Schwäbisch-Alemanische Fasnacht in Günzburg - Beginn einer langen Saison nach dem Dreikönigstag

Von Straßenseite zu Straßenseite werden an den Giebeln der Häuser Seile gespannt, die mit bunten Stofffetzen und dreieckigen Wimpeln geschmückt sind.

Die Fasnacht gilt in der heutigen Zeit als Synonym des Faschings oder des Karnevals und kennzeichnet die fünfte Jahreszeit, die mit Beginn der Fastenzeit endet. Es handelt sich hierbei um ein nicht-kirchliches Fest. Die Bedeutung und das Brauchtum um die Fasnacht herum haben die katholische Kirche aber bereits im frühen Jahrhundert dazu bewogen, diese Tage mit in ihren Kalender einzubeziehen. Hierdurch endet die Fasnacht immer mit Beginn des Aschermittwochs, heuer der 09. März. Dieser wird als Berechnungszeitpunkt für die davor liegende fünfte Jahreszeit genommen, weshalb es jedes Jahr zu einer unterschiedlichen Ausklangswoche der Festlichkeiten kommt.

In vielen Orten, so auch in Günzburg, sind die quer über die Straßen gespannten, bunten Fetzenleinen ein sichtbares Zeichen dafür, dass hier ein buntes, närrisches Treiben besteht. Es ist die Zeit, in der die Narren die Herrschaft in den Rathäusern der Orte übernehmen.

In Günzburg sind der Marktplatz, die Hofgasse und der Wätteplatz mit närrischem Schmuck verziert. Von Straßenseite zu Straßenseite werden an den Giebeln der Häuser Seile gespannt, die mit bunten Stofffetzen und dreieckigen Wimpeln geschmückt sind. Hervorgegangen ist dieser Brauch wohl aus dem Begriff "schmutzige Wäsche waschen". All das, was unter dem Jahr im Geheimen (alemannisch: hälinge) passiert, das darf an Fasnacht öffentlich gemacht werden. So darf jetzt auch die delikate Leibwäsche ans Tageslicht gebracht werden. Die Dessous, die den Rest des Jahres nur in der Waschküche oder hinter dem Hause, wo sie kein Fremder je erblickt, zum Trocknen aufgehängt sind, kann nun jeder öffentlich bewundern oder an ihnen Anstoß nehmen.

In Günzburg werden die Fetzenleinen normalerweise immer am ersten Samstag nach dem Wecken des Stadtbutzen aufgehängt und am ersten Samstag nach Aschermittwoch wieder abgenommen. Hierbei sind viele fleißige Helfer der Narrenzunft Günzburger Stadtbutz und des Vereins zur Pflege des Brauchtums Günzburg im Einsatz. Es ist unausweichlich, dass es zu Behinderungen des Straßenverkehrs auf dem zu dieser Jahreszeit durchgängig befahrbaren Marktplatz kommt. Bis auf einige wenige Ausnahmen reagieren die Autofahrer gelassen. Ganz ohne Risiko ist ein Unterfahren der ungesicherten Fetzenleinen nicht. Um die Unfallgefahren im Straßenverkehr durch herabfallende Fetzenleinen zu verhindern, sperren die Helfer die Durchfahrt eben so lange, bis die Leine an beiden Seiten gesichert ist. Erst wenn die jeweilige Fetzenleine sicher am Haus befestigt ist, geben die Helfer die Fahrt für die Autos wieder frei.

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Weiterveröffentlichungen:

myheimat-Stadtmagazin günzburger | Erschienen am 18.02.2011
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2 Kommentare zum Beitrag
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Tanja Fackelmann aus Augsburg am 12.01.2011 um 16:24 Uhr  
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Hermann Flörchinger aus Günzburg am 16.01.2011 um 18:06 Uhr  
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