Bewerbung um Titel „Fairtrade-Town“ eingereicht

Die Arbeit hat sich gelohnt: Erst im Sommer vergangenen Jahres traf sich die Fairtrade-Steuerungsgruppe zu ihrem ersten Treffen. Mittlerweile hat die Stadt die Unterlagen zur Bewerbung um den Titel „Fairtrade-Town“ beim Verein TransFair e.V. in Köln, der Fairtrade-Deutschland-Zentrale, eingereicht. Foto: Sabrina Schmidt/ Stadt Günzburg.

Chancen auf positiven Bescheid stehen gut



Günzburg. Die Stadt Günzburg hat sich um den Titel "Fairtrade-Stadt" beworben und die entsprechenden Unterlagen bei der Fairtrade-Deutschland-Zentrale in Köln eingereicht. Oberbürgermeister Gerhard Jauernig hat die Antragsunterlagen unterzeichnet. Damit wird ein Beschluss des Stadtrats vom 4. Februar 2013 umgesetzt.

Die Aussichten, in die Reihen der Fair-Handels-Kommunen aufgenommen zu werden, stehen gut. Denn Günzburg erfüllt mittlerweile alle für den Erhalt des Siegels notwendigen Kriterien. In Gang gekommen ist die Aktion durch eine Initiative von Stadträtin Dr. Angelika Fischer. In der entsprechenden Stadtratssitzung hatte sie deutlich gemacht, dass es mit dem Erwerb des Titels darum geht, die nachhaltige und sinnvolle Arbeit der Günzburger Bürger aufzuwerten, die zum Teil seit Jahrzehnten am Verkauf von fair gehandelten Waren mitwirken.

Die Fairtrade-Idee zielt darauf ab, den globalen Handel gerechter zu gestalten. Kaffee, Schokolade, tropische Früchte, Zucker, aber auch Kleidung oder Blumen liegen ständig verfügbar in den Regalen der Läden. Der Konsument erfährt kaum, woher die Waren genau kommen und unter welchen Bedingungen sie produziert wurden. Fairtrade bringt Produkte mit einem leicht erkennbaren Label auf den Markt, das belegt, dass die Produkte in ihren Erzeugerländern unter sozial und ökologisch tragfähigen Lebens- und Arbeitsbedingungen hergestellt wurden. Die Ausbeutung durch Zwangs- oder Kinderarbeit ist ausgeschlossen.

Für Oberbürgermeister Gerhard Jauernig besteht ein wichtiger Zusammenhang zwischen der Fairtrade-Idee und den Zielen der Günzburger Stadtpolitik: „Nachhaltige Stadtentwicklung, die ein Gleichgewicht zwischen Ökonomie und Sozialem im Blick hat, macht nicht an den Grenzen einer Kommune halt. Wachstum und Wohlstand bei uns darf nicht auf Armut und Unrecht in anderen Ländern basieren. Deshalb setzt Günzburg ein Zeichen für gerechten Handel und will Fairtrade-Stadt werden.“

Über das Label hinaus habe Fairtrade inzwischen viele andere Projekte für gerechten Handel befruchtet. Ein Bewusstseinswandel bis in die großen Handelsketten und Lebensmittelkonzerne hinein sei inzwischen zu erkennen, so Jauernig. „Der Weg zu nachhaltigen Veränderungen ist aber noch weit und Günzburg macht sich mit auf den Weg“, so der Oberbürgermeister bei der Antragsunterzeichnung.

Für die Teilnahme an der Kampagne Fairtrade Towns müssen fünf Kriterien erfüllt sein:
1. Es muss ein Beschluss der Kommune vorliegen, dass bei allen Sitzungen der Ausschüsse und des Stadtrates sowie im Oberbürgermeister-Büro Fairtrade-Kaffee sowie ein weiteres Produkt aus fairem Handel verwendet wird. Zudem muss sich die Kommune entschließen, als Stadt den Titel „Fairtrade-Stadt“ anzustreben und sich dafür zu bewerben.
2. Es wird eine lokale Steuerungsgruppe „Fairtrade-Stadt“ gebildet. Diese traf sich am 26. Juni 2013 zu ihrem ersten Treffen und hat 22 Mitglieder.
3. In lokalen Einzelhandelsgeschäften werden gesiegelte Produkte aus Fairem Handel angeboten und in der Gastronomie werden Fairtrade-Produkte ausgeschenkt. Im Fall Günzburgs unterstützen bereits 4 Geschäfte sowie 6 Gastronomiebetriebe den Fairen Handel.
4. In mindestens einer Schule, einem Verein und einer Kirchengemeinde werden Fairtrade-Produkte verwendet.
5. Über den Weg zum Fairtrade-Stadt-Titel wird öffentlich informiert.
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1 Kommentar
15.020
Hans-Werner Blume aus Garbsen | 15.03.2014 | 12:49  
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