Einzelhandel muss mitziehen

Gemeinsam mit dem Einzelhandel will sich die Stadt Günzburg um den Titel „Fairtrade-Stadt“ bewerben. Foto: Sabrina Schmidt/ Stadt Günzburg.

Steuerungsgruppe bemüht sich um Zertifizierung „Fair Trade Town“



Günzburg. In einer Liga mit Rom, Paris und London: In die Liste dieser Metropolen könnte sich Günzburg einreihen, wenn die Bewerbung um den Titel „Fairtrade-Stadt“ erfolgreich verläuft. Doch dazu müssen verschiedene Kriterien erfüllt werden. In einem ersten Schritt hatte sich vor einigen Monaten eine Steuerungsgruppe gebildet, die seitdem regelmäßig tagt. „Damit die Zertifizierung gelingen kann, muss aber die gesamte Stadt mitziehen“, erklärt die Koordinatorin im Rathaus, Daniela Rossmanith. Um mehr Mitstreiter für das Projekt zu gewinnen, wolle man deshalb jetzt verstärkt auf den Einzelhandel zugehen, so das Fazit der letzten Sitzung.

Denn zu den angesprochenen Kriterien gehört auch, den Einzelhandel und die Gastronomie mit ins Boot zu holen. „Wer Fairtrade-Stadt werden will, muss nachweisen, dass lokale Einzelhandelsgeschäfte gesiegelte Produkte aus fairem Handel anbieten und in Cafés und Restaurants Fairtrade-Produkte ausgeschenkt werden“, erklärt Daniela Rossmanith. Bereits vor den Sommerferien waren Schulklassen der Maria-Theresia-Mittelschule unterwegs, um die Anzahl an fair gehandelten Produkten in Supermärkten und Geschäften zu erheben. „Die gute Nachricht ist: Es gibt bereits jetzt sehr viele Geschäftstreibende, die faire Produkte im Sortiment haben“, so Rossmanith. Allerdings fehle es bislang an Rückmeldungen, sich aktiv an der internationalen Kampagne zu beteiligen. Deshalb geht die Stadtverwaltung in Kürze mit einem Fragebogen auf die Einzelhändler zu.

„Die Einzelhändler können von der Teilnahme nur profitieren“, so die Sprecherin der lokalen Steuerungsgruppe, Dr. Angelika Fischer. Die Geschäftstreibenden, die nachweisen können, dass sie mindestens zwei fair gehandelte Produkte verkaufen, erscheinen auf sämtlichen Publikationen der Stadt rund um die Kampagne „Fairtrade-Stadt“. „Dazu gehört die Nennung auf der städtischen Homepage und in einem Flyer, der überall in Günzburg ausliegen wird. Vorausgesetzt natürlich, unsere Bewerbung verläuft erfolgreich“, erklärt Rossmanith. Sprich: Mindestens vier Geschäfte sollten zwei fair gehandelte Produkte im Sortiment haben. Außerdem müssen sich zwei Cafés oder Restaurants bereit erklären, etwa fairen Kaffee und ein weiteres faires Produkt wie zum Beispiel Orangensaft auf die Speisekarte zu setzen.

Dadurch könnten auch weitere Geschäfte motiviert werden, Produkte aus fairem Handel ins Sortiment zu nehmen, sagt Rossmanith. Es gehe nicht nur um Einzelschritte, sondern auch darum, ein Bewusstsein für die nachhaltige Entscheidung fair gehandelte Produkte zu schaffen, macht die Koordinatorin deutlich. Dr. Angelika Fischer betont die praktischen Vorteile der Kampagne: „Man kann damit auf Günzburg und auf teilnehmende Geschäfte aufmerksam machen. Das ist doch eine tolle Werbung für unsere Stadt.“

Wer mehr über die Fairtrade-Town-Kampagne erfahren möchte oder Interesse an einer aktiven Teilnahme hat, kann sich gerne an die Ansprechpartnerin der Stadt Daniela Rossmanith (08221-903142, rossmanith@rathaus.guenzburg.de) oder an die Sprecherin der Steuerungsgruppe Dr. Angelika Fischer (dr.angelika.fischer@t-online.de) wenden oder sich auf der Homepage www.fairtrade-towns.de informieren.
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