Neue Narrenzunft in Reisensburg
Dieser feurige Pudel ist die Sagengestalt, die der Narrenzunft ihren Namen gab. Zwischen dem 14. und 16. Jahrhundert gab es Grenzstreitigkeiten zwischen den Herren von Reisensburg und Niederstotzingen. Infolgedessen versetzten die Bauern oft eigenmächtig ihre Grenzpfähle. Der Sage nach trat dann aber ein schrecklicher Aufseher auf den Plan. Den Bauern, die ihre Grundstücke vergrößerten, erschien ein feuriger Pudel mit furchtbarem Geheul und der Frage: „Wo na ghört der Grenzpfahl?“
Im Jahr 2010 werden nun also wieder Feuerpudel durch die Straßen unserer Region ziehen. Aber damit es soweit kommen konnte, musste Michael Baumeister erstmal in Reisensburg von Tür zu Tür gehen. Mit selbst hergestellten Flyern warb er für die Gründung des Vereins. So fand er bis heute zwölf Mitglieder. Deren Durchschnittsalter beträgt 39 Jahre, die Spanne reicht von zwei bis 50 Jahren.
Jetzt konnte Andrea Baumeister die Maske entwerfen. Die Frau des Zunftmeisters und Zweite Vorsitzende war dabei völlig frei. Von dem Reisensburger Feuerpudel gibt es nämlich keine Zeichnungen. Dennoch hatte sie ein Vorbild im Kopf: „Fuchur aus der Unendlichen Geschichte hat eine richtig schöne Hundenase“. Die fertige Holzlarve erinnert tatsächlich an Fuchur, das Reisensburger Urvieh hat aber einen kräftigeren Teint und blaue und gelbe Falten im Gesicht. Ebenfalls markant: die seitlich vorstehende Zunge, einem Hund entsprechend. „Diese Zunge war mir bei der Zusammenarbeit mit dem Schnitzer besonders wichtig“, sagt Andrea Baumeister.
Die Feuerpudel beziehen ihre Masken nämlich von Martin Sitzmann, einem Schnitzer aus der Rhön. Der liefert aber nur die grobe Form, Feinschliff und Lackierung übernimmt das Ehepaar Baumeister. Auch rot-schwarze Haare und Schellen bringen sie noch an der Maske an. Ihr Häs kaufen die Feuerpudel als Ganzes, von einer Firma aus Hechingen bei Stuttgart. Für Ausrüstung ist also gesorgt, und auch der Terminkalender für die Saison war voll: 23 Auftritte , im Landkreis und auch außerhalb, im Ulmer und Mindelheimer Raum. Was jetzt noch fehlt, sind in erster Linie viele neue Mitglieder, „gerne auch Familien mit Kindern“, betont Andrea Baumeister. Auch weitere Sponsoren würden dem Verein gut tun. Hier ging die Firma Günzburger Steigtechnik - Michael Baumeisters Arbeitgeber - mit gutem Beispiel voran und spendierte die obligatorischen Aufnäher für jeden Hästräger.
Termine und Kontaktformular im Internet unter www.feuerpudel.de Beitrittswillige können sich auch direkt an den Zunftmeister wenden: Michael Baumeister, Graf-Berthold-Str. 16 b, 89312 Günzburg-Reisensburg, Telefon (08221) 31555.




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