phoeNic:"Die Einladung zur Gegenveranstaltung nach Ulm hat mich mit großer Freude erfüllt- Ein Interview mit der Sängerin Phoenic die bei der Gegenveranstaltung auftritt

Die Sängerin Phoenic kommt zu einer Informationsveranstaltung nach Ulm- Ein Interview mit der Künstlerin BILD: FRANZISKA MOLINA http://www.franziskamolina.eu (Foto: Franziska Molina)
So hoch wie der Höchste Kirchturm der Welt ( Das Ulmer Münster 161,53Meter) so lang soll der längste Leberkäse der Welt werden. Der Vegetarierbund Ortsgruppe Laupheim Schwendi hat dazu zu einer Gegeninformationsveranstaltung am Sonntag 12. Juni auf dem Hans& Sophie Scholl Platz eingeladen.

INFORMATIONEN DAZU GIBT ES HIER

Eingeladen zu dieser Veranstaltung ist auch die Sängerin Phoenic. Sie wird mit ihrer aktuellen Platte:" Time to Change" auf den Hans und Sophie Scholl Platz nach Ulm kommen.Was für sie Tiere bedeuten, was sie von der gesamten Aktion hält, und warum sie die Einladung gerne angenommen hat, hat uns die Künstlerin in einem Interview erzählt.



Thomas Rank: Am 6. Mai ist das Debüt Album: Time to Change“ erschienen. Wie lange haben sie an dem Album gearbeitet?

phoeNic: Den Text des ersten Songs für das Album habe ich genau genommen im August 2015 in meinem Nordseeurlaub geschrieben. Zu diesem Zeitpunkt war aber noch nicht klar, dass es ein Album geben wird. Mein Komponist und Produzent Conny Conrad hat nach der Fertigstellung von „Station of Welcome“ gesagt, dass es jetzt Zeit für ein eigenes Album wird. Der offizielle Startschuss fiel Ende September. Insgesamt haben wir 7 Monate am Album gearbeitet.

Thomas Rank: Wie kamen sie zur Musik?


phoeNic: Musik war so lange ich denken kann ein wichtiger Teil meines Lebens. Meine erste LP habe ich mir mit 12 gekauft: Beethovens 9 von den Berliner Philharmonikern unter Karajan. In diese Musik konnte ich eintauchen und dem Alltag entfliehen. Ich höre aber keinesfalls nur klassische Musik! Mein Musikgeschmack ist sehr vielseitig und ich bin für alle Genres sehr offen. Als Sängerin wurde ich das erste Mal im Bad Sauglauer Gospelchor "Joyful Singers" aktiv. Meine ersten Solistischen Erfahrungen machte ich dann bei den „Living Voice Veringenstadt“, bis es mich aus beruflichen Gründen Richtung Stuttgart verschlug. Dann begann ich als Lead Sängerin bei der „Crazy Crocodile Band“, einer im Stuttgarter Raum bekannten Cover Band.

Thomas Rank: Die Single „ Time to Change wird von einer besonderen Aktion begleitet. Was hat es damit auf sich?


phoeNic: Wir haben für den Titelsong des Albums ein Musikvideo gedreht, um auf die Thematik und Problematik aufmerksam zu machen. Für das Video haben wir Recherchenmaterial von diversen internationalen Tierrechtsorganisationen zur Verfügung gestellt bekommen, darunter: ARIWA, ANIMAL EQUALITY, tierretter.de, SOKO Tierschutz, Hard to Port, Mercy for Animals und der wundervollen Tierrechtsfotografin Jo-Anne McArthur. Wir wollen mit Time to Change und dem Musikvideo nicht nur ein Zeichen setzen und aufmerksam machen, sondern auch auf diese so wertvolle und wichtige Arbeit der Organisationen hinweisen und ihre Arbeit unterstützen. Darum haben mein Label CoCo records und ich uns entschieden 50% aller Einnahmen aus dem Download der Single an diese Organisationen zu spenden. Den Titel steht als Single auf allen bekannten Downloadportalen zur Verfügung.

Thomas Rank: Ich habe mir das Video zu der Single angesehen. Das Lied ist super, doch das Video ist ziemlich harte Kost. Wie ging es Ihnen beim Videodreh?


phoeNic: Das Video stellt in keinem Fall Ausnahmesituationen dar. Die gezeigten Szenen sind Alltag für viele Millionen Tiere in Deutschland und weltweit. Diese Szenen sind die Regel in der Massentierhaltung und bei der Tierausbeutung. Bilder wie diese waren es, die mich letzten Endes dazu bewegt haben, vegan zu werden, weil ich nicht mehr Teil davon sein wollte und es auch nicht mehr konnte. Während des Drehs haben wir mit Projektionen gearbeitet, die entweder auf mich oder hinter mich projiziert wurden. Das bedeutet, dass ich selbst die Bilder nie direkt wahr nehmen musste. Es gab lediglich ein paar Momente, die mich schwer schlucken ließen und es war auch nicht immer einfach, meine Tränen beim Dreh zurück zu halten. Anders ging es dabei meinem Team, die 12 Stunden lang mit den Bildern konfrontiert wurden. Meinen Manager Andreas Setzer, der ebenfalls vegan lebt, haben die Bilder einige Nächte lang verfolgt. Diese Bilder lassen die wenigsten Menschen kalt. Man bekommt Gänsehaut, Beklemmungen, es stockt der Atem. Genau das sind die Emotionen, die ich bei den Menschen erreichen will. Wer sich in diesem Moment darüber klar wird, was diese Szenen für die Tiere bedeutet, für die das die Realität ist, kann für sich vielleicht eine Entscheidung treffen.

