Antoniuskapelle: Die Burgauer bekamen ein neues Antonele

Das "Antonele" in der Antoniuskapelle Burgau

Große Empörung herrschte im Frühsommer 1976 in Burgau, als aus der Antoniuskapelle die Antoniusfigur – seit Menschengedenken das „Antonele“ genannt – gestohlen war.

Die Kolpingfamilie Burgau fasste dann den Entschluss den gestohlenen „Antonius“, als einen der beliebtesten Volksheiligen zu ersetzen. Der Regensburger Bildhauer Max Reiger wurde beauftragt nach vorliegenden Bildern und Aufzeichnungen das Burgauer „Antonele“ nachzugestalten. In der Jettinger Kögl-Werkstätte wurde die Figur wundervoll gefasst. Mit Spenden und der Durchführung eines Sommer-Schlossfestes wurde die Finanzierung gesichert. Am 26. Juni 1977 kamen über 500 Gläubige zur Einweihung des Burgauer Antonele. In seiner Predigt würdigte der damalige Benefiziat Richard Fischer die beispielhafte Gemeinschaftsleistung bei der Beschaffung einer neuen Antonius-Statue. Die sorgfältige und liebevolle Betreuung des „Antonele“ übernahm Frau Merz.

Die Kolpingfamilie Burgau organisiert jedes Jahr in der Woche des Namenstages des Heiligen einen Gottesdienst beim „Antonele“. Die legendäre Volksverbundenheit des heiligen Antonius, der zum „Patron der Schlamper“ geworden ist genießt in Burgau einen hohen Beliebtheitsgrad. In diesem Jahr findet die Heilige Messe beim Antonele am 13. Juni um 18.00 Uhr statt. Die musikalische Umrahmung übernimmt das Jugendblasorchester. Seit einigen Jahren wird an die Gottesdienstbesucher Eis gegen eine Spende verteilt. Der Erlös der Eisaktion wird immer einen guten Zweck zugeführt. Die diesjährige Spende erhält der Heilig-Kreuz-Kindergarten in Burgau.

Antonius ist wohl der im katholischen Kirchenvolk bekannteste und beliebteste Heilige. In Padua wurde Antonius zu Ehren die Basilika S. Antonio als Grabkirche errichtet. An seinem Grab ereigneten sich in der Folge so viele Wunder, dass Bonaventura meinte: „Suchst du Wundertaten, gehe zu Antonius!” Die Basilika in Die Basilika in Padua ist eine der meistbesuchten Wallfahrtsstätten. Es gibt aber auch sonst kaum eine römisch-katholische Kirche auf der Welt, die nicht einen Altar, ein Gemälde, ein Fresko oder eine Statue besitzt, die dem Heiligen geweiht ist. Er ist Patron der Armen und Sozialarbeiter, der Liebenden und der Ehe, der Frauen und Kinder. Außerdem ist er zuständig für das Auffinden verlorener Sachen.

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myheimat-Stadtmagazin günzburger | Erschienen am 03.06.2009
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