Michael Hatzius:" Rund 15 Tiere werden in meinem Programm zu sehen sein"- Am 18. Oktober in Augsburg- Tickets gibt es noch im Vorverkauf

Michael Hatzius kommt mit der Echse am 18. Oktober nach Augsburg ins Spectrum. Tickets ab sofort (Foto: Bild: Saskia Schon)
Augsburg: Spectrum CLUB | Michael Hatzius hat eine Ausbildung zum Puppenspieler absolviert und mit einem Diplom abgeschlossen. Mit der " Echse" war er schon im Fernsehen zu sehen. Eigentlich hätte das Gastspiel bereits im Februar stattgefunden, mußte aber aus Krankheitsgründen verschoben werden. Michael Hatzius ist mit seiner Echse und vielen weiteren
Tieren nun am 18. Oktober im Augsburger Spectrum zu Gast.
Was der Diplomierte Puppenspieler gelernt hat, und was er auf die Bühne bringt, darüber habe ich mit Michael Hatzius ein Interview geführt.

Tickets gibt es im Vorverkauf
Thomas Rank: Sie haben eine Ausbildung zum Puppenspieler gemacht. Was muß man sich unter einer Ausbildung vorstellen?

Michael Hatzius:Die Ausbildung ist ausgesprochen vielseitig. Im Grunde ist sie angelehnt an eine klassische Schauspielausbildung. Während des Grundstudiums erhält man z.B. Unterricht in Schauspiel,
Sprech- und Stimmtraining, Bewegung, Pantomime, Akrobatik, auch Theoriefächer wie Dramaturgie, Kultursoziologie und Theatergeschichte kommen dazu. Fakultativ kann man sogar einen Reitkurs belegen. Darüber hinaus beschäftigt man sich dann damit, das„Darstellerische Zentrum in Material zu verlegen“. Das bedeutet, nicht mehr nur „mit sich“
sondern mit Material zu spielen, meistens eben mit Puppen. Die Fächer Animation,Puppenführungstechnik, Handpuppe, Maskenspiel, Straßentheater, Marionettenspiel stehen da auf dem Stundenplan. Im Hauptstudium bringt man seine Erfahrungen dann schon in Projekte und konkrete Inszenierungen, auch an öffentlichen Theatern, ein.

Thomas Rank: Wie lange geht eine Ausbildung?

Michael Hatzius:Die Ausbildung dauert insgesamt vier Jahre und endet mit dem Diplom als Puppenspieler / Darstellender Künstler.

Thomas Rank: Sie sind ja mit der Echse auf Tournee. Wie kamen sie auf die Idee mit der Echse?

Michael Hatzius:Für das Puppentheaterfestival „Synergura 2008“ in Erfurt, bekamen meine Kollegin und ich den Auftrag, zwei Figuren zu entwickeln, die das Festival eine Woche lang satirisch kommentieren können. Wir überlegten uns, dass es zwei entgegengesetzte Charaktere werden
sollen, eine bunte, euphorische und ein eher abgegessene, großkotzige Figur. Die Puppenbauer schlugen dann vor, dass es ein Papagei und ein Leguan werden könnten. Das Ganze lief so gut, dass ich mit dem Leguan auch nach dem Festival als „Die Echse“aufgetreten bin, so haben sich dann Stück für Stück alle Inhalte um die Echse akkumuliert.

Thomas Rank: Gibt es eine oder mehrere Echsen auf Tournee?

Michael Hatzius:Auf Tournee gibt es natürlich nur eine Echse - „Die Echse“ eben. Aber es gibt im Laufe des Programms auch einen gespielten Zeitsprung und eine kleine Echse taucht als Handpuppe hinter einer Spielleiste auf...

Thomas Rank:Was haben sie bisher für eine Resonanz erfahren?

Michael Hatzius:Die Resonanz ist durchweg positiv. Ich bin darüber sehr glücklich. Nicht nur das Publikum nimmt die Figur gut an, sondern auch die Kollegen und Veranstalter, also sehr kritisches Publikum, das über Jahre viel gesehen hat. Es ist für die meisten Menschen ganz neu, dass
man einen Puppenspieler bei seiner Arbeit so offen sieht, obwohl ich kein Bauchredner bin.
Auch die Geschichten und „Erfahrungsberichte“ der Echse kommen gut an und meine Spielweise, die viel auf Interaktion mit dem Publikum baut, löst ebenso Begeisterung aus. Im Übrigen gibt es natürlich auch Abende, wo es nicht so toll läuft, logisch.

Thomas Rank: Wie lange haben sie an dem Programm gearbeitet?

Michael Hatzius:Das Programm hat sich quasi Stück für Stück selbst erarbeitet. Es kamen immer wieder neue Ideen dazu, die ich dann meist gleich auf der Bühne ausprobiert habe. Ich „schreibe“ in dem
Sinne kein Programm im Vorhinein, sondern es gibt ein kleines Ideengerüst und dann improvisiere ich auf der Bühne und versuche mir zu merken, was entstanden ist und gut geklappt hat. Oft kann ich mir‘s nicht merken. Dann improvisier ich neu, bis sich ein
Erzählfaden rauskristallisiert. Beendet ist die Arbeit sicher nie, denn noch immer feile ich weiter am Programm, an jedem Abend sind einige Dinge anders.

Thomas Rank: Wo kommen die Ideen für ihr Programm her?

Michael Hatzius:Aus dem Universum, direkt in mich rein und von dort auf die Bühne.

Thomas Rank: Wird „ Die Echse“ die einzige in ihrem Programm bleiben?

Michael Hatzius:Die Echse ist zweifellos der Star des Abends. Aber neben ihr treten auch ca. 15 weitere Figuren in mehr oder weniger prominenter Position auf. Bis auf mich und den Brandschutzbeauftragten Jens Schirner sind das alles Tiere, z.B. ein Huhn, zwei Schafe, zwei Spinnen und so weiter.

Thomas Rank: Wurde die Echse nach ihren Wünschen hergestellt?

Michael Hatzius:Das Aussehen und die Gestalt der Echse haben die Puppenbauer eigenständig geschaffen. Es gab gemeinsame Vorgespräche, die Puppenbauer haben dann autonom kreativ gearbeitet, und
mir die Puppe fertig überreicht. Nun galt es für mich, sie zum Leben zu erwecken, ihr einen Charakter und Inhalte zu geben.

Thomas Rank: Was werden die Besucher bei den Abenden mit Ihnen erleben?

Michael Hatzius:Es ist in der Tat ein „volles Programm“. Neben der Echse treten wie gesagt noch etliche andere Figuren in völlig unterschiedlichen Puppenformen auf, ich selbst moderiere die Show.
Ein Highlight ist sicherlich die Möglichkeit, mit der Echse in Kontakt zu treten und ihr Fragenzu stellen, aber auch die Videoeinspieler - die Echse hat sich in Berlin auf derReptilienausstellung umgeschaut - geben dem Programm eine besondere Note. Also es ist eine Menge los in der Show
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