Hilfe für Kinder aus Tschernobyl

(Vöhringen-Illerberg) Seit nunmehr 10 Jahren organisiere ich in der Illerberger Mehrzweckhalle jährlich 3 Bazare für gebrauchte Kinderkleidung, Spielzeug usw., einfacher gesagt „alles rund um’s Kind“. Als man mich 1997 bat, die Organisation dieser Kleiderbörse in die Hand zu nehmen, tat ich das nur unter der Bedingung, dass der Erlös Not leidenden Menschen, insbesondere Müttern mit Kindern, zur Verfügung gestellt wird. Damals hatte ich noch keine Ahnung welche Lawine an Arbeit ich nicht nur mir mit diesem Vorsatz einhandelte.

Während wir, das „Kleidermarktteam“ (ein Ableger des Kath. Fauenbundes Illerberg/Thal), beim ersten Bazar noch ca. 500 € verdienten, hat sich der Gewinn aus Kleider- sowie Kaffee- und Kuchen-Verkauf inzwischen verdrei- und vervierfacht. Konnten anfangs noch 20 Frauen die Arbeit bewältigen, so sind inzwischen über 70 Personen (die meisten wohnen in Illerberg) beteiligt. Es ist ein stressreicher Arbeitstag für alle. Der Lohn ist ein Dankeschön, ein Lächeln, strahlende Augen aber manchmal auch Ärger.
Mindestens die Hälfte unseres jeweiligen Gewinnes wird an Bedürftige in unserer Region ausgegeben. Wir vergeben Gutscheine zum Einkauf auf unserem Kleidermarkt, helfen spontan bei Notfällen im Ort, unterstützen u.a .den Förderverein für Wachkomapatienten in Illertissen und ganz besonders den Verein „Hilfe für Kinder aus Tschernobyl“, Aindling, dessen Mitglied ich bin. So finanzieren wir jährlich für drei arme weißrussische Familien eine Patenschaft (pro Monat/Familie 11 €) und beteiligen uns an den Transportkosten.

Ende 1999 wurde ich von einer Bekannten gefragt, ob es nicht möglich wäre, bei den Teilnehmern der Kleidermärkte gezielt um Kleiderspenden für Kinder aus einem russischen Waisenhaus zu bitten, die in der Nähe von Memmingen zu einem 3-wöchigen Ferienaufenthalt eingeladen waren.

Das war der Beginn meiner Sammelleidenschaft für „alte Klamotta“, wie man auf schwäbisch so schön sagt. Anfangs habe ich alleine einmal wöchentlich die gebrauchte Kleidung sortiert. Inzwischen sind es bis zu 7 Frauen, die jeden Dienstag von 8 – 12 Uhr bei mir im Keller stehen und die Kleidung nach Größen sortieren, verpacken und adressieren. Die Ware geht über die Tschernobylhilfe Aindling direkt an weißrussische Familien oder Schulen in und um Gomel/Belarus. Des Weiteren erhalten auch die Schulbrüder in Illertissen jedes Jahr Kleidung für ihre Fahrt nach Alba Julia in Rumänien. Natürlich ist dann auch eine Spende für die Transportkosten fällig.
Die Transportkosten zu finanzieren ist für alle Helfer das größte Problem. Kleider- und Lebensmittelspenden fließen reichlich, mit Geldspenden sind die Helfer sparsam. Leider, obwohl auch kleine Vereine, wie wir, Spendenbescheinigungen ausstellen können

Die Mitglieder der Tschernobylhilfe in Aindling sind sehr rührig, basteln selbst, organisieren Oster- und Weihnachtsbazare, verkaufen Essen auf Weihnachtsmärkten, usw. usw. Trotzdem bleibt immer die Frage: „Können wir den Transport diesmal finanzieren?“

Seit einigen Jahren spreche ich immer um die Weihnachtszeit Kindergärten und Schulen mit der Bitte um Lebensmittelspenden an. Ich hole die Ware überall ab und bringe alles ins Claretiner-Kolleg Weißenhorn, wo ich kostenlos einige Räume nutzen darf. Dort wird die Ware von fleißigen Helferinnen wieder verpackt und adressiert.

Voriges Jahr konnten allein bei mir 682 Bananenkartons mit gut erhaltener Kleidung und 100 Kartons mit Lebens- und Körperpflegemitteln auf den Lkw geladen werden. In Aindling wurde nochmals fast die gleiche Menge zugeladen. Dann konnte die weite Reise nach Gomel in Weißrussland beginnen.


