Die Jüdische Schule in Bayern. Von der Aufklärung bis zur Gegenwart
Eine neue Dauerausstellung im Bayer. Schulmuseum Ichenhausen
Zweigmuseum des Bayerischen Nationalmuseums
Schlossplatz 3-5, 89335 Ichenhausen/Landkreis Günzburg
Das Bayerische Schulmuseum in Ichenhausen, ein Zweigmuseum des Bayerischen Nationalmuseums, hat sich seit seiner Eröffnung im Jahr 1984 zu einem viel beachteten kulturellen Zentrum in Bayerisch-Schwaben mit Wirkungen über die regionalen Grenzen hinaus entwickelt. Durch die Errichtung eines drei-geschossigen Erweiterungsbaues gegenüber dem Unteren Schloss wurden nicht nur zusätzliche Flächen für die Durchführung von Sonderausstellungen und öffentlichen Veranstaltungen gewonnen, sondern auch die Voraussetzung für eine Vergrößerung der Dauerausstellung geschaffen. Hier sollen künftig wichtige bil-dungsgeschichtliche Themen veranschaulicht werden, die wegen der beschränkten räumlichen Kapazitäten bisher nicht oder nur allgemein behandelt werden konnten.
Die neue Abteilung im Obergeschoss des Erweiterungsbaues ist der ‚Jüdischen Schule’ in Bayern und damit einem Thema gewidmet, das gerade in Ichenhausen, der einstmals größten jüdischen Landgemeinde Bay-erns, vielfältige historische Bezugspunkte besitzt. Auf einer Fläche von rund 220 qm werden wichtige As-pekte der Entwicklung des jüdischen Schulwesens von der Zeit um 1800 bis in unsere Gegenwart veran-schaulicht. Besonderes Augenmerk gilt der jüdischen Volksschule, dargestellt am Beispiel Ichenhausen, der Israelitischen Realschule in Fürth und den verschiedenen Lehrerbildungsanstalten in Franken. Einen Schwerpunkt bildet das Schicksal der jüdischen Schulen unter dem NS-Regime, ebenso die Wiederaufnahme des jüdischen Schulunterrichts nach dem Zweiten Weltkrieg bis hin zur Gründung der Sinai-Grundschule in München im Jahr 1966.
Dank der Unterstützung durch Archive, Museen und Privatpersonen in Deutschland, Israel und den Verei-nigten Staaten konnten zahlreiche Dokumente, historische Fotografien und Unterrichtsmaterialien zusam-mengetragen werden, darunter besonders seltene Objekte wie originale Schulbänke und hebräische Buchsta-biertafeln sowie Lesefibeln aus der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Den Besuchern steht zudem ein viel-fältiges Angebot an audio-visuellen Medien zur Verfügung, darunter Filme und Interviews mit jüdischen Bürgern, die ihre Schulzeit während der NS-Herrschaft schildern.
Die Ausstellung wurde im Juni 2007 eröffnet und kann bis auf Weiteres während der Öffnungszeiten des Bayer. Schulmuseums Ichenhausen (Di.-So. 10-17 Uhr) besichtigt werden (Tel. 08223 6189, Anmeldung für Gruppenführungen unter Tel. 08223 4086-40).



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