THW-Junghelfer zeigen ihr Können
Schwabmünchen/Günzburg. 30 Junghelfer des Technischen Hilfswerks (THW) legten das Jugendleistungsabzeichen der THW-Jugend Bayern in den Stufen Bronze, Silber und Gold ab. Die Junghelferinnen Saskia Mayer (Bronze), sowie Sabrina und Melanie Klement (Silber) waren bei dieser Abnahme ebenfalls erfolgreich. Die Prüfung, die im Ortsverband Schwabmünchen statt gefunden hat, umfasste Themen aus dem großen Spektrum der THW-Jugend Ausbildung. Unter anderem mussten spezielle Knoten gebunden, Leitern bestiegen und Holzbearbeitungswerkzeuge benannt werden.
Innerhalb von wenigen Stunden haben alle 30 Prüflinge, die das Jugendleistungsabzeichen der THW-Jugend Bayern ablegten, die acht Stationen erfolgreich durchlaufen. Doch bevor die Jugendlichen zwischen 12 und 17 Jahren ihr praktisches Können unter Beweis stellen durften, füllten sie zunächst die theoretischen Prüfungsbögen aus. Für die möglichen Stufen Bronze, Silber und Gold gab es unterschiedliche Fragebögen. Bei dem Multiple-Choice-Test mussten vor allem Fragen zur Unfallverhütung und Sicherheit beantwortet werden. Doch auch allgemeinbildende Fragen waren Teil der Prüfung.
Zwischen sieben und 24 Aufgaben mussten die Teilnehmer aus ganz Bayern je nach Stufe in der praktischen Einzelprüfung erfolgreich ausführen. Die Themenbereiche hierbei waren vielfältig. So sollte beispielsweise ein Punkt auf einer Karte mittels Koordinaten gefunden und richtig benannt werden. Bei einer anderen Station galt es Werkzeuge für die Holzbearbeitung richtig zu benennen und zu erklären, wie man einen Notruf korrekt absetzt. Voraussetzung für die Abnahme in den Stufen Silber und Gold, die auf das jeweilige Alter und den Leistungsstand der THW-Junghelfer angepasst sind, war außerdem ein Kurs „Lebensrettende Sofortmaßnahmen“ bzw. ein Erste-Hilfe Kurs. Beide Kurse mussten bereits im Vorfeld der Prüfung durchlaufen worden sein um überhaupt eine Prüfungszugangsberechtigung zu bekommen. Das erlernte Erste-Hilfe Wissen wurde nicht nur theoretisch abgefragt, sondern auch praktisch an einer Station getestet.
Teamgeist wurde in der Teamaufgabe verlangt. Zu Viert und mit Hilfe von Brechstangen musste eine Last auf eine bestimmte Höhe angehoben werden. Dabei galt es miteinander zu kommunizieren, Arbeitsschritte abzusprechen und die Sicherheit der anderen Helfer nicht zu gefährden. Die Last, dargestellt durch eine mit Steinen beladene Palette, musste zusätzlich gegen plötzliches abrutschen gesichert werden. Souverän meisterten die Junghelfer auch diese Herausforderung.
Viele Prüflinge nahmen an diesem Tag einen weiten Weg auf sich, denn das Jugendleistungsabzeichen in Schwabmünchen hatte eine Besonderheit: Es war das letzte Abzeichen, welches auf Grundlage der bayerischen Richtlinien geprüft wurde. Ab 2012 greifen dann die bundesweit einheitlich geregelte Abnahmerichtlinie, bei deren Entwicklung die THW-Jugend Bayern jedoch maßgeblich beteiligt war.
Das Leistungsabzeichen der THW-Jugend ist eine Motivation für Junghelfer des THW. Es stellt den Ausbildungsstand nach außen hin dar. Dabei soll der Junghelfer an die Tätigkeiten als aktiver Helfer in der Bundesanstalt THW herangeführt werden, der spielerische Aspekt der Jugendarbeit jedoch nicht verloren gehen. Die drei Stufen Bronze, Silber und Gold sind an das Alter, sowie den jeweiligen Aus- und Entwicklungsstand angepasst. Es bietet die Möglichkeit die lange THW-Zugehörigkeit attraktiv und abwechslungsreich zu gestalten.
Gerade nach dem Wegfall der Wehrpflicht und somit auch des Wehrersatzdienstes soll das Leistungsabzeichen helfen, eine Brücke zu schlagen zwischen den frühen Jahren in den Jugendgruppen des THW und der Grundausbildung, die mit 17 Jahren durchlaufen werden kann. Die Nachwuchsgewinnung aus Reihen der Jugendgruppen bildet, neben Quereinsteigern, somit einen der Kanäle für den Fortbestand ehrenamtlichen Katastrophenschutzes auf Bundesebene.
Text/Bilder: Konstantin Wamser und Thomas Sigmund



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