur und Landespflege am Landratsamt von besorgten Bürgern über dieses Phänomen. Aber auch an Apfel, Weiß- und Rotdorn kann es zu Gespinstmottenbefall kommen, er ist hier jedoch meist schwächer. Von den Faltern und Larven (Raupen) geht für uns Menschen keine Gefahr aus, so die Auskunft des Kreisfachberaters.

In den durch schwarze Kotkrümel verschmutzten Gespinsten leben oft große Mengen der Larven, die sich bei Berührung der Gespinste schlängelnd bewegen.

Die Gespinstmotten sind kleine helle Falter von ca. einem Zentimeter Länge. Die weißen Flügel sind auffällig schwarz gepunktet. Nach vollendeter Larvenentwicklung verpuppen sich die Tiere innerhalb des Gespinstes. Die Falter schlüpfen im Juli und legen ihre Eier an Zweigen ab. Die Junglarven überstehen den Winter unter einer schützenden Sekretschicht. Im Frühjahr beginnen sie dann mit ihrer Fraßtätigkeit. Im Garten treten Gespinstmotten erfahrungsgemäß selten auf, so dass auf eine Bekämpfung verzichtet werden kann, zumal ein Befall meist erst bei Kahlfraß entdeckt wird. Stellt man rechtzeitig erste Gespinstbildung durch die Junglarven fest, reicht ein Entfernen der Gespinste mit der Gartenschere.

In der freien Landschaft, bei Feldgehölzen oder an Weg- und Waldrändern kommt es vor allem bei Schlehen und Pfaffenhütchen heuer zu erheblichen Schäden. Die Sträucher regenerieren jedoch sehr gut, auch hier kann auf eine Bekämpfung verzichtet werden kann.
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