Die Bekassine im Aufwind-Presseinformation der Arge Donaumoos

(Foto: Arge Donaumoos)
Dem Vogel des Jahres 2013 geht es bestens! Was für eine Schlagzeile. Leider stimmt dies nur für das Schwäbische Donaumoos. Im Bundesgebiet nehmen die Bestände nach wie vor rapide ab.
Die Bekassine gehört zur Gruppe der Wiesenbrüter und ist einer der klassischen Moorvögel. Mit der Trockenlegung der Moore nahm ihr Lebensraum zunächst ab und die Vögel eroberten sich extensiv genutzte Feuchtwiesen. Doch auch dieser Lebensraum nimmt dramatisch immer weiter ab. Dazuhin werden jährlich in der EU immer noch 500.000 Bekassinen geschossen. Die Bestände dieses interessanten Vogels nahmen in der Folge allein in den letzten 30 Jahren um über 60 % ab. Mittlerweile brüten in ganz Deutschland nur noch etwa 5-6000 Paare.
Kein Wunder, dass die Bekassine 2013 zum Vogel des Jahres gekürt wurde – eine zweifelhafte Ehre – denn meist sind dies seltene Vogelarten, die zudem die Aufmerksamkeit auf einen ganzen Lebensraum, in diesem Falle auf die Feuchtwiesen lenken sollen.
Mit großer Freude können wir im Schwäbischen Donaumoos eine Trendumkehr feststellen: Seit dem die ARGE Donaumoos großflächige Entbuschungen durchführt und und sich erfolgreich um die Wiederherstellung eines niedermoortypischen Wasserhaushaltes in den Naturschutzgebieten Leipheimer und Gundelfinger Moos bemüht, brüten immer mehr Bekassinen bei uns. Das Jahr 2015 war das bisherige Rekordjahr mit 39 Brutpaaren, genausoviele wie in den 1960er Jahren und mehr als doppelt so viele wie vor 30 Jahren. Mitte der 1990er Jahre gab es im Leipheimer Moos manchmal nur noch 1 Brutpaar, jetzt sind es wider 10.
Wir hoffen nun, dass sich diese Aufwärtsentwicklung auch in den nächsten Jahren fortsetzt und die bei uns erbrüteten Jungvögel vielleicht auch andere Gebiete wieder erobern können. Um die Bekassine retten zu können, muss eine Bestandserholung auch andernorts erfolgen.
Damit ist die Bekassine ein schönes Beispiel, um zu zeigen, dass die Wiederherstellung von Mooren gelingen kann, wenn eine Wiedervernässung möglich ist. Und dies hat natürlich nicht nur positive Effekte auf die Bekassinen-Bestände, andere Tiere und Pflanzen im Moos, sondern wirkt sich vor allem auch positiv aufs Klima aus.
Geht es der Bekassine gut, geht es dem Moos und uns Menschen gut – so könnte man es auf eine einfache Formel bringen. Und so hoffen wir, dass das Meckern der „Himmelsziege“, wie die Bekassine im Volksmund wegen des Geräusches ihrer steifen Schwanzfedern beim Balzflug genannt wird, noch viele Jahre im Moos zu hören sein wird.
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