Fairtrade-Kaffee aus Günzburg

Die Stadt Günzburg ist um ein fair gehandeltes Produkt reicher. Im Münzkabinett haben Strehle-Geschäftsführer Franz Lang (3. von links) und OB Gerhard Jauernig (3. von rechts) gemeinsam mit ehrenamtlichen Helfern des Weltladens sowie Weltladen-Geschäftsführerin Evelyn Söll den Bohnenkaffee der Nahrungsmittelfabrik Strehle vorgestellt. Foto: Sabrina Schmidt/ Stadt Günzburg.

Nahrungsmittelfabrik Strehle hat neuen Kaffee im Rathaus vorgestellt



Günzburg. Fair Trade liegt im Trend: Immer mehr Waren mit entsprechenden Siegeln gehen in Deutschland über den Ladentisch. Nun wird die Palette an fair Gehandeltem um ein Produkt aus Günzburg ergänzt. Die Nahrungsmittelfabrik Strehle röstet seit Kurzem Kaffee mit fair gehandelten Bohnen aus Äthiopien und Mexico. Gemeinsam mit Oberbürgermeister Gerhard Jauernig und ehrenamtlichen Mitarbeitern des Weltladens hat Geschäftsführer Franz Lang den Bohnenkaffee im Güzburger Rathaus vorgestellt.

Kaffeenote entfaltet sich beim langsamen Rösten

Die richtige Röstung für seinen Günzburg-Kaffee hat Lang schon im Gespür. Im Trommelröster in der Fabrik am Auweg kitzelt er die feinen Aromen aus den Bohnen, die sich unter seinem wachsamen Blick zuerst grün, dann hellbraun und schließlich dunkelbraun verfärben. Dazu lässt sich Lang viel Zeit. Bei etwa 220 Grad lässt er die Bohnen bis zu 20 Minuten lang allmählich ihren Geschmack entfalten. „In der Industrie werden die Aromen bei wesentlich höheren Temperaturen und zwei Minuten Röstzeit einfach verbrannt oder können sich nicht entwickeln“, erklärt er. Je länger die Bohnen geröstet werden, desto niedriger ist ihr Säuregehalt. Dadurch sind die Bohnen bekömmlicher und aromatischer.

Aus der Begeisterung für seine Idee, eine eigene Kaffeesorte für seine Heimatstadt zu kreieren, ist für Lang mehr als eine neue geschäftliche Perspektive geworden. Für ihn ist es Ehrensache, die Bestrebungen der Stadt Günzburg, „Fairtrade-Stadt“ zu werden, mit einem lokalen Produkt zu unterstützen. „Indem wir faire Produkte anbieten, können wir dazu beitragen, dass die Arbeits- und Lebensbedingungen von Kleinbauernfamilien in den Anbauländern verbessert werden“, sagt Lang. Er lobte das Engagement der Stadt, die mit ihrer Bewerbung um den Titel „Faitrade-Stadt“ ein klares Zeichen für mehr Gerechtigkeit im globalen Handel setze.

OB: Brücke zwischen Produzenten und Konsumenten

Oberbürgermeister Gerhard Jauernig dankte den Anwesenden für ihren Einsatz im Rahmen des Zertifikats „Fairtrade-Stadt“. Fairtrade schaffe eine Brücke zwischen den Produzenten und dem Konsumenten, betonte der Rathauschef. Durch Fairtrade würden kleinbäuerliche Strukturen in Schwellenländern sowie Ländern der Dritten Welt gezielt gefördert, was diesen neue Marktchancen und ein stabiles und planbares Einkommen ermögliche, erklärte der OB.

Derzeit bemüht sich die Stadt Günzburg, in die Reihen der Fair-Handels-Kommunen aufgenommen zu werden. Die Chancen dafür stehen gut: Die Stadt erfüllt mittlerweile alle Kriterien und konnte vor wenigen Wochen ihre Bewerbung um den Titel „Fairtrade-Town“ bei der Zentrale in Köln einreichen.

Der faire Kaffee der Nahrungsmittelfabrik Strehle steht unter anderem im Günzburger Weltladen zum Verkauf. Außerdem wird er bei Sitzungen im Günzburger Rathaus ausgeschenkt. Das Motiv auf den Verpackungen stammt von Evelyn Söll, der Geschäftsführerin des Günzburger Weltladens.
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