Die ganze Welt der Farben - Tag des offenen Denkmals am 14. September

Über außergewöhnliche Ornamentik und Bemalung von Bauernschränken referiert der custos des Heimatmuseums, Rudolf Kombosch. Foto: Stadt Günzburg.
 
Siegfried Ranz führt durch den ansonsten nicht zugänglichen Chorraum der Frauenkirche. Foto: Stadt Günzburg.

Der bundesweite Denkmaltag am 14. September widmet sich unter dem Motto „Farbe“ einem wahren Universalthema. Die farbliche Gestaltung von Bau-, Kunst- und Bodendenkmalen sowie Gärten und Parks ist seit jeher ein wesentlicher Aspekt für ihre Erbauer und Erschaffer gewesen. Auch die Stadt Günzburg nimmt sich mit zwei Vorträgen und zwei Führungen dem Thema an.

„Außergewöhnliche Ornamentik und Bemalung von Bauernschränken“
Über außergewöhnliche Ornamentik und Bemalung von Bauernschränken referiert um 10 Uhr Rudolf Kombosch im Günzburger Heimatmuseum. Bauernschränke zeichnen sich hinsichtlich ihrer Ausführung durch eine nahezu unerschöpfliche Vielfalt aus. Reliefartig geschnitzte Oberflächen, Füllungen, Auflattungen und einfachste Bretterkonstruktionen, die durch eine besondere Anstrichtechnik den Anschein eines „besseren“ Möbelstücks erreichen wollten, sowie vielfältige farbliche Gestaltungsmöglichkeiten zeichneten die Bauernschränke früherer Jahrhunderte aus. Rudolf Kombosch, Custos des Heimatmuseums, stellt an einigen Schränken des späten 18. und frühen 19. Jahrhunderts die regionalen Besonderheiten von Ornamentik und Farbigkeit vor.

Vortrag „Farbe am Baudenkmal“
Welche Farbe an welchem Baudenkmal die geeignete ist, beleuchten die Restauratorin Margareta Endhardt und die Gebietsreferentin im Landesamt für Denkmalpflege, Elke Hamacher, in ihrem Vortrag um 11 Uhr im Heimatmuseum. Steht ein Gebäude unter Denkmalschutz oder befindet es sich in denkmalgeschützter Umgebung, beeinflussen viele Faktoren die Entscheidung für die Farbfassung. Entscheidend ist etwa, ob man dem Gebäude eine historische Farbigkeit nachweisen kann, welche Farbigkeit in welcher Bauepoche bevorzugt wurde, und wie sich die Farbfassung in seine Umgebung einfügt.

Führung durch den Chorraum der Frauenkirche
Dem Thema „Farbe“ widmen sich auch die Mitglieder des Fördervereins der Frauenkirche, die um 14 Uhr sowie um 14.45 Uhr Führungen durch den Chorraum der Frauenkirche anbieten. Die von Dominikus-Zimmermann im Stil des Rokoko erbaute Frauenkirche erstrahlt seit der Generalsanierung im Jahr 2002 in neuem Glanz. Siegfried Ranz, Vorstand des Vereins zur Förderung der Frauenkirche, erklärt die im Chorgewölbe vorhandenen Fresken, in denen die „Geheimnisse des freudenreichen Rosenkranzes“ bildnerisch festgehalten sind. Die anschließende Begehung des ansonsten nicht zugänglichen Chorumgangs ermöglicht auch die Betrachtung der dort dargestellten mariologischen Sinnbilder, die vom Fußboden des Chores aus nicht sichtbar sind.

„Fresko – Technik und Geschichte“ in der Katholischen Kirche
Der Restaurator Richard Rau führt jeweils um 15 Uhr und um 16 Uhr durch die Katholische Kirche im Bezirkskrankenhaus. Durch einen Brand im Jahr 2009 wurde der gesamte Innenraum der Kirche mit einer dünnen Rußschicht überdeckt. Infolge dessen mussten die Raumschale mit ihren Stuckierungen und Gemälden sowie die Ausstattungsstücke der Kirche mit einem Spezialverfahren gereinigt werden. Der von der Verwaltung des Bezirkskrankenhauses mit der Sanierung des Kirchenraumes und der Neugestaltung des Chorraumes beauftragte Restaurator Richard Rau erläutert am Beispiel des gereinigten, konsolidierten und farbretuschierten Deckenfreskos die Geschichte, Technik und Vorgehensweise einer Freskomalerei.

Ein vollständiger Programmflyer wird demnächst in der Tourist-Information sowie in weiteren städtischen Einrichtungen ausgelegt.
 Weitere Informationen: Untere Denkmalschutzbehörde der Stadt Günzburg, Ansprechpartnerin: Gabriela Karnowski-Bachofer, Telefon: 08221/903-175, E-Mail-Adresse: Karnowski-Bachofer@rathaus.guenzburg.de
 www.tag-des-offenen-denkmals.de/thema/
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