Schönes darf auch mal kostenlos sein

Mit ihrem 75. Auftritt haben Organist Siegfried Ranz und Cellist Gerold Foerstl gemeinsam Violinisten Dr. Gerald Jasbar (von links) die Winterpause der „Kleinen Kirchenmusik“ eingeleitet. Foto: Sabrina Schmidt/ Stadt Günzburg.

Jubiläum der „Kleinen Kirchenmusik“ lockt hunderte Besucher in Frauenkirche



Günzburg. Was nichts kostet taugt nichts, heißt es oft. In den vergangenen vier Jahren hat sich in Günzburg eine kleine Veranstaltung etabliert, die seit ihren Anfängen immer kostenlos war, und die ihre Besucher dennoch – oder gerade deshalb – in ihren Bann zu ziehen und zu verzaubern versteht. Die Rede ist von der „Kleinen Kirchenmusik“, die am vergangenen Marktdienstag zum 75. Mal erklang.

Organist Siegfried Ranz und Cellist Gerold Foerstl hatten sich zu diesem Anlass Verstärkung aus Ulm geholt. Zusammen mit dem Violinisten Dr. Gerald Jasbar gaben sie vor der traumhaften Kulisse der barocken Frauenkirche klassische Musikstücke zum Besten. Mehrere hundert Besucher waren in die Frauenkirche geströmt. Es war die letzte Veranstaltung vor der Winterpause.

Siegfried Ranz begann mit einem unbearbeiteten Orgelstück des italienischen Barockkomponisten Arcangelo Corelli, das von Beethovens „Tochter Zion, freue dich“ gefolgt wurde, das das Trio in Variationen spielte. Nach einem weiteren Stück von Corelli schloss das Ensemble mit Nicolas Lebegues „Une Vierge Pucelle“.

Der Zweite Vorsitzende des Fördervereins Frauenkirche Günzburg e.V. Andreas Satzinger lobte die Musiker für ihr Talent, immer wieder neue und selten gehörte Stücke in ihre „Kleine Kirchenmusik“ einzubauen. Es sei bemerkens- und lobenswert, dass sie seit Einführung der Konzertreihe nie Eintrittsgelder erhoben hätten. „Es muss auch schöne Dinge geben, die kostenlos sind“, sei das Credo der Kirchenmusiker, so der Zweite Vorsitzende.

Satzinger betonte, dass die Kirchenmusik des Duos Foerstl und Ranz „ein Geschenk für uns alle“ sei. Selten habe man die Gelegenheit, der Geschäftigkeit des Alltags zu entfliehen, um zur Ruhe zu kommen und die Gedanken schweifen zu lassen. Oberbürgermeister Gerhard Jauernig dankte den Musikern für ihr Engagement, selbst in den kalten Herbstmonaten Besucherinnen und Besucher für eine halbe Stunde in die Welt der Musik zu entführen. „Diese Konzerte bedürfen der Vorbereitung. Sie müssen Stücke auswählen, üben, gemeinsam proben“, sagt der OB. „Vielen Dank, dass Sie uns an dieser Welt teilhaben lassen.“ Die kleine Kirchenmusik sei etwas ganz Großes, so der OB.

Die Veranstaltung findet seit 2009 von März bis zum 1. Advent im 14-tägigen Rhythmus von 10 bis 10.30 Uhr am Markttag statt. Zur Aufführung gelangen Musikstücke aus der Renaissance- und Barockzeit sowie Werke des 20. Jahrhunderts.
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