Thomas Rank: Sie setzen sich für die Rechte von Tieren ein. Was gibt Ihnen den Anlaß dazu?

phoeNic: Meine Motivation und mein Engagement kennt keinen Unterschied, zwischen Menschenrechten und Tierrechten. Es gibt für mich keinen Rechtfertigung, Grundrechte wie das Recht auf Leben und körperliche Unversehrtheit nur auf bestimmte Gruppen empfindungsfähiger Lebewesen wie den Menschen zu beschränken. Kein Mensch würde anzweifeln, dass unsere Haustiere wie Hunde oder Katzen ein Gefühlsleben haben, Schmerzen, Leid aber auch Freude empfinden können, dass sie Bedürfnisse und Interesse an Leben und eigener Gesundheit haben, was biologische Forschungen längst belegen. Ich möchte mit meiner Arbeit verdeutlichen, dass diese Erkenntnisse nicht nur für unsere geliebten Haustiere gilt, sondern für jedes der mehreren Milliarden Land- UND ebenso empfindungsfähigen Wassertiere, die von Menschen jedes Jahr unnötiger Weise getötet werden.
Seit 2012 begleite ich auch die weltweite Organisation „One Billion Rising“, die sich für ein Ende der Gewalt an Frauen und Mädchen einsetzt. Dafür habe ich die englische Hymne „Break the Chain“ ins Deutsche „Spreng die Ketten“ übersetzt und produzieren lassen.

Auch hierzu gibt es ein Musikvideo das HIER zu finden ist.

Einmal im Jahr, am 14. Februar, am Valentinstag, gehen weltweit in über 200 Ländern der Erde Millionen von Menschen auf die Straßen um für ein Ende der Gewalt zu tanzen. In Deutschland wurde auch am 14. Februar 2016 wieder tanzend demonstriert. Dabei wurde in über 140 Städten „Spreng die Ketten gespielt“. Mein aktueller One Billion Rising Song heißt „Station of Welcome“, den ich explizit im Auftrag von Edda Lorna, der Initiatorin und Organisatorin von One Billion Rising in Bremen, getextet und gemeinsam mit Conny Conrad produziert habe. Es ist der Titelsong für die Feierlichkeit am Bremer Hauptbahnhof, der am 14. Februar 2016 den Namenszusatz „Bahnhof des Willkommens“ erhielt. Er ist als Bonustrack auf meinem Album enthalten. Wir haben auch hierzu ein Musikvideo in Bremen gedreht

DAS EBENFALLS HIER ZU FINDEN IST

Für das nächste One Billion Rising 2017 wurde ich von einem Organisator in Kamerun als musikalische Botschafterin und Stimme von OBR Deutschland nach Kamerun eingeladen, was für mich besonders aufregend und eine riesengroße Ehre ist! Natürlich wird es auch hierfür einen eigenen Kampangnen-Song geben, den ich wieder mit Conny Conrad produzieren werde, der einfach ein großartiges Verständnis und Gefühl für die Aussagen meiner Texte hat und diese in seine wundervolle Musik verpackt.

Für mich gibt es demnach keinen Grund, mein Engagement für die Rechte von Tieren und Menschen getrennt voneinander zu betrachten, oder einem von Beiden mehr Gewicht zu verleihen. Es gibt für mich keinen Grund, mich nicht für das Ende allen Leids einzusetzen, egal um welche Spezies es geht. Veganismus beinhaltet für mich nicht nur den Umgang zwischen Mensch und Tier. Er beinhaltet den Umgang aller Lebewesen miteinander.

Thomas Rank: Was bedeuten für sie Tiere?

phoeNic: Tiere sind für mich ebenbürtige und gleichwertige Mitgeschöpfe, egal welcher Spezies und Rasse sie angehören. Ich fühle mich ihnen in vielerlei Hinsicht unterlegen und empfinde großen Respekt für ihre Instinkte, die den Menschen vor langer Zeit verloren gingen, als sie glaubten, mit ihrem Verstand die Welt beherrschen zu können. Ich ärgere mich manchmal etwas über die Arroganz der Menschen, die Tiere für „dumm“ halten, nur weil der Mensch ihre Sprache nicht versteht oder nicht lernen will. Aber das ist bei Menschen untereinander ja leider auch oft so.

