Hier spielt die Musik

So sieht Günzburgs musikalischer Nachwuchs aus. Im Hintergrund (von links): Rektor Wolfgang Hackel, Dirigent Lukas Weiss, Ingrid Hartl von der Stadtkapelle Günzburg und Karin Weiss. Mittlerweile sind 27 Schüler der Grundschule Südost Mitglieder der ersten Günzburger Bläserklasse, die Stadtkapellmeister Lukas Weiss im vergangenen Jahr ins Leben gerufen hat. Foto: Sabrina Schmidt. Stadt Günzburg.

Grundschule Südost hat seit letztem Schuljahr eine Bläserklasse – Schüler proben mittlerweile für Weihnachten



Günzburg. Schon im Treppenhaus der Grundschule Südost ist das misstönige Gewirr aus Trompete, Saxophon und Flöte zu hören. Die Schüler der zweiten bis vierten Klassen wollen erst gar nicht abwarten, bis die Stunde beginnt, sondern blasen vergnügt in ihre Instrumente. Doch als Lukas Weiss das Treppenhaus betritt, kehrt Ruhe ein. Seit letztem Schuljahr leitet der Stadtkapellmeister Günzburgs erste Bläserklasse. Mittlerweile ist die Gruppe in die zweite Runde gestartet – und probt schon eifrig für Weihnachten.

Ins Leben gerufen hat die Bläserklasse Lukas Weiss, der als Musiklehrer in Baden-Württemberg im vergangenen Jahr erstmals von dem Konzept hörte. „Es ist heute viel schwieriger als noch vor zehn Jahren, Nachwuchsmusiker für unsere Stadtkapelle zu gewinnen. Gleichzeitig gibt es immer mehr Kinder, die kein Instrument mehr spielen können“, sagt der begeisterte Musiker. „Ziel der Bläserklasse ist es, Kinder durch das Erlernen eines Instrumentes im vertrauten Klassenverband spielerisch an Musik heranzuführen“, erklärt Weiss. Schnell war die Idee geboren, auch in Günzburg eine Bläserklasse für Grundschüler zu gründen.

Als er den Einfall an Wolfgang Hackel, Rektor der Grundschule Südost, herantrug, war dieser begeistert: „Kinder sollten die Möglichkeit haben, sich auszuprobieren und verschiedene Sportarten und Hobbys auszutesten. Nur so können sie herausfinden, was ihnen Spaß macht und wo ihre Stärken liegen“, erläutert Wolfgang Hackel. Die Bläserklasse sei eine kostengünstige und durch die strukturelle Angliederung an die Schule auch unkomplizierte Möglichkeit, Kindern den Umgang mit Instrumenten näher zu bringen. „Zudem fördert musikalische Früherziehung nachweislich die Kreativität und Intelligenz“, so Hackel weiter. „Da konnte ich nur zustimmen.“

Seit Beginn des letzten Schuljahres trifft sich die Bläserklasse einmal wöchentlich für zwei Stunden. Die erste Stunde besteht aus Gruppenunterricht, bei dem die Kinder unter der Zuhilfenahme von Notenblättern ihre Instrumente erlernen. „Zurzeit sind das Klarinette, Saxophon und Trompete“, erklärt Lukas Weiss. Die Verteilung der Musikinstrumente orientiert sich dabei an der Besetzung in Blasorchestern.

In der zweiten Stunde üben die Schüler dann das Zusammenspiel als Orchester. „Gemeinsam erlernen die Kinder einfache Stücke und spielen diese anschließend vor“, berichtet der Stadtkapellmeister. Das gemeinsame Spiel sei sowohl in musikphysiologischer als auch in pädagogischer Hinsicht bedeutsam. „Die Kinder erlernen nicht nur, ihr Instrument richtig zu gebrauchen, sondern auch auf ihre Mitschüler zu hören, und zwar im wahrsten Sinne des Wortes.“

Die Bläserklasse richtet sich an Schülerinnen und Schüler der dritten und vierten Jahrgangsstufe. Als Vorstufe zur Bläserklasse bietet Weiss für die Schüler der zweiten Klassen Blockflötenunterricht an. Im vergangenen Schuljahr nahmen fünf Blockflöten- und sieben Bläserklassenschüler am Unterricht teil. „Mittlerweile sind es 27 Kinder, die sich zurzeit auf ein kleines Weihnachtskonzert vorbereiten“, berichtet Weiss. „Ich glaube, wir haben hier eine echte Lücke gefüllt.“

Möglich gemacht haben die Bläserklasse zahlreiche Sponsoren, darunter die städtische „Herz für Günzburg“-Stiftung, die Instrumente und Geld bereitgestellt hat.
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