40 Jahre Heilig Geist in Günzburg

Die Schar der Ministranten und das Heilig Geist Ensemble begleiten Pfarrer Ulrich Däubler bei der Feier des Gottesdienstes.
 
Pfarrer Michael Mayr stellte die Weichen für den Kirchenneubau und den Aufbau der Gemeinde
 
Pfarrer Konrad Hölzl baute die Gemeinde auf

40 Jahre Heilig Geist in Günzburg

„Wir feiern nicht Kirchweih, sondern die Gemeinde Heilig Geist möchte allen bekunden, dass sie zum Leben erwacht ist“, mit diesen Worten wurde Pfarrer Konrad Hölzl zitiert, als er die ersten Gottesdienste auf der noch unfertigen Baustelle in Heilig Geist feierte.


Die Gemeinde Heilig Geist ist wahrhaft zum Leben erwacht und das schon Monate bevor fast tausend Gläubige, unter ihnen der damalige bayerische Innenminister Dr. Bruno Merk, der Landrat und Diözesanrat Dr. Georg Simnacher und der Günzburger Oberbürgermeister Dr. Rudolf Köppler, am 21. Oktober 1973 an der Weihe des neuen Pfarrzentrums durch Bischof Dr. Josef Stimpfle teilnahmen.

Und heute – 40 Jahre nach der offiziellen Weihe herrscht in dieser Pfarrei nach wie vor ein aktives Miteinander und ein sehr reges Gemeindeleben.

Viele Jahre hatten die zahlreichen katholischen Bewohner des in den Nachkriegsjahren entstandenen Wohngebietes im Günzburger Südosten darum gekämpft, eine eigene Kirche zu erhalten und rund um dieses Gotteshaus eine lebendige Gemeinde zu schaffen, bis endlich im Sommer 1967 per bischöflichem Dekret die Gründung der neuen Pfarrei mit dem vorläufigen Namen „Günzburg Südost“ bekannt gegeben wurde. Im gleichen Sommer wurde Pfarrer Michael Mayr nach Günzburg berufen um „im guten Einvernehmen“ mit dem Stadtpfarrer von Sankt Martin, Hans Gündele, die neue Pfarrgemeinde aufzubauen. Auf seinen Vorschlag hin gab Bischof Stimpfle, geprägt von seinen tiefen Eindrücken aus dem 2. Vatikanischen Konzil, bei dem immer wieder um den Beistand des Heiligen Geistes gebetet wurde, bereits Ende 1967 der neuen Pfarrei ihren Namen „Heilig Geist“. Michael Mayr gründete den Kirchenbauverein, begleitete maßgeblich die Ausschreibung zum Architektenwettbewerb und die Entscheidung der Diözese für das Model von Architekt Öttl aus Gersthofen, er stellte auch den Kontakt zu dem, in Günzburg geborenen, Münchner Professor Nagel für die Innengestaltung der Kirche her und begann 1970 mit dem Bau der neuen Kirche. Die Gemeinde bedauerte es sehr, dass Pfarrer Mayr sich im Herbst 1971 einem neuen Wirkungskreis zuwandte.