Thomas Rank: Sie treten in Ulm bei einer Gegenveranstaltung zu einem „Leberkäseweltrekordversuch“ auf.Was haben sie gedacht, als die Einladung kam?


phoeNic: Als ich von dem Weltrekordversuch hörte, dachte ich zunächst „Oh Mensch, was tust Du nur wieder? Du tötest unschuldiges Leben, für einen über 160 m langes Stück Leberkäs’, von dem wahrscheinlich wieder Unmengen im Müll landen werden, damit Du hinterher einen Eintrag in eines der unbedeutendsten Bücher der Menschheit zu bekommen, das in unzähligen noch unbedeutenderen jährlichen Neuauflagen in Regalen verstaubt und tarnst diesen Unsinn auch noch mit einem guten Zweck, auf den viele wieder einfach reinfallen werden!“ Die Einladung der Ortsgruppe Laupheim - Schwendi des Vegetarierbundes Deutschland bei ihrer Gegenveranstaltung den musikalischen Rahmen zu bieten, hat mich mit großer Freude und Ehre erfüllt.


Thomas Rank: Was war für sie der Anlaß zuzusagen?

phoeNic: In erster Linie die Tatsache, dass es sich hierbei nicht um eine die Veranstaltung störende Demonstration handelt, sondern um eine Informationsveranstaltung, bei der sich die Menschen freiwillig informieren können, warum das, was ein paar Straßen weiter geschieht Wahnsinn ist. In Kombination mit dem Angebot von diversen leckeren veganen Speiseangeboten und der Unterstützung der großartigen Organisationen wie Animal Equality, der Albert Schweizer Stiftung und Peta ist dieses Event für mich eine großartige Sache. Wenn auch nur ein einziger Mensch aufgrund von solchen Veranstaltungen erkennt und ein Bewusstsein für die tatsächlichen Umstände in der Tierausbeutungsindustrie bekommt, dann hat sich so ein Aufwand für mich schon gelohnt. Bewusstsein schafft Veränderung. Das ist meine Philosophie und mein Wunsch im Umgang zwischen Veganern und Omnivoren.

Thomas Rank: Was werden die Besucher zu hören bekommen?

phoeNic: Natürlich werden die Besucher meine Tierrechts-Songs „Time to Change“, „Hard to Port“ und „Ben“ zu hören bekommen. Ich werde aber auch noch andere Titel aus meinem Album präsentieren und mit dem einen oder anderen Cover Rock-Classic-Song aus dem Repertoire meiner Coverband den Hans-und-Sophie-Scholl-Patz im Ulm hoffentlich zum Beben bringen.

Thomas Rank: Viele Künstler haben in Ihren Liedern Texte zum Thema Liebe, Eifersucht, etc. Sie thematisieren die Tiere. Wie reagiert das Publikum darauf?

phoeNic: Time to Change ist kein reines Tierrechtsalbum. Die Rechte von Tieren nimmt in meinem Album einen besonderen Stellenwert ein. Dieses Thema alleine würde mich aber weder als Sängerin noch als Menschen mit den Botschaften die ich habe ausmachen. Auf meinem Debüt Album „Time to Change“ zeige ich nicht nur thematisch sondern auch musikalisch und stimmlich eine große Bandbreite. Es spannt inhaltlich einen großen Bogen mit den Lebensthemen Liebe, Freundschaft und Tod, die ich autobiografisch damit verarbeite. Die Mischung auf dem Album selbst ist bewußt abwechslungsreich gewählt. Ich möchte die Menschen zu jedem Thema dort abholen, wo sie stehen. Die Tierrechtssongs sind dabei ebenfalls ganz bewußt sowohl textlich als auch musikalisch in einem Stil gehalten, der zwar ehrlich genug die Thematik anspricht, aber dennoch nicht mit der Moralkeule daher kommen soll, um eben vor allem die Menschen damit an zu sprechen, die sich bisher noch nie oder ganz wenig mit dem Thema Tierrechte auseinander gesetzt haben. Für die vegane „Tierrechtsszene“ sollen meine Lieder Ansporn und Motivation sein, mit ihrer wichtigen Arbeit weiter zu machen.


Thomas Rank: Was bekommen sie von Ihrem Album für Rückmeldungen?

phoeNic: Die Rückmeldungen der Hörer/Innen sind durchweg positiv. Jeder kann sich mit seinen Themen und Emotionen in den Songs wiederfinden. Mit meinen Texten möchte ich die Menschen dort berühren, wo sie sich selbst am intensivsten spüren können: in ihrem Herz. Das Album ist eine Einladung auf eine Reise zu sich selbst, eine Einladung, ohne (Selbst-)Vorwürfe und Ängste in den Spiegel zu schauen, sich selbst zu erkennen und sich selbst auf eine vielleicht völlig neue Art und Weise zu begegnen. Besonders positive Rückmeldungen bekomme ich für die Rubrik Lyrics auf meiner Website HIER Dort habe ich alle Texte ins Deutsche übersetzt und beschreibe, wie es zu dem Song kam und erkläre den Inhalt etwas genauer. Wenn ich Songs von anderen Künstlern höre, dann frage ich mich oft, was er oder sie nun genau mit dieser Aussage erreichen oder sagen will. Darum möchte ich meine Hörer/Innen konkret daran teilhaben lassen, damit sie sich damit noch etwas konkreter auf die Texte einlassen können.

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