Nächste Woche ist Bayerische AIDS-Woche

Anlässlich der Bayerischen AIDS-Woche vom 18. bis 22. Mai 2015 bietet das Gesundheitsamt Günzburg AIDS-Tests und Beratung an. Beides, insbesondere der AIDS-Test, ist anonym und kostenfrei! Ziel der Bayerischen AIDS-Woche ist, vor Beginn der Reisezeiten zu Pfingsten und im Sommer auf die Ansteckungsgefahr aufmerksam zu machen. Im Jahr 2013 haben sich 3200 in Deutschland lebende Menschen neu mit dem HI-Virus angesteckt. „Diese Zahl stellt nur die berühmte Spitze des Eisbergs dar, denn es sind nur diejenigen, die zum Test gegangen sind. Es besteht der Verdacht, dass es viele Mitbürgerinnen und Mitbürger in Deutschland gibt, die infiziert sind und die Ansteckungsgefahr verkennen oder die Wahrheit, nicht kennen wollen“ gibt Dr. Roland Schmid, der Leiter des Gesundheitsamts zu bedenken. Da HIV-Infektion und AIDS-Erkrankung nicht dem Gesundheitsamt gemeldet werden müssen, gibt es für Bayern nur Schätzungen in Höhe von 400 Neuansteckungen pro Jahr. Längst sind HIV und AIDS auch auf dem Land angekommen und kein ausschließliches Großstadtproblem mehr.

AIDS ist eine Krankheit, die durch das HI-Virus ausgelöst wird. Das Heimtückische an der Ansteckung mit dem HI-Virus ist, dass zunächst keine spezifischen Krankheitssymptome auftreten, die an HIV-Ansteckung denken lassen oder gar Anlass für einen Arztbesuch wären. Erst Jahre später werden vermehrte Müdigkeit, Mattigkeit und häufiges Auftreten von anderen Infektionskrankheiten bemerkt. Durch immer weiter eingeschränkte körperliche Immunabwehr können immer wieder Gürtelrose, häufige Herpes-Infektionen, Erkältungskrankheiten, Lungenentzündungen und Tuberkulose auftreten. Zur AIDS-Erkrankung gehören dann Lungenentzündung durch Pilze, die bei Menschen normal sehr selten vorkommt, Darmbluten sowie Haut- und Schleimhauttumore, die entarten.

Die Behandlungsmaßnahmen sind soweit verbessert, dass viele Jahre ein Leben mit dem HI-Virus und eine fast normale Teilnahme am Leben in der Gemeinschaft möglich sind. Die Nebenwirkungen der Medikamente, die die Virusvermehrung im Körper verlangsamen, sind verträglich. Eine Heilung kann damit aber nicht erzielt werden. Eine Impfung zum Schutz vor dem HI-Virus und AIDS gibt es auch etwa 30 Jahre nach Entdeckung des HI-Virus noch nicht. Wissenschaftler in Amerika berichten aber, dass sie diesem Ziel langsam näher zu kommen scheinen. Noch gilt aber, dass nur das Vermeiden der Ansteckung vor HIV-Infektion und AIDS-Erkrankung schützt.

Übertragen wird das HI-Virus über Blutkontakt, Sperma, Scheidenflüssigkeit und Muttermilch, da dort die höchsten Viruszahlen gefunden werden. Für die Ansteckung braucht es beim ungeschützten Geschlechtsverkehr, dem häufigsten Übertragungsweg, keine Schleimhautverletzung. Die Viren können auch durch die intakte Schleimhaut gelangen oder an Schleimhautzellen andocken und so ihre genetische Information weitergeben. Von dort ist dann, nach Virusvermehrung in den Zellen, Verteilung im ganzen Körper möglich.

„Einzige sichere Möglichkeit, sich beim Sex nicht mit dem HI-Virus anzustecken, ist der Gebrauch von Kondomen“ rät Dr. Schmid. „Diese verhindern nicht nur ungewollte Schwangerschaft, sondern schützen vor allem vor übertragbaren Krankheiten wie AIDS. Insofern sollten Kondome auch benutzt werden, wenn die Partnerin die Pille nimmt.“ Je häufiger der Partner oder die Partnerin gewechselt wird, umso größer ist statistisch auch die Ansteckungsgefahr. Da Krankheitszeichen erst spät auftreten, ist es fatal, von der äußeren Erscheinung des Partners oder der Partnerin auf völlige Gesundheit und die Unmöglichkeit der Übertragung von Krankheiten zu schließen. Dr. Schmid: „ Um andere Menschen nicht anzustecken, ist es wichtig zu wissen, ob man selbst das HI-Virus in sich trägt. Deshalb ist der anonyme und kostenfreie AIDS- Test so bedeutend. 3200 neu mit dem HI-Virus infizierte Deutsche im Jahr sind für unsere gebildete und aufgeklärte Gesellschaft viel zu viele!“
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