Mehr Sicherheit bei Faschingsumzügen
Auf Einladung des Landratsamtes Günzburg trafen sich kürzlich Vertreter von Gemeinden, Polizei, Faschingsvereinen und Wagenbauervereinigungen, um rechtzeitig vor Beginn der Narrensaison Probleme im Umfeld von Faschingsumzügen zu besprechen. Hintergrund des Treffens waren Vorfälle mit Betrunkenen während der vergangenen Faschingssaison. So stand der übermäßige Genuss von Alkohol häufiger als sonst in Verbindung mit Rangeleien, Körperverletzungen, Unfällen, Sachbeschädigungen und sogar einem Todesfall. Ähnliche Vorfälle möchten die Behörden heuer verhindern, wobei sie auf die Mithilfe der Veranstalter bauen. Besonders das Ausschenken und der Verzehr branntweinhaltiger Getränke während der Umzüge sollte im Fasching 2009 unterbleiben, empfahl Antonia Wieland vom Kreisjugendamt. Die „harten“ Alkoholika seien dafür verantwortlich, dass einige Besucher - und hier leider in zunehmendem Maße Jugendliche - schon zu Beginn der Faschingsumzüge so betrunken seien, dass sie das Ende des Zuges gar nicht mehr bewusst mitbekommen. In diesem Punkt waren sich die Beteiligten schnell einig: Veranstalter vor Ort und Wagenbauer möchten in der nächsten Saison ihre Vorbildfunktion zeigen und bemühen sich, riskanten Alkoholkonsum zu reduzieren. Deshalb wird es vor und während der Faschingsumzüge künftig keine branntweinhaltigen Getränke mehr geben. Außerdem soll noch genauer auf das Jugendschutzgesetz geachtet werden.
Kontroverser diskutiert wurde dagegen ein weiteres Anliegen von Landratsamt und Polizei, das die Verkehrssicherheit der Faschingswagen zum Inhalt hat. Die Ankündigung der Leiterin der Verkehrsbehörde des Landratsamtes, Anita Müller, künftig eine TÜV-Überprüfung für alle teilnehmenden Faschingswagen zu fordern, stieß zunächst auf wenig Gegenliebe bei den Wagenbauern. Doch wie Müller erläuterte, gehe es dabei gar nicht um eine reguläre TÜV-Untersuchung. Der Gesetzgeber habe eigens für Brauchtumsveranstaltungen wie den Fasching ein stark abgespecktes Prüfprogramm zusammengestellt. Dies und die Ankündigung, dass es hierzu in mehreren Gemeinden kurz vor Beginn der Faschingshochzeit Sammeltermine des TÜVs geben werde, konnte die Wogen dann doch wieder ein wenig glätten. Und Frank Kurtenbach, Leiter des Fachbereichs Öffentliche Sicherheit und Ordnung beim Landratsamt, gab den Wagenbauern mit auf den Weg, dass sie mit einer solchen Überprüfung ihrer Eigenkonstruktionen in jedem Fall auf der sicheren Seite seien. Michael Mairle von der Wagenbauervereinigung stellt sich denn auch als Koordinator der Prüftermine zur Verfügung.
So wollen alle Beteiligten in der nächsten Faschingssaison dazu beitragen, dass sich Ereignisse wie im Vorjahr möglichst nicht wiederholen, sondern nur noch eines im Vordergrund steht: Das wohl älteste Brauchtum in Europa zu pflegen und das närrische Treiben in vollen Zügen zu genießen.
Informationen zu den neuen Regelungen für Faschingsumzüge auch im Internet unter
www.landkreis-guenzburg.de/Auto und Verkehr/Fasching 2009


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