„Die Verbundenheit bleibt“

Oberbürgermeister Gerhard Jauernig und der stellvertretende Bataillonskommandeur Oberstleutnant Markus Pöppel im Münzkabinett vor den 1986 abgeschlossenen Patenschaftsverträgen. Da das Logistikbataillon 471 in Dornstadt geschlossen wird, endet die Patenschaft. Foto: Sabrina Schmidt/ Stadt Günzburg.

Offizielle Auflösung der Patenschaft zwischen Bundeswehr und Stadt Günzburg



Günzburg. Das Logistikbataillon 471 in Dornstadt wird aufgelöst. Damit endet auch die Patenschaft, die die Stadt Günzburg mit den Soldatinnen und Soldaten der Logistik-Einheit gepflegt hat. Bei einem Empfang im Münzkabinett des Günzburger Rathauses verabschiedete Oberbürgermeister Gerhard Jauernig die Bundeswehrsoldaten. Die musikalische Begleitung übernahm das Bläserensemble vom Heeresmusikchor Ulm.

Der Rathauschef berichtete über die Tradition der Patenschaften zwischen Bundeswehr und der Stadt Günzburg. 38 Jahre lang habe die Bundeswehr zum Erscheinungsbild der Stadt gehört. Soldaten der Prinz-Eugen-Kaserne seien in Notfällen des Öfteren zu Hilfe geeilt und hätten zum gesellschaftlichen Leben Günzburgs beigetragen, so Jauernig. „Die Übernahme der Patenschaft über das gesamte Bataillon im Jahr 1986 war dann nur die logische Folge guter Nachbarschaft“, sagte der OB.

Für viele Soldaten sei Günzburg, wenn auch nur vorübergehend, eine Heimat gewesen und ihre Präsenz habe mit dem Bau der Prinz-Eugen-Kaserne im Jahr 1965 auch stadtplanerisch Spuren hinterlassen. „Mit ihr begann die Erschließung des nördlich der Donau gelegenen Stadtgebiets“, erklärte Jauernig.

Die allgemeine Truppenreduzierung läutete 2001 das Ende der Bundeswehr in Günzburg ein. Verschiedene Versuche der Stadtverwaltung, bis hin zu einer Kundgebung, konnten die Schließung der Garnison Günzburg nicht verhindern. Dennoch entschieden sich Stadt und Bundeswehr, den gewachsenen Kontakt nicht abbrechen zu lassen, sondern die Patenschaft, die einst mit dem Transportbataillon SW 220 geschlossen worden war, auf das Logistikbataillon 471 an seinem neuen Standort Dornstadt zu übertragen.

„Für uns war die Patenschaft immer ein sichtbares Zeichen, dass die Bundeswehr in der Gesellschaft verankert ist“, sagte der OB. Dass diese Patenschaft nun zwangsweise aufgelöst werden müsse, bedauere er. Er dankte den Soldatinnen und Soldaten für ihre Bereitschaft, für die Freiheit und die Erhaltung des Friedens einzutreten.

Der stellvertretende Bataillonskommandeur Oberstleutnant Markus Pöppel brachte gemischte Gefühle zum Ausdruck. Es sei zwar schon länger bekannt, dass seine militärische Einheit aufgelöst werde. Am 26. Oktober 2011 hatte Verteidigungsminister Thomas de Maizière seine Bundeswehrreform vorgestellt. Unter anderem wurde dabei auch die Auflösung des Logistikbataillons 471 beschlossen. Doch es falle, nun da der Tag gekommen sei, nicht leicht, von der liebgewonnenen Patenstadt Günzburg Abschied zu nehmen.

Pöppel betonte, es erfülle ihn mit Freude, dies in einem würdigen Rahmen vollziehen zu können. Es sei nicht selbstverständlich, dass sich eine Stadt so interessiert und engagiert in der Zusammenarbeit mit einem Partnerverband zeigte. „Wir haben uns in Günzburg immer gut aufgehoben gefühlt“, so der Oberstleutnant. Umgekehrt seinen viele in Dornstadt stationierte Soldatinnen und Soldaten immer noch mit Günzburg verbunden: „Diese Verbundenheit mit Günzburg bleibt. Sie zu pflegen, ist uns Ehre und Verpflichtung“, so Pöppel.
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