Die Römer kommen! Festival FORVM GVNTIANVM in Günzburg

Bei Schaukämpfen kann man den militärischen Alltag der Römer miterleben
 
Ein Schuster fertigt Schuhe nach römischer Methode

Am Wochenende des 18. und 19. Juli findet das Römerfest FORVM GVNTIANVM in Günzburg statt. Mit größtmöglicher Genauigkeit und nach wissenschaftlichen Erkenntnissen wird dem Publikum die Welt der Römer nahegebracht. Dabei gehen Freizeitvergnügen und Authentizität Hand in Hand.

Das Festgelände erstreckt sich über den innerstädtischen Bereich um das Schloss, den Schlossplatz, den Finanzhof, den Museumshof, den Turniergarten und den Hofgarten. An beiden Tagen kann man in Günzburg den militärischen und zivilen Alltag der Römer miterleben. Internationale Künstler und Fachleute sorgen dafür, dass das Wochenende für die ganze Familie sowohl unterhaltend als auch lehrreich wird.
Handwerker werden die römischen Arbeitstechniken wiederaufleben lassen und römische Werkzeuge schaffen. Römische Soldaten präsentieren in voller Ausrüstung Exerzierübungen, auch Schaukämpfe werden aufgeführt. Täglich finden mehrmals Gladiatorenkämpfe mit Erklärungen von Fachleuten in der „Arena“ statt. Auch auf dem Marktplatz können die Besucher römische Spektakel erleben: Streitwägen fahren hin und her und am Brunnen findet ein Sklavenmarkt statt, auf dem man sich eine Stadtführung ersteigern kann. Selbstverständlich ist auch für das leibliche Wohl der Gäste gut gesorgt. Allerdings reist man auch hier in die Vergangenheit: Es kommen nur Speisen auf den Tisch, die nach überlieferten römischen Rezepten zubereitet wurden. Aber keine Sorge, die Römer waren als Feinschmecker bekannt.

Besonders gefördert wurde die Mitarbeit der ortsansässigen Akteure, Schulen, Kindergärten und Vereine bei den Vorbereitungen des Spektakels. Dadurch wird das Fest zu einem echten regionalen Highlight. Entstanden ist das FORVM GVNTIANVM durch ein zweisemestriges Projekt der Stadt Günzburg in Zusammenarbeit mit Studenten der Universität Augsburg. Die Lehrstühle Klassische Archäologie und Humangeographie haben gemeinsam im Sommersemester 2008 ein historisch authentisches Programm für das Römerfest auf die Beine gestellt.

Die Stadt Günzburg geht auf eine römische Gründung des Jahres 77/78 n. Chr. zurück. Der ursprüngliche Name Guntia ist der einer keltischen Flussgöttin, die von den ansässigen Römerstämmen verehrt wurde. Der Ort diente wohl schon damals als Markt und Knotenpunkt und wurde bald zu einer florierenden Handelsstadt. Bis ins fünfte Jahrhundert hinein bestimmten Kultur und Lebensart der Römer das antike Guntia. Das belegen viele gut erhaltene Funde aus der Römerzeit. Günzburg ist ebenfalls der Endpunkt zweier historischer Wanderwege, der Via Julia und der Via Danubia.

Bereits 1831 wurden die ersten Ausgrabungen in Günzburg durchgeführt. Die größte Entdeckung machte 1978 der Archäologische Verein, der ein römisches Gräberfeld an der heutigen Kreuzung von B10 und der Bahnlinie Günzburg-Krumbach im Bereich der Ulmer Straße freilegte. Die letzten Ausgrabungen in diesem Bereich wurden 2007 und 2008 durchgeführt. Insgesamt wurden 1900 Bestattungen geborgen.

Es gibt also einige Gründe, gerade in Günzburg an die römische Vergangenheit zu erinnern und sie zu feiern. Das Vorbild des FORVM GVNTIANVM sind die bekannten „Römertage“ in Aalen und andere regionale Feste. Durch das Festival soll vor allem bei den Bürgern von Günzburg das Gefühl und Interesse für die Geschichte ihrer Stadt geweckt werden, und das möglichst anschaulich und unterhaltsam. Die kleine Zeitreise zu den Römern lohnt sich auf jeden Fall, denn das Jahr 2009 verspricht ein Römerjahr zu werden!

Eintrittspreise für das FORVM GVNTIANVM:
Tageskarte Erwachsene 6,00 Euro,
Jugendliche von 7 bis 14 Jahren 4 Euro,
Kinder bis 6 Jahre frei.
Bei Vorlage einer Legoland Tageskarte erhalten Besucher Vergünstigungen

Weiterveröffentlichungen:

myheimat-Stadtmagazin günzburger | Erschienen am 01.07.2009
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