Unbequeme Denkmale im Blick

Wissenswertes zum Korczak-Denkmal berichtet Stadtarchivar Walter Grabert im Rahmen der Stadtführungen. Foto: Stadt Günzburg

Tag des offenen Denkmals am 8. September



Günzburg. Etwa 7500 historische Gebäude, archäologische Stätten, Gärten und Parks sind am „Tag des offenen Denkmals“ am Sonntag, 8. September, geöffnet, darunter rund 800 in Bayern. Mit dabei ist auch die Stadt Günzburg, die mit zwei thematischen Stadtführungen, einer Ausstellung sowie der Benennung der neuen Günzbrücke aufwartet.

Unter dem Motto „Jenseits des Guten und Schönen: Unbequeme Denkmale?“ stellt der Denkmaltag in diesem Jahr die zentralen Fragen der Denkmalpflege in den Mittelpunkt: Was ist wert, erhalten zu werden und weshalb? Was macht Denkmale unbequem, wann und für wen? Das Motto ist bewusst weit gefasst. Denkmale, die an Krieg und Unrecht erinnern, sind ebenso im Fokus wie Denkmale der Nachkriegsmoderne.

Die Stadtverwaltung bietet aus diesem Anlass zwei Rundgänge zu Kriegerdenkmalen und Mahnmalen, geführt von Stadtarchivar Walter Grabert. Die erste Führung beginnt um 11 Uhr auf dem Friedhof bei der Friedhofskapelle, die zweite um 15 Uhr auf dem Frauenplatz. Die Stadtrundgänge dauern jeweils zirka 45 Minuten.

Eine seltene Gelegenheit bietet sich Besuchern in der Frauenkirche von 14 bis 17 Uhr. Dort können prachtvolle liturgische Gewänder besichtigt werden, die im Auftrag des Fördervereins Frauenkirche mit restauratorischen und konservatorischen Mitteln gesichert wurden. Mitglieder des Fördervereins Frauenkirche beantworten gerne Fragen.

Historische Objekte können für jeden sichtbar machen, vor welche Herausforderungen die Anforderungen des Denkmalschutzes Besitzer, Planer, Handwerker und Denkmalpfleger stellen und wie sie gemeinsam bewältigt werden. Der Tag ist zugleich eine Leistungsschau, bei der gezeigt wird, wie sehr es sich lohnt, sich für historische Bauwerke einzusetzen. Interessierte können zwischen 14 und 16 Uhr ein Sanierungsobjekt in der Eberlingasse 6 besichtigen, dessen älteste Bestandteile wohl noch aus dem späten 17. Jahrhundert stammen und das derzeit vom Besitzerehepaar in einfühlsamer Weise saniert wird.

Auch der Günzburger Ehrenbürger und Heimatpfleger hat sich um das historische Erbe in Günzburg verdient gemacht. Deshalb beschloss der Günzburger Stadtrat am 6. Mai dieses Jahres einstimmig, die neue Günzbrücke am Stadtberg nach Josef Weizenegger zu benennen. Oberbürgermeister Jauernig wird um 12 Uhr in einer Ansprache an den vor einem Jahr verstorbenen Ehrenbürger erinnern und anschließend gemeinsam mit den Angehörigen eine Platte an der linken Bastion des nördlichen Brückenkopfes enthüllen.

Die Veranstaltungen zum Tag des offenen Denkmals sind kostenlos.
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1 Kommentar
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Karin Franzisky aus Bad Arolsen | 15.10.2013 | 19:01  
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