Viele Briefe aus Weißrussland sind inzwischen bei mir eingetroffen. Aus vielen spricht übergroße Dankbarkeit aber auch Fassungslosigkeit, dass es Menschen gibt, die sie in ihrer Not nicht alleine lassen.

Diese Not konnte ich selbst sehen, als ich letztes Jahr die Vorsitzende des Vereins, Heidi Bentele, auf ihrer einwöchigen Reise nach Belarus begleitete. Bei einem Monatslohn von oft unter 50 € werden eine Banane und ein Joghurt zum Luxusartikel. Man weiß nicht, wovon man Kleidung kaufen soll, weil ein paar Schuhe einen halben Monatslohn kosten Und es ist eine Katastrophe, wenn ein Familienmitglied krank wird, weil alle Medikamente selbst bezahlt werden müssen. Hilfe ist einfach dringend notwendig!

Ich kann mich noch gut erinnern, wie das war, als ich von meiner Reise aus Weißrussland zurückkam. Ich hatte schon ein schlechtes Gewissen, wenn ich unseren gut bestückten Kühlschrank öffnete. Jedes Mall, wenn ich die Waschmaschine einschaltete, sah ich die Familien, die ihre Wäsche immer noch mit der Hand waschen müssen. Und zwar jeden Abend die gleichen Stücke, weil man nicht den Luxus mehrerer Hosen und Pullis hat.

Aus diesem Grund werden die Menschen in Belarus auch weiterhin mit meiner Hilfe rechnen können. Aber dazu brauche ich auch die meiner Mitmenschen. Ich kann nur trommeln und klopfen und vielleicht Herzen öffnen für die Not dieser Familien.

Meine nächste Hilfsaktion läuft auf dem 2. Illerberger Weihnachtsmarkt, der am 1. Dezember 2007 hinter der Grundschule stattfindet. Organisator ist der Elternbeirat des Kindergartens St.Martin, Illerberg. Wie im letzten Jahr werde ich mit ein paar Mitstreiterinnen Lose verkaufen. Jedes Los gewinnt! Ein Besuch lohnt sich! Selbstverständlich kommt der gesamte Gewinn wieder dem Verein „Hilfe für Kinder aus Tschernobyl“ zugute.

Ich freue mich über Hilfsangebote jeder Art!

2 Klicks für mehr Datenschutz: Erst wenn Sie hier klicken, wird der Button aktiv und Sie können dann mit einem zweiten Klick Ihre Empfehlung an Facebook senden.
Mit dem Aktivieren des Buttons erlauben Sie einen begrenzten Datenaustausch mit Facebook. Mehr dazu rechts unter .
2 Klicks für mehr Datenschutz: Erst wenn Sie hier klicken, wird der Button aktiv und Sie können dann mit einem zweiten Klick Ihre Empfehlung an Twitter senden.
Mit dem Aktivieren des Buttons erlauben Sie einen begrenzten Datenaustausch mit Twitter. Mehr dazu rechts unter .
2 Klicks für mehr Datenschutz: Erst wenn Sie hier klicken, wird der Button aktiv und Sie können dann mit einem zweiten Klick Ihre Empfehlung an Google+ senden.
Mit dem Aktivieren des Buttons erlauben Sie einen begrenzten Datenaustausch mit Google+. Mehr dazu rechts unter .
Information zu Weiterempfehlungen Einstellungen für Weiterempfehlungen
 auf anderen Webseiten Senden
1 Kommentar zum Beitrag
973
Angelika Böck aus Günzburg am 19.10.2007 um 20:40 Uhr  
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.

Ähnliche Beiträge Übereinstimmende Themen:

Neues Vorstandsteam Kath. Frauenbund Günzburg NEUWAHLEN BEIM KATHOLISCHEN DEUTSCHEN FRAUENBUND Generationswechsel im Vorstandsteam, 5 Positionen wurden neu besetzt Zur...
KInderkleiderbasar Hallo zusammen, bin vor einiger Zeit umgezogen und suche nun dringend nach den Terminen für die Kinderkleiderbasare im Frühjahr im LK...
Größter Kinder-Flohmarkt am 3. März 2012 der... F L O H M A R K T Rund ums Kind der Stillgruppe Landsberg Wann? Samstag, 3. März 2012 von 9.30 – 13.00 Uhr Ab 8.30 Uhr Einlass für...