Im Günzburger Waldbad stehen große Investitionen an - Verwaltungsrat und Stadträte erkennen dringenden Sanierungsbedarf

Oberbürgermeister Gerhard Jauernig, Stadtwerkevorstand Johann Stelzle und Mitglieder des Günzburger Stadtrates vor der sanierungsbedürftigen Wasseraufbereitungsanlage im Günzburger Waldbad. In den kommenden Jahren stehen mehrere große Investitionen an, unter anderem für die Erneuerung der Elektrotechnik und der Großrutsche, die Erneuerung der Aufbereitungstechnik sowie für die Sanierung der Edelstahlbecken. (Foto: Sabrina Schmidt/ Stadt Günzburg)
Das Waldbad ist nicht wegzudenken aus Günzburg, aber, wie OB Gerhard Jauernig betont: „Uns allen auch lieb und teuer.“ In den kommenden Monaten werden wieder zehntausende Besucher die einmalige Atmosphäre und die Weitläufigkeit des Günzburger Freibades genießen. Damit das auch in Zukunft so bleibt, stehen umfangreiche Investitionen an: Das Waldbad muss dringend saniert werden.

„Vor 53 Jahren wurde durch privates Investment, öffentliche Mittel und tatkräftigen Einsatz der Bevölkerung ein schwabenweit einmaliges Freizeitbad errichtet“, erinnert sich Oberbürgermeister Gerhard Jauernig. Dies, so der OB, war ein unheimlicher Kraftakt. „Ein Freibad zu bauen ist eine große Leistung, es auf Dauer zu betreiben eine Herkulesaufgabe.“ Diese Aufgabe wird seit einigen Jahren mit Leidenschaft, zahlreichen Ideen und viel Kapital von den Stadtwerken Günzburg übernommen, die als Kommunalunternehmen für den Betrieb des Freibades verantwortlich sind und dabei finanziell von der Stadt Günzburg begleitet werden.

Die letzte Generalsanierung des Waldbades, so Stadtwerkevorstand Johann Stelzle, fand vor rund 30 Jahren statt. Seither, so Stelzle, ist ein erheblicher Sanierungsbedarf an den Beckenanlagen sowie den technischen Einrichtungen aufgelaufen, den es in den kommenden Jahren abzuarbeiten gilt, um die Einrichtung auch zukünftig zu erhalten. Darüber hinaus bestehen konkrete Planungsabsichten zu einer umfangreichen Gestaltung und Weiterentwicklung des Umfeldes, um dadurch eine Aufwertung und Attraktivitätssteigerung zu erreichen, die letztlich zu einer Verbesserung der Wirtschaftlichkeit führen soll, sagt Johann Stelzle.

Gemeinsam mit den Mitgliedern des Verwaltungsrates der Stadtwerke Günzburg (SWG) sowie Vertretern des Stadtrates verschafften sich OB Gerhard Jauernig und die mit dem Betrieb betrauten Mitarbeiter jetzt einen Überblick vor Ort. Den Entscheidungsträgern wurde dabei klar, dass in den kommenden Jahren neben der Erneuerung der Elektrotechnik und der Großrutsche auch große Beträge für die Erneuerung der Aufbereitungstechnik sowie für die Sanierung der Edelstahlbecken anstehen.

Darüber hinaus, so Stelzle, müssen die jahrzehntealten Toilettenanlagen zwingend generalsaniert sowie der Kiosk erneuert beziehungsweise teilweise neu gebaut werden. Neben dem Abbruch des Altbaus stehen zudem die Instandhaltung und die Sanierung der Außenanlagen, der Wegenetze und der Spielgeräte in der großflächigen, parkähnlichen Anlage an. Gemeinsam mit dem Neubau der Minigolfanlage, die bei dem verheerenden Unwetter im Jubiläumsjahr 2012 komplett zerstört wurde, addieren sich die Beträge auf mehrere Millionen Euro.

Bereits seit geraumer Zeit befassen sich darüber hinaus einzelne Arbeitskreise aus Verwaltung und Kommunalpolitikern sowie Fachleuten aus der Bevölkerung mit Verbesserungsmaßnahmen im Bad und der Neugestaltung des Umfeldes um das Waldbad. Kommunalpolitisches Ziel ist es nach Auskunft von OB Gerhard Jauernig, den Donauraum im Umgriff um das Waldbad erlebbar zu machen und den Flussbereich um Donau, Günz und Nau in Verbindung mit dem Donauradwanderweg so zu gestalten, dass er als Lebensraum für die Bevölkerung eine echte Aufwertung und Bedeutung erfährt. Da der Donauradwanderweg im Jahre 2016 auf das Donauufer verlegt wird und dann unmittelbar am Waldbad vorbeiläuft, wollen die Verantwortlichen aus Politik und Rathaus den steigenden Radtourismus nützen und die große Anzahl der Radfahrer vor Ort halten, um noch mehr Frequenz für das Waldbad zu erzielen.

In einer ersten Planung und Kostenschätzung fallen für die Neugestaltung des Waldbadumfeldes weitere Millionenbeträge an. Unabhängig davon rechnen die Betreiber des Waldbades jährlich mit einem laufenden Defizit von 400.000 bis 500.000 Euro – einer halben Million. Geld, das als freiwillige Aufgabe zu großen Teilen vom Kommunalunternehmen getragen werden muss, um den Betrieb aufrecht zu erhalten. Die künftigen Investitionen müssen deshalb von der Stadt finanziert werden.

Beim Ortstermin bekundeten die Vertreter aus Politik und Behörde trotz der anstehenden kostspieligen Maßnahmen klar ihr Bekenntnis zum örtlichen Freibad. OB Gerhard Jauernig: „Die Anwesenden haben neben wertvollen Eindrücken und Visionen auch die wichtige Erkenntnis mit nach Hause genommen, dass das Waldbad nur dann weiterhin unzähligen Bürgern zum Planschen, Schwimmen und Verweilen dient, wenn der dringende Sanierungsbedarf angegangen wird.“
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