Verfemten Literaten eine Stimme geben

Lesung am 9. Mai in der Stadtbücherei



Sie wurden verdrängt, vertrieben und im schlimmsten Fall sogar ermordet: Zahlreiche Schriftsteller wie Bertholt Brecht, Erich Kästner oder Heinrich Mann galten in der NS-Zeit als verfemt; ihre Werke wurden als „Schund- und Schmutzliteratur“ abgetan. Grausamer Höhepunkt dieser Nazi-Propaganda: Die Verbrennung unzähliger Bücher in 22 deutschen Universitätsstädten am 10. Mai 1933.

Die Stadtbücherei nimmt dieses Datum zum Anlass, den verfolgten Dichtern und Gelehrten jener Zeit im Rahmen einer Lesestunde zu gedenken. Am Freitag, 9. Mai, lesen Literaturfreunde in der Bücherei jeweils fünf Minuten selbstgewählte Passagen aus Gedichten der verfemten Schriftsteller. Beginn der Veranstaltung ist um 19 Uhr.

„Leider sehen wir uns auch heute noch mit Fremdenfeindlichkeit konfrontiert. Deshalb wollen wir jenen Literaten, die wegen ihrer politischen Gesinnung oder ihrer Herkunft verfolgt und ins gesellschaftliche Abseits gedrängt wurden, auch in diesem Jahr eine Stimme geben“, erklärt Bücherei-Chefin Angelika Gathemann-Schnelle.

Die Veranstaltung findet im Rahmen des „Nachtschwärmer- Programms“ der VHS statt. Einschlägigen Bücher und eine Liste, in die sich Vorleser und Vorleserinnen eintragen können, liegen in der Stadtbücherei bereit. „Natürlich freuen wir uns auch über interessierte Zuhörer, die auf diese Weise ein Zeichen setzen wollen“, sagt Gathemann-Schnelle.
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