Zu Besuch bei Chapel - OB Jauernig besichtigt Niederlassung der Chapel Hydraulique GmbH auf dem Kimmerle-Areal – Ziel: Mittelfristig 30 Fachkräfte

Bei seinem Firmenbesuch testet Oberbürgermeister Gerhard Jauernig die Handhebelventile für Tieflader. Foto: Sabrina Schmidt.
 
Stolz zeigen Marco Scholz (l.), Tom Bless (2.v.l.) und André Chapel (r.) von der Chapel Hydraulique GmbH dem Günzburger Oberbürgermeister Gerhard Jauernig (2.v.r.) bei einer Firmenbesichtigung die nagelneue CNC-Drehmaschine. Foto: Sabrina Schmidt. (Foto: Sabrina Schmidt)
Hydraulik bewegt: Ob auf Großbaustellen, im Straßenbau oder bei der Fertigung tonnenschwerer Kipplaster: Überall dort, wo schwere und große Lasten in Bewegung gebracht werden, ist Hydraulik im Spiel. Die europäische Unternehmensgruppe Chapel entwickelt, produziert und vertreibt seit 40 Jahren hydraulische Zylinder und dazugehörige Hydraulikbauteile – seit diesem Jahr auch am Standort Günzburg. Nun hat Oberbürgermeister Gerhard Jauernig dem ansässigen Team der jungen Niederlassung einen Besuch abgestattet.

In dem Werk auf dem Kimmerle-Areal an der Autobahn A8 sorgen derzeit acht Mitarbeiter für den reibungslosen Ablauf bei der Zylinderfertigung. Das beginnt auf Wunsch des Kunden bereits bei der Beratung während der Planung neuer Anlagen. Chapel übernimmt das Engineering, fertigt die benötigten Teile und liefert die hydraulischen Verbindungselemente. Fachkräfte für Metallverarbeitung sorgen anschließend für die fachgerechte Montage der hydraulischen Systeme.

„Die Hydraulik ist für viele Unternehmen in der Region eine Schlüsseltechnologie, die sich in Kränen und Nutzfahrzeugen findet. Mit unserem neuen Standort in Günzburg haben wir einige unserer wichtigsten Kunden in unmittelbarer Nähe und können sie direkt aus der Fertigung beliefern“, erklärt Tom Bless, der bei Chapel als Prokurist beschäftigt ist. Zwei Standbeine machen das Kerngeschäft in Günzburg aus, so der Ingenieur. „Das ist zum einen der Vertrieb der Standardkomponenten aus französischer Fertigung in Deutschland, Schweiz, Österreich, Tschechien und Ungarn, zum anderen ist das die Herstellung von kundenspezifischen Sonderanfertigungen.“

Die europäische Chapelgruppe mit dem Stammhaus in Morette bei Grenoble (Frankreich) und den beiden deutschen Standorten Günzburg und Osterrönfeld produziert in insgesamt sechs Werken pro Jahr rund 400.000 Hydraulikzylinder und setzt jährlich rund 45 Millionen Euro um. „An allen Standorten kommen die gleichen Prozesse und die gleichen Lieferanten zum Einsatz. Wo wir was produzieren, können wir je nach Auslastung und rücksichtlich der Vertriebswege entscheiden“, erklärt Marco Scholz, der die Niederlassung Süddeutschland leitet. Bei der Fertigung werden ausschließlich europäische Komponenten verarbeitet, wie Firmenpräsident André Chapel ergänzt.

Die Firmenleitung in Günzburg rechnet damit, bis zum Jahresende 8000 Zylinder am neuen Standort zu produzieren. „Unsere junge Niederlassung steckt noch in den Kinderschuhen: Deshalb fertigen wir hier zurzeit die Prototypen; in Norddeutschland werden dann die Serien gebaut“, so Scholz. „Es braucht einfach etwas Zeit, bis man die nötigen Strukturen aufgebaut hat.“ Sehr zufrieden zeigt sich die Firmenleitung schon jetzt mit dem neuen Gebäude direkt an der Bundesautobahn. „Die Firma Kimmerle Gewerbe Bau hat uns ein qualitativ sehr hochwertiges Gebäude errichtet“, lobt Tom Bless. „Wir sind vollends zufrieden.“

Schon jetzt können in dem Werk auf dem Kimmerle-Areal sämtliche Arbeitsschritte vom Kauf der benötigten Bauteile bis zur Fertigstellung der Zylinder abgewickelt werden. So ruhen Kolbenstangen und Zylinderrohre zunächst im Eingangsbereich der Werkhalle, ehe sie zugeschnitten, in der nagelneuen CNC-Drehmaschine weiterverarbeitet und anschließend geschweißt werden. Danach folgt die „Hochzeit“, so Scholz schmunzelnd, also die Montage der einzelnen Teile. Beim abschließenden pneumatischen Testverfahren werden die fertigen Zylinder noch dem Härtetest unterzogen, ehe sie in den Vertrieb gehen.

Mittelfristig soll die Niederlassung in Günzburg auf 30 Mitarbeiter anwachsen, die dann im Schichtbetrieb kontinuierlich produzieren werden. „Dann können wir auch in Günzburg stärker in Serie gehen“, erläutert Scholz. Schon jetzt werden im Betrieb auf dem 7500 Quadratmeter großen Grundstück Zerspanungsmechaniker ausgebildet. „Wir suchen kontinuierlich neue Fachkräfte“, berichtet der Leiter der Niederlassung Süddeutschland.

Entsprechend zufrieden ist Oberbürgermeister Gerhard Jauernig: „Der Besuch vor Ort ist für mich von unschätzbarem Wert, weil ich mir vor Ort ein Bild davon machen kann, wie sich Chapel in der Praxis bewährt“, erklärt der Rathauschef. „Und es zeigt sich: Chapel kann als produzierender Betrieb hochwertige Arbeitsplätze anbieten. Mit der Hydraulikfachfirma wird Günzburg als Industriestandort weiter aufgewertet.“

Auch die Firmenleitung von Chapel zeigt sich mit der Standortwahl direkt an der Autobahn A8 zufrieden: „Die Sichtbarkeit hat bei der Entscheidung eine wichtige Rolle gespielt“, erzählt Tom Bless. „Wir freuen uns, dass wir sowohl von potenziellen Kunden und Lieferanten als auch vom Wettbewerb gesehen werden.“

Wer die neue Niederlassung auf dem Kimmerle-Areal in Günzburg besichtigen möchte, hat dazu am Tag der Offenen Tür am 8. September 2012 die Möglichkeit.
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