Kommunen und Kreisjugendamt greifen Ehrenamtlichen beim Führungszeugnis unter die Arme

Im Landkreis Günzburg werden nun sogenannte „Unbedenklichkeitsbescheinigungen“ ausgestellt, die bestätigen, dass im erweiterten Führungszeugnis von ehrenamtlich in der Vereinsjugendarbeit Tätigen keine jugendschutzrelevanten Straftaten eingetragen sind. Gemeinden und Kreisjugendamt greifen damit den Ehrenamtlichen unter die Arme, solange der Bundesgesetzgeber untätig bleibt.

Seit einer Gesetzesänderung im Jahr 2012 müssen Ehrenamtliche, die in der Vereinsjugendarbeit Kinder und Jugendliche beaufsichtigen, betreuen, erziehen, ausbilden oder vergleichbaren Kontakt mit ihnen haben, ein erweitertes Führungszeugnis vorlegen. Nach der Vorstellung des Gesetzgebers sollen die Ehrenamtlichen ihr Führungszeugnis dem Vereinsvorstand vorlegen, weil er für die Einhaltung der Vorgaben in seinem Verein verantwortlich ist. Weil im Bereich der Vereinsjugendarbeit Bedenken hiergegen bestehen, hat der Jugendhilfeausschuss in einer Resolution den Bundestag aufgefordert, das Gesetz zu ändern.

Bis der Bundesgesetzgeber handelt, wollen viele Kommunen und das Kreisjugendamt in die Bresche springen und den Ehrenamtlichen durch die Ausstellung sogenannter „Unbedenklichkeitsbescheinigungen“ helfen. Diese bestätigen, dass im erweiterten Führungszeugnis keine Straftaten eingetragen sind, die dem Schutz der Kinder und Jugendlichen zuwiderlaufen.

Einträge, die keinen Bezug zum Umgang mit jungen Leuten haben, müssen dem eigenen Vereinsvorstand nicht offenbart werden. Die Ehrenamtlichen können selbst entscheiden, ob sie ihr erweitertes Führungszeugnis unmittelbar bei ihrem Verein vorlegen, oder ob sie bei ihrer Gemeinde oder beim Kreisjugendamt mit dem erweiterten Führungszeugnis die Ausstellung der Unbedenklichkeitsbescheinigung beantragen und dann nur diese im Verein vorlegen. Die Ausstellung der Unbedenklichkeitsbescheinigung kann auch postalisch erfolgen. Die Arbeit der Vereinsvorstände und der ehrenamtlich tätigen Personen wird erleichtert und der Datenschutz erhöht.

Bei der Abfrage der Gemeinden im Landkreis haben sich erfreulicherweise fast alle dazu bereit erklärt, solche Unbedenklichkeitsbescheinigungen auszustellen. Die Zusammenarbeit von Gemeinden und Landratsamt bietet somit einen zusätzlichen Service zur Entlastung der Ehrenamtlichen. Landrat Hafner: „Ich freue mich, dass Kreis-jugendamt und Gemeinden mit gesundem Menschenverstand zusammenhelfen, um die Ehrenamtlichen zu unterstützen. Es zeigt, dass das Bekenntnis zum Ehrenamt im Landkreis kein Lippenbekenntnis ist.“

Welche Gemeinden im Landkreis die Ausstellung von Unbedenklichkeitsbescheinigungen anbieten, kann aus einer Liste auf dem Familienportal des Landkreises entnommen werden. Die Liste ist zu finden unter Formulare und weitere Informationen auf: www.familie.landkreis-guenzburg.de/kinder-und-jugendliche/fuehrungszeugnis-ehrenamtliche
Weitere Informationen erhalten Sie telefonisch beim Kreisjugendamt: 08221 / 95 450 oder per E-Mail: fuehrungszeugnis@landkreis-guenzburg.de
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