Australien
Brisbane-Cairns-Sydney-Melbourne-Perth-Darwin-Alice Springs-Adelaide-Melbourne-Hobart-Brisbane
Schon in der Schulzeit träumte ich davon, einmal durch Australien zu reisen. Und letztes Jahr ergriff ich nun endlich die Chance, mir diesen Traum zu erfüllen. Dass es aloutbacleine auf einem Rucksack-Trip in einem fernen Land nicht immer „easy-going“ ist, kann sich wohl jeder vorstellen. Jedoch übertreibe ich sicherlich nicht, wenn ich diese 6 Monate zu den Schönsten meines Lebens zähle.
Die wohl fünf aufregendsten Erlebnisse versuche ich näher zu beschreiben.
1. Tauchen am Great Barrier Reef:
Als ich das erste Mal bei 12 Meter Tiefe auf dem Meeresboden stand, fühlte ich mich wie bei einer Mondlandung. Diese neue Welt, so faszinierend und beängstigend zugleich, vor allem bei den Nachttauchgängen, die zum Fortgeschrittenen Kurs dazu gehören, bei denen wir den einen oder anderen Hai gesehen haben. Die waren jedoch friedlich, im Gegensatz zu den so genannten Trigger-Fischen. Diese hatten gerade Brutzeit und waren nicht erfreut, wenn man in der Nähe ihres Gebietes tauchte. Es war unser letzter Tauchgang in diesem Kurs und mein Buddy und ich waren zum ersten Mal ganz allein unterwegs, als plötzlich ein monströser Fisch rasend schnell auf uns zu schwamm und mich sofort mit Bissen attackierte. Da ich versuchte, den Angreifer durch unkontrolliertes Strampeln wieder loszuwerden, verlor ich, zum Glück, eine meiner Flossen. Der Fisch konzentrierte sich nun voll darauf und ich konnte mit gewissem Sicherheitsabstand beobachten, wie der Fisch auf die Flosse einhämmerte. Nach einiger Wartezeit war die Luft bzw. das Wasser wieder rein und ich konnte meine Flosse holen, um so schnell wie möglich ans Boot zurückzutauchen.
Trotzdem war das Tauchen ein wunderbares Erlebnis, das ich unbedingt wiederholen möchte. Am liebsten natürlich wieder dort, einem der unbestreitbar schönsten Plätze der Erde.
2. Das zweite Erlebnis von dem ich gerne erzählen will, ist die Campervan-Tour mit einer Freundin, dich mich aus Deutschland besuchen kam.
Wir starteten in Perth und fuhren südlich und dann nördlich eine Schleife ins Outback und an der Küste entlang. Wir machten Halt wo es uns gerade gefiel oder wo wir auf den Dirt-Roads nicht mehr weiterkamen. Besonders schön sind die zahlreichen Nationalparks wie Fitzgerald River, Karijini und Kalbarri.
Außerdem machten wir sehr schöne Erfahrungen mit lieben Australiern, die uns auch mal zum Essen, auf ein kühles Bier oder eine Runde im Pool eingeladen haben, was bei uns natürlich sehr willkommen war.
Es war atemberaubend, Hunderte von Kilometern zu fahren und nicht mehr als ein oder zwei Fahrzeugen zu begegnen. Hingegen sieht man massig Kanguruhs (leider auch sehr viele tote am Straßenrand), Kühe und auch Emus und Schlangen. Man sollte nur etwas aufmerksam bezüglich des Benzin- und Wassertanks sein, denn Auffüllstationen sind selten.
3. Darwin im Norden Australiens, wurde vor ca. 30 Jahren von einem Zyklon fast vollständig zerstört. Als ich 2-3 Wochen dort verbrachte, war Zyklon Ingrid mit einer Windgeschwindigkeit von ca. 320 km/h am Kommen.