Keine leichte Aufgabe wartete auf den 33-jährige Pfarrer Konrad Hölzl, als er am 1. April 1972 die verwaiste Pfarrei übernahm. Es gab zwar ein fertiges Pfarrhaus, aber der Kirchenneubau war aufgrund eines allgemeinen Baustopps eingestellt. “Da stand ein großes Gebäude mit 4 Wänden und einem Dach - und das sollte meine Kirche sein?“, erinnert sich Pfarrer Hölzl.
Er setzte alle Hebel in Bewegung, damit die Kirche weitergebaut und baldmöglichst fertig gestellt werden konnte.
Damit Leben in seine neue Pfarrei kommt, zelebrierte er bereits im Sommer 1972 zusammen mit dem Rektor der Maria-Theresia-Schule und späteren Pfarrgemeinderatsvorsitzenden, Franz Essler, den Schul-Abschlussgottesdienst auf der Baustelle. Ab Herbst 1972 fanden dann jedes Wochenende Gottesdienste im Rohbau statt. Pfarrer Hölzl schwärmt noch heute von der Hilfsbereitschaft der Gemeindemitglieder, die jeden Samstagabend den Bauschutt zusammenkehrten, Bierbänke und den provisorischen Altar aufstellten, und das Ganze am Sonntagmittag wieder abbauten. Die Identifikation der Gemeinde mit ihrer neuen Kirche war so groß, dass sämtliche Sitzplätze in der Regel 10 Minuten vor Gottesdienstbeginn bereits besetzt waren.
Die junge Gemeinde entwickelte sich dank seiner Fähigkeit Menschen zu begeistern und seines Organisationstalents mit einer enormen Geschwindigkeit.
Um das Zusammenwachsen der Gemeinde zu fördern, wurde neben vielen anderen Aktionen das Pfarrfest ins Leben gerufen, das sich bis heute großer Beliebtheit erfreut. Pfarrer Hölzl baute ein großes Netz von ehrenamtlichen Mitarbeitern auf, von denen sich viele noch heute zum Wohle der Gemeinde einbringen.

Als Pfarrer Hölzl 1981 eine neue Pfarrei übernahm, wurde Pfarrer Ulrich Däubler mit offenen Armen von der Gemeinde aufgenommen. Er setzte sich zum Ziel die Lebendigkeit der Gemeinde zu erhalten und pflegte und entwickelte die geschaffenen Strukturen seit nunmehr über 30 Jahren weiter. Darüber hinaus richtete er ein ganz besonderes Augenmerk auf den Ausbau der Kirchenmusik in Heilig Geist, die die Gläubigen bei den Gottesdiensten und die Besucher der zahlreichen Konzerte mit Aufführungen auf höchstem Niveau begeistert und damit auf eine ganz spezielle Art und Weise der Ehre Gottes Ausdruck verleiht. Jubelnder Applaus, standing ovations, begeistertes Publikum in der sehr gut besuchten Kirche, das sind die Attribute, die nach jedem der Auftritte des Heilig Geist Ensembles zusammen mit den verschiedensten Orchestern in der Zeitung zu lesen sind.

Gerade in der heutigen Zeit, in der das Zusammenführen von Gemeinden zu Pfarreien Gemeinschaften beschlossene Sache ist, kann das Erreichte in dieser Pfarrei Heilig Geist nicht hoch genug eingeschätzt werden: der anfänglich heftig diskutierte Baustil und die damals sehr kontrovers beurteilte Innengestaltung der Kirche sind den Kirchenbesuchern von heute lieb und vertraut geworden. Wie es sich die Bauherren wünschten, entsteht beim Versammeln der Gläubigen um den Altar das Gefühl der Gemeinsamkeit und die rings um den Kirchraum laufenden Fresken von Professor Franz Nagel regen den Betrachter aus jeder Perspektive an, sich mit dem Geist Gottes auseinanderzusetzen. Die Einzigartigkeit des Gebäudes und seiner Ausstrahlung erleben die Besucher nicht nur bei den Gottesdiensten sondern eben auch bei den zahlreichen Konzerten, die in dieser Kirche stattfinden.

Zum 40-jährigen Jubiläum der Kirchenweihe gibt es am kommenden Sonntag, den 20. Oktober 2013, ein großes Fest. Der feierliche Gottesdienst wird zelebriert von Pfarrer Ulrich Däubler und Prälat Konrad Hölzl, der auch die Predigt halten wird. Das Heilig Geist Ensemble sorgt für die musikalische Gestaltung des Festgottesdienstes mit der Krönungsmesse von Mozart für Orchester, Chor und Soli und dem Halleluja von Händel. Anschließend lädt der Pfarrgemeinderat zu einem Empfang in die Gruppenräume der Kirche ein.
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Weiterveröffentlichungen:

myheimat-Stadtmagazin günzburger | Erschienen am 16.11.2013
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