Friedhofswettbewerb abgeschlossen

Bei der Preisverleihung wurden die drei erstplatzierten Friedhöfe mit einer Bronzeplakette ausgezeichnet. Mit dabei waren v.l.n.r.: Josef Stocker (Kreisfachberatung), Bürgermeister Georg Duscher (Aletshausen), 2. Bürgermeister Lorenz Dirr (Bibertal) Bürgermeister Robert Strobel (Ichenhausen), Hans Joas (Kreisverband), Monika Wiesmüller-Schwab, Stellvertreterin des Landrates.
 
Der erstplatzierte Friedhof Silheim
Mit einer Abschlussfeier in Ichenhausen ging das Wettbewerbsjahr des Landesverbandes für Gartenbau und Landespflege unter dem Thema “Unser Friedhof - Ort der Würde, Kultur und Natur” nun auch im Landkreis Günzburg zu Ende. Kreisvorsitzender Hans Joas verschwieg nicht, dass der Friedhof und seine Gestaltung durchaus Potenzial zur Polarisierung in sich trage durch seine funktionalen und ästhetischen, historischen und sozialen Funktionen. Der Friedhof erweist sich heute mehr denn je als Abbild einer sich immer schneller wandelnden Gesellschaft. Ihr ist durch die Entwicklung alternativer Grabgestaltungsformen Rechnung zu tragen, um den Friedhof als zentralen Bestandteil eines Ortes gemeinsam mit Wirtshaus und Kirche lebendig zu erhalten.

Das brisante Thema Friedhofskonzept und Gestaltung hatte allerdings weit weiniger Resonanz erfahren als gewohnt. Lediglich neun Friedhöfe aus vier Gemeinden hatten sich der Kritik der Jury gestellt. Die hatte einen strengen Bewertungskatalog, in dem Grundsätzliches wie Lage und Erschließung ebenso beurteilt wurde wie die Gestalterischen Kriterien Einfriedung, Begrünung, Konzept, Gliederung, funktionelle Einrichtungen und Grabstellen. Im Abschlussbericht wies Kreisfachberater für Gartenkultur Josef Stocker darauf hin, dass der Friedhof nicht nur eine funktionierende Begräbnisstätte ist, sondern Ort der Trauer und Erinnerung, der Einkehr und Ruhe, der Kultur, der Begegnung und der Natur sein kann und soll.

Die teilnehmenden Friedhöfe konnten zwar nicht zu hundert Prozent, doch in einem hohen Maße die Anforderungen erfüllen, erklärte Stocker in seiner Präsentation, die auf die wesentlichen Merkmale der einzelnen Friedhöfe - in alphabethischer Reihenfolge - einging.

Den ersten Platz errang Silheim, vor Ichenhausen und Aletshausen. Silheims 1969 konzipierter Waldfriedhof liegt am Ortsrand mit Bushaltestelle. Durch das angrenzende Waldstück und eine mehrreihige Hecke mit Bäumen und Sträuchern werde, so der Abschlussbericht, ein Raumerlebnis geschaffen, in dem Ortsrandbegrünung und Friedhof ineinandergreifen. Der christliche Grundsatz, dass der Tod alle Menschen gleich mache, spiegelte sich in den für alle Gräber gleichen flachen Einfassungsplatten wider, die dem Friedhof auch ein unverwechselbares Aussehen verleihen. Eine elegante Lösung hat Sielheim auch für seinen Müllplatz gefunden. Leicht erreichbar zur Entsorgung von außen und auf dem Friedhof optisch durch einen eingegrünten Weg separiert.

Ichenhausen punktet durch den Erhalt seiner denkmalgeschützten Mauer und der symmetrischen Anlage mit Baumallee. Auch der gesamte Altbaumbestand westlich wurde erhalten. Der Aletshauser Friedhof lädt mit schönem Haupteingang zu einem Besuch ein. Der Friedhof in Hanglage verfügt über Zugänge mit Stufen und barrierefreie Wege. Besonders auffällig sind die drei unterschiedlichen, von den Bürgern gebauten Wasserstellen, die Charme und Individualität verleihen.

Zum Abschluss wurden die drei Preisträger von der Stellvertreterin des Landrats Monika Wiesmüller-Schwab mit einer Urkunde und einer massiven Bronzeplakette geehrt, die an der Friedhofsmauer ihren Platz finden könnte.
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