Biberkartierung im Landkreis Günzburg fertig

Die Endfassung der Biberkartierung im Landkreis Günzburg wurde jetzt offiziell an Landrat Hubert Hafner übergeben.

Für ein fachlich nachhaltiges und qualifiziertes Bibermanagement ist die flächendeckende Erfassung des Biberbestandes im Landkreis Grundvoraussetzung. 2013 wurde deshalb durch den Landkreis Günzburg eine Biberkartierung ausgeschrieben. Nach Auftragsvergabe und Schulung der Kartierer begannen im Winter/Frühjahr 2013/14 die Geländearbeiten.
Neben der Beratung und Information der Betroffenen sind Präventivmaßnahmen ein zentrales Element des Bibermanagements. Hierdurch sollen Schäden vermieden bzw. minimiert werden. In Einzelfällen ist es jedoch erforderlich Biber der Natur zu entnehmen. Für die hierfür erforderliche Genehmigung ist es unabdingbar notwendig, dass über die Gesamtpopulation der Biber im Landkreis belastbar Daten vorhanden sind – es muss der gute Erhaltungszustand der Population gewährleistet sein.

Seit Anfang der 90er Jahre hat sich der Biber (Castor fiber) auch im Landkreis Günzburg wieder angesiedelt. Damals gab es noch ganz wenige Vorkommen - vor allem im Bereich der Donauauen. Zwischenzeitlich hat er den gesamten Landkreis entlang der großen und kleinen Fließgewässer erobert. Neben den Fließgewässern findet er auch idealen Lebensraum in den Nasskiesabbaugebieten. Der Landkreis Günzburg kann durch seinen „Reichtum an Gewässern“ als Ideallebensraum für den Biber bezeichnet werden.

Mit der Ausbreitung der Biber im Landkreis Günzburg kam und kommt es immer häufiger zu Konflikten. Insbesondere sind hier land- und forstwirtschaftliche Schäden durch Frass von Feldfrüchten und Bäumen, Unterminierung und Vernässungen zu nennen. Auch die Kommunen im Landkreis haben bei der Unterhaltung der Fließgewässer in ihrem Zuständigkeitsbereich einen gesteigerten Personal- und Kostenaufwand.

An vielen Stellen im Landkreis ist jedoch auch die wertvolle Leistung der Biber für die Biotop- und Artenvielfalt zu bestaunen. Wenn er genügend Platz und Raum für seine Tätigkeiten hat, entstehen durch ihn wertvollste Feucht- und Nasslebensräume, die sich auch unter anderem positiv auf den Hochwasserschutz auswirken.

In diesem Spannungsfeld, auch unter Anbetracht dessen, dass der Biber nach europäischen Recht besonders geschützt ist, hat der Landkreis Günzburg und die untere Naturschutzbehörde bereits vor Jahren begonnen ein Bibermanagement aufzubauen. Unterstützt wurde dies durch den für Südbayern zuständigen Biberberater, Gerhard Schwab, ein Wildbiologe, den örtlichen Biberberater des Landkreises (insgesamt 5 Personen) und dem freiwilligen Biberschadensfonds beim Umweltministerium, das einen Ausgleich von land- und forstwirtschaftlichen Schäden ermöglicht.

Fakten und Infos der Kartierung:

Im Landkreis Günzburg gibt es 177 Biberreviere (teilweise über Landkreisgrenze hinausgehend).

Es handelt sich um 58 Einzel- und Paarreviere sowie 119 Familienreviere.

Es ist von einem Gesamtbestand von ca. 620 Bibern im Landkreis auszugehen.

Bei der Kartierung waren insgesamt 14 Kartierer aktiv.

Es gibt in allen Gemeinden des Landkreises bis auf Röfingen aktuell Biberreviere.
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