Krieg der Bilder, Bilder als Macht

Ein Sonnentag lud dazu ein, die Eröffnung der Sonderausstellung ins Freie zu verlegen. Bezirkstagspräsident Jürgen Reichert (am Rednerpult) bei der Begrüßung. Die musikalische Umrahmung erfolgte durch das Duo Dani & Serge aus Augsburg mit zeitgenössischen Liedern

Sonderausstellung des Bezirks Schwaben in der Hammerschmiede und im Stockerhof in Naichen


Das Schwäbische Volkskundemuseum Oberschönefeld besitzt eine umfangreiche Plakatsammlung. Der Lehrer Wilhelm Beck (1881 - 1967) trug diese von den ersten Augusttagen 1914 bis in die frühen 1920er Jahren zusammen. Er legte eine sogenannte Kriegssammlung an, in dem er selbst Mitglied der "Weltkriegssammler" war und sich an Tauschbörsen beteiligte.

Bezirkstagspräsident Jürgen Reichert wies in seiner Begrüßung bei der Eröffnung der Sonderausstellung am 70. Jahrestag des Endes des 2. Weltkrieges zunächst auf die Aufgaben der Bezirke hin: Dazu gehöre insbesondere auch die Unterbringung von Menschen mit Behinderung. Gerade in der Nazi-Zeit wurden für die damalige Zeit "lebensunwerte Personen" aus den Einrichtungen der Bezirke deportiert und sie verloren grausam ihr Leben. Wie Bilder zur Demagogie eingesetzt werden können, zeige u.a. diese Ausstellung. Sie soll ein Lernort für die Jugend sein. Aber auch Familien generationenübergreifen zur Diskussion einladen.

In fünf Kapitel bzw. Themenkomplexen wird gezeigt, wie in einem Medienkrieg Bilder als Macht eingesetzt wurden. "Helft uns siegen!"-Plakate warben für das Zeichnen von Kriegsanleihen, mit denen der Erste Weltkrieg finanziert wurde. "Denkt an uns!"-Plakate forderten zum Senden von Liebesgaben an die Front auf. "Deutsche. Kauft deutsche Waren"!-Plakate appellierten an den Patriotismus und Nationalismus der Konsumenten. "Gebt!"-Plakate riefen die Zivilbevölkerung zu Spenden für Kriegsversehrte, Kriegsgefangene und Kolonialkrieger auf.

Die wissenschaftliche Bearbeitung erfolgte durch die Historikerin des Bezirks Dr. Elisabeth Plößl. Die Umsetzung lag in den Händen der Dipl.-Museologin Tina Burkhardt. Die Ausstellung läuft noch bis zum 8. November jeweils sonntags von 13 - 17 Uhr und nach Vereinbarung unter der Tel.-Nr. 08238-3001-16.
1
Einem Mitglied gefällt das:
Information zu Weiterempfehlungen Einstellungen für Weiterempfehlungen
 auf anderen WebseitenSenden
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.