Sommerfahrt auf die Schwäbische Alb mit dem Kath. Frauenbund Günzburg Frauenspuren aus vergangenen Jahrhunderten auf der Schwäbischen Alb.

Bauernstube im Freilichtmuseum Beuren
 
Waschtag im Freilichtmuseum Beuren
Ein erlebnisreicher Sommertag erwartete die teilnehmenden Frauen des Katholischen Frauenbund Günzburg. In diesem Jahr führte der Ausflug in benachbarte Württemberg auf die Schwäbische Alb. Das erste Ziel war das Freilichtmuseum in Beuren. Das kleine Albdorf liegt eingebettet von Wiesen und alten Obstbäumen, am Hang und beim Rundgang einen besonderen Reiz ausübt. Die örtliche Reiseführerin Frau Boltz berichtet uns vom harten Alltag der Frauen auf dem Land der früheren Jahrhunderte. Zwei Frauenschicksale, die von Luise Dingel und Helene Schach als Beweis.
Als wir das alte Bauernhaus betraten in dem Luise Dingel lebte, wurde uns klar, dass war für alle Menschen, die hier auf engstem Raum wohnten und arbeiteten, keine „Gute, alte Zeit“. Hier lebten die Eltern, Schwester mit Ehemann und Kinder zusammen. Die gutaussehende Luise hatte als 19jährige bei der Arbeit in der Strumpffabrik einen Arm verloren und so war es nicht möglich, eine eigene Familie mit Kindern zu gründen. Ihre Wohnkammer mussten alle Mitbewohner durchschreiten, wenn sie in ihre eigenen Zimmer wollten. – Intimsphäre war unbekannt.
Da erging es Helene Schach schon besser. Sie durfte nach Schulausbildung und kurzer ungeliebter Arbeitsstelle bei ihrem Vater in dem Kolonialwarenladen mitarbeiten. Dieser Laden stand in Nürtingen und war von1929 bis 1992 in Betrieb. Tante- Helene-Lädle, so wurde der Laden liebevoll genannt. Es gab keine Öffnungszeiten, wer nach Feierabend oder am Sonntag Ware benötigte, konnte bei Helene Schach einkaufen. Sie nahm aber auch das gleiche Recht für sich in Anspruch, am Sonntagmorgen beim Metzger zu klingelten, um ihre Wurst einzukaufen.
Am Nachmittag trafen wir uns zur Führung auf dem Marktplatz von Bad Urach. Die wunderschönen Fachwerkhäuser mit eindrucksvollen Schmiedeeisernen Auslegern und der spätgotische Brunnen beeindruckten uns.
Seit 1260 ist Urach württembergisch, während der Teilung Württembergs von 1442 bis 1482 war Urach Residenzsitz des Grafen der Uracher Linie. Urach wurde Residenzstadt und war die heimliche Hauptstadt vor Stuttgart. Der Graf Eberhard im Bart erbaute das Residenzschloss, die Stiftskirche St. Amandus und im Jahr 1477 das Chorstift „Brüder vom gemeinsamen Leben“. Er gründete in Tübingen, mit der finanziellen Unterstützung und Weitsicht seiner Mutter Mechthild, die Tübinger Universität.
Graf Eberhard im Bart ließ sich eine italienische Gemahlin, Barbara Gonzaga di Mantova, kommen. Für Barbara musste diese Ehe sehr schwer gewesen sein, denn sie konnte sich nicht mittels der Sprache verständigen und der Kulturkreis war ihr völlig fremd. Barbara bekamen drei Kinder, die leider alle sehr früh starben. Da Graf Eberhard der holden Weiblichkeit sehr zugeneigt war, zeugte er viele uneheliche Kinder. Barbara, eine Frau mit sozialer Größe, versorgte seine Kinder und deren Mütter, damit sie nicht Not leiden mussten. Im Jahre 1482 siedelte das Grafenpaar nach Stuttgart um. Leider ist über das weitere Schicksal von Barbara nichts bekannt.
Die spannende Stadtführung endete mit einer mit einer Kaffeepause in Dapfen, ein kleines Dorf im Lautertal. Im Kaffee „Lagerhaus“ an der Lauter gab es nicht nur Kaffee, manche Frau deckte sich noch mit Leckereien oder mit selbstgemachten duftenden Seifen ein.
Ein schöner gemeinsamer Sommerausflug war zu Ende.

Bilder: Ursula Imminger
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