Kurz nach der Ankunft der Günzburger Delegation in Sternberk war bereits der erste Termin angesagt. Die Bürgermeister und Delegationen sowie die Mitglieder der Arbeitsteams für die Zusammenarbeit mit den Partnerstädten waren zur Begrüßung und zum offiziellen Empfang ins Gebäude der im vergangenen November eröffneten Ausstellung „Zeit“ geladen.
Nach dem herzlichen persönlichen Empfang und der Begrüßung durch Bürgermeister Stanislav Orság überreichte dieser den Delegationen als Geschenk einen Sextanten, der – so der Bürgermeister – den Freunden Sternberks immer den Weg zu ihnen zeigen möge.
Nach der Vorstellung der jeweiligen Delegationen, die für die Günzburger Stadtrat Manfred Proksch übernommen hatte, folgte der Austausch von Geschenken, der Eintrag ins Erinnerungsbuch und anschließend ein kurzer Informationsrundgang durch die sehenswerte Zeit-Ausstellung. Bei mährischen Spezialitäten des kalten Buffets hatten dann alle Delegationen in geselliger Runde Gelegenheit für gegenseitige persönliche Vorstellung und Informationsaustausch. Die Überwindung der sprachlichen Barrieren wurde von den Sternberker Gastgebern hervorragend gemeistert, da sie den Günzburgern eine charmante und eloquente Dolmetscherin zur Seite gestellt hatten, die bei den Reden simultan übersetzte. So wurden nicht nur die Redebeiträge der tschechischen und slowakischen Delegationen, sondern auch die der ungarischen Delegation, nämlich durch eine Dolmetscherin tschechisch-ungarisch, für die Günzburger jederzeit verständlich aufgenommen.
Der zweite Tag, der wieder ganz unter dem Motto der sportlichen Wettkämpfe stand, begann auf dem Sportfeld vor der Grundschule Dr. Hrubého mit einer Siegerehrung der ersten Wettkämpfe vom Vortag und einer anschließenden offiziellen Begrüßung der Schüler durch die Vertreter der Partnerstädte. Stadtrat Proksch begrüßte die jugendlichen Teilnehmer mit einigen Worten und überbrachte die Grüße aus Günzburg. Mit einem Auftritt einer Mädchentanzgruppe und einer Majorettengruppe von jungen Schülerinnen war damit der Auftakt der Wettkämpfe an diesem zweiten Wettkampftag eingeläutet. Für die Günzburger Delegation stand danach eine Führung durch die Räume der Schule auf dem Programm. Mit großer Anerkennung konnte dabei der hohe Einrichtungsstandard und die gleichzeitig kindgerechte Ausstattung zur Kenntnis genommen werden. Besonderes Lob zollten die Günzburger Besucher dabei dem hellen und farbenfrohen Speisesaal für die Mittagsbetreuung und die für jede der ersten Klassen im Schulgebäude vorhandenen Aufenthalts- und Betreuungsräume für den Nachmittag, die in gleich hohem und ansprechendem Einrichtungsstil vorhanden sind. Einhellig waren die Delegationsmitglieder der Meinung, dass dies durchaus als Vorbild für die Schulen in unserer Region dienen könne.
Im Anschluss daran war eine Besprechung mit den Schulleitern der drei Grundschulen Sternberks anberaumt. Stadtrat Proksch, der im Vorfeld mit dem 2.Sprecher Peter Lang die Günzburger Schulen besucht hatte, konnte den Sternberker Schulleitungen Informationsbroschüren der Günzburger Schulen in Form von Jahresberichten und Festschriften überreichen, die mit großem Interesse aufgenommen wurden. Das in der Diskussion aufgekommene Kennenlernen der unterschiedlichen Schulsysteme war dabei für beide Seiten eine interessante Erfahrung. Die Vertreter der Sternberker Schulen, die bereits mit zahlreichen ausländischen Schulen Partnerschaften pflegen, fassten als Fazit übereinstimmend mit der Günzburger Delegation zusammen, dass diesbezügliche Kontakte mit Günzburg sehr wohl weitere Möglichkeiten zu internationalem Jugendaustausch und zur Völkerverständigung bieten könne.
Die Teilnahme der beiden Günzburger Vereinsvorstände Skrebbas und Tillmann bot zudem Gelegenheit, Sportaktivitäten der Partnerstadt unmittelbar zu erfahren und zu erleben. Durch die Begegnung und das Gespräch, welche im Zuge der gegenseitigen Vorstellung auch zwischen dem Günzburger Vorstand der Schützengesellschaft Joachim Tillmann mit dem Sternberker Polizeichef, Pavel Pospíšil, zustande gekommen waren, lud dieser die Delegation zu einer Besichtigung des Sternberker Schießstandes ein, welcher in idyllischer Lage, unweit des Stadtzentrums auf einer Anhöhe eingerichtet ist. Fachsimpeleien über die jeweils verwendeten Waffen und die ausgeübten Schießdisziplinen waren natürlich Hauptthema zwischen den beiden Waffenkundigen. Eine anschließende Stadtführung mit Besichtigung der ehemaligen Klosteranlage und der Kirche waren ein weiterer Höhepunkt dieses Nachmittags. Der Sternberker Stadtvertreter Josef Knopf führte nicht nur fachkundig durch die nunmehr als Museum dienenden Räume, sondern untermalte die Besichtigungstour auch musikalisch mit Vorträgen auf Flügel, Cembalo und sogar auf der Kirchenorgel.
Zum Abschluss des sportlichen Wettstreits fanden im Kultur-Clubhaus mit einer großen Abendveranstaltung die Siegerehrungen statt, die gleichzeitig auch die Verabschiedung der Delegationen einschlossen. Die große, eindrucksvolle Halle war gefüllt mit fröhlichen jugendlichen Teilnehmern der verschiedenen Partnerstädte und deren Delegationsmitgliedern. Die Leiter der teilnehmenden Delegationen durften dabei den Schulsiegern in den einzelnen Wettkampfdisziplinen mit einem kurzen Abschiedswort die Siegerpokale überreichen. Stadtrat Manfred Proksch gab dazu, neben seinem Dank und den Abschiedsworten an die Stadt Sternberk, auch der Hoffnung Ausdruck, dass künftig auch eine Günzburger Schüler-Sportdelegation teilnehmen möge.
Nicht erfüllt wurde die ursprünglich gehegte Hoffnung der Günzburger Delegation, mittels einer TV-Übertragung das an diesem Abend stattfindende Endspiel der Championsleague miterleben zu können. Fand doch an diesem Abend das Eishockey-WM-Derby zwischen Tschechien und der Slowakei statt, das alle anderen Sternberk-Besucher in den Bann schlug. VfL-Vorstand Skrebbas ließ sich und die Delegationsmitglieder deshalb während der in engerem Rahmen stattfindenden Abschiedsfeier per Mobiltelefon von Günzburg aus mit den aktuellen Spielständen und Spielsituationen unterrichten. Bei der Rückfahrt am folgenden Tag ergab sich auf ein Angebot der Dolmetscherin, die zudem Stadtführerin in Olomouc (Ölmütz) ist, noch die Gelegenheit, die Reise mit einer von ihr geführten kurzen Besichtigung dieser beeindruckenden historischen Stadt abzuschließen