Ich wusste nur, dass das wohl sehr stark sein musste, denn um mich rum fingen Darwin’s Bewohner an, sich mit Konservendosen und ähnlichem für einen längeren Aufenthalt im Bunker einzudecken. War interessant, wie locker meine australischen Bekannten damit umgingen, vielleicht in ein paar Stunden weggeblasen zu werden – ganz nach ihrem Motto „No worries mate“. Zum Glück blieb Darwin verschont, denn kurz davor drehte der Zyklon nach Norden ab.
Währenddessen brach ich auf, um eine 3-Tages-Tour in den Kakadu-Nationalpark zu machen, weswegen ich eigentlich nach Darwin reiste. Sehr touristisch, jedoch aufregend war es, bei einer Krokodil-Fütterung hautnah dabei zu sein. Nicht nur die gewünschten Reptilien wurden von den dicken Fleischbrocken angelockt, sondern auch ein wunderschöner Sea-Eagle (Seeadler). Obwohl es sicher war hinter den dicken Scheiben des Bootes, war es ein merkwürdiges Gefühl die hungrigen Tiere so nah zu erleben.
Danach ging’s weiter in die Mitte Australiens, nach Alice Springs, wo sich der berühmte Ayers Rock befindet. Der eigentliche Name ist Uluru und da es seit Tausenden von Jahren ein heiliger Ort für die Aboriginis ist, sollte man meiner Meinung nach auch respektieren, dass diese es nicht wünschen, dass er bestiegen wird. Deswegen hat es mich umso mehr gewundert, dass sogar australische Schulklassen dort hochkletterten. Eine auch sehr imposante Steinformation sind die Olgas – gleich in der Nähe von Uluru, nur komischer Weise nicht halb so bekannt. Es war eine 3-Tages-Tour, die ich dort mitmachte, bei der wir in sogenannten Swags (Schlafsack + dicke feste Hülle) in der Wüste schliefen. Somit hatten wir diesen unbeschreiblich intensiven Sternenhimmel mit atemberaubend langen Sternschnuppen direkt über uns.
4. Wieder eine ganz andere Erfahrung war der Overland Track in Tasmanien, den ich in den letzten Tagen lief.
Er ist etwa 80 km lang und führt fern der Zivilisation über Berge, durch Moor und Regenwald. Leider war es nicht mehr die günstige Zeit, da das Wetter sehr unvorhersehbar war und jeden Tag ein Schneesturm hätte einsetzen können. Zusätzlich war ich ziemlich unvorbereitet zu meiner ersten 8-tägigen Walking-Tour gestartet, aber es war ein Riesenabenteuer, das ich nicht missen möchte. 15 Kilo Gepäck, Blutegel, Matsch und Kälte gehörten zu den weniger erfreulichen Dingen. Frische, gesunde Luft, Wallabies (eine Art kleines Kanguruh) und die abwechslungsreiche Natur wiederum zu den wunderschönen Erinnerungen an diesen.
5. Weniger schön, aber bestimmt genauso abenteuerlich waren meine kurzzeitigen Jobs, die ich mir suchte, um wieder ein bisschen weiter reisen zu können.
Wie z.B. Küchenhilfe im Hostel, Bäume schneiden auf einer Farm, Catering bei Cricket-Games und Rosen verkaufen in Cafés.
Das Tollste an meinem Backpacking-Trip durch Australien war, dass ich so viel Verschiedenes sehen und erleben durfte.
Obwohl ich mich von der Ostküste an die Westküste und durch die Mitte Australiens geschlängelt habe, gibt es noch viel zu entdecken in diesem wunderschönen, facettenreichen, gastfreundlichen aber auch rauhen Land und es wird für mich gewiss nicht das letzte Mal gewesen sein.
Zum Schluss möchte ich Euch noch ein Buch wärmstens empfehlen, das meiner Meinung nach, einen sehr gelungen Einblick in den 5. Kontinent bietet: „Frühstück mit Kanguruhs“ von Bill Bryson.






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