Landwirtschaft der Zukunft

Der Dokumentarfilm zeigt, wie mit nachhaltigen Anbaumethoden – etwa der Permakultur – Böden schonend bewirtschaftet und gleichzeitig Erträge in Bioqualität erzielt werden können. Ein Anhänger der Permakultur-Bewegung ist Mike Feingold, einer der Protagonisten des Films. Pressefoto: Voices of Transition.
Günzburg: Stadt | Dokumentarfilm „Voices of Transition” zeigt Alternativen zu konventionellen Anbaumethoden

Unsere Gesellschaft muss sich wandeln. Das war die zentrale Botschaft des Dokumentarfilms „Voices of Transition”, der auf Initiative der Fairtrade-Stadt Günzburg vor einem nahezu voll besetzten Saal im Günzburger Kino BiiGZ gezeigt wurde. In dem Film kommen Agraringenieure, Permakultur-Designer und Anhänger der Transition-Town-Bewegung zu Wort, die sich für nachhaltige Anbaumethoden aussprechen.

Sie alle glauben, dass die industrielle Landwirtschaft mit ihrem massiven Einsatz von Chemie und fossilen Brennstoffen an ihre Grenzen gestoßen ist. Erodierte, nährsalzarme Böden, genmanipuliertes Getreide und Gemüse und eine von großen Agrarkonzernen bestimmte Preispolitik seien die Konsequenz, so die Interviewten.

Anhand von Beispielen aus England, Kuba und Frankreich zeigt der Film, wie etwa mit Landwirtschaftskooperativen, urbanen Gemeinschaftsgärten und mit nachhaltigen Anbaumethoden wie der Permakultur oder der Agroforstwirtschaft Böden schonend bewirtschaftet und gleichzeitig Erträge in Bioqualität erzielt werden können.

„Das rege Interesse am Film und die anschließend geführte Diskussion hat uns gezeigt, dass auch in Günzburg der Wunsch nach einem nachhaltigeren Umgang mit den vorhandenen Ressourcen besteht“, berichtet die städtische Umweltschutzbeauftragte Christine Hengeler. Mit der Fairtrade-Initiative habe man den Nerv vieler Günzburger getroffen. Rund 120 Besucher waren der Einladung der Fairtrade-Stadt gefolgt.

Die Anwesenden diskutierten unter anderem darüber, wie Kinder und Jugendliche an die Themen Landwirtschaft und Nahrungsmittelerzeugung herangeführt werden können. „Viele Kinder wissen heute nicht mehr, wo ihr Essen herkommt und wie es hergestellt wird“, monierte ein Anwesender. Die Günzburger Schulen und Kindergärten versuchen deshalb mit entsprechenden Angeboten entgegenzuwirken: Mit schuleigenen Hochbeeten und Obstbäumen wollen die Lehrkräfte ihre Schüler für die Erzeugung von Nahrungsmitteln und deren Verwertungsmöglichkeiten sensibilisieren, erklärte die Stadträtin und Lehrerin Birgit Rembold.

Gemeinschaftsgärten seien auch in Günzburg denkbar, befand eine Anwesende. Wissen über Anbaumethoden könnten so weitergegeben, brachliegende private Flächen einer sinnvollen Nutzung zugeführt werden. Der Weltladen bot daraufhin spontan an, über eine schwarze Tafel Interessierte und Gartenbesitzer zusammenbringen zu wollen.

„Wir freuen uns, dass der Film so gut angenommen wurde”, zieht die städtische Fairtrade-Koordinatorin Daniela Eberle Bilanz. Der Dokumentarfilm habe nicht nur interessante Alternativen zur konventionellen Landwirtschaft aufgezeigt, „sondern Denkanstöße und zahlreiche Ideen für ein auf Gemeinschaftlichkeit ausgerichtetes Leben geliefert”, so die Sprecherin der Fairtrade-Steuerungsgruppe, Dr. Angelika Fischer.

Wer Fragen hat oder Anregungen äußern möchte, kann sich an die Umweltschutzbeauftragte der Stadt Günzburg Christine Hengeler wenden: Tel. 08221/903196 oder E-Mail: hengeler@rathaus.guenzburg.de.

Wer sich weiter über die im Dokumentarfilm vorgestellten Konzepte informieren möchte, wird auf dem Fairen Blog der Stadt Günzburg unter www.fairtradestadtguenzburg.wordpress.de fündig.